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Rolfes: "Ich laufe Messi nicht wegen seines Trikots nach"

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Rolfes: "Ich laufe Messi nicht wegen seines Trikots nach"

06.03.2012, 17:30 Uhr | t-online.de

. Topfit und zuletzt trotzdem nur zweite Wahl: Bayer-Kapitän Simon Rolfes. (Quelle: imago)

Topfit und zuletzt trotzdem nur zweite Wahl: Bayer-Kapitän Simon Rolfes. (Quelle: imago)

Das Interview führte Marc L. Merten

Bayer Leverkusen hat die letzten drei Bundesliga-Spiele gewonnen und sich unter Trainer Robin Dutt endlich gefunden. Simon Rolfes ist Kapitän der Werkself, muss aber immer wieder seinen Platz in der Startelf räumen. Vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League beim FC Barcelona (Mittwoch, ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) erklärt der Nationalspieler im Gespräch mit t-online.de, was sich in Leverkusen verändert hat und warum Lionel Messi eigentlich nicht zu stoppen ist.

Herr Rolfes, erst einmal Glückwunsch zum Sieg über den FC Bayern. Sie selbst durften aber nur die letzten Minuten des Spiels mitwirken. Warum?
Simon Rolfes: Das war die Entscheidung des Trainers. Ich bin topfit, daran hat es nicht gelegen. Aber der Trainer hat sich sicher etwas dabei gedacht.

Sie sind in dieser Saison schon oft der Rotation zum Opfer gefallen, und das als Kapitän.
Rotation gehört bei so vielen Spielen in einer Saison bis zu einem gewissen Maße dazu. Aber es ist natürlich nie zufriedenstellend, wenn man fit ist und trotzdem auf der Bank sitzt. Ich respektiere aber natürlich die Entscheidung des Trainers, weil ich weiß, dass ich in seinen Plänen eine wichtige Rolle spiele.

Der Sieg über die Bayern war der dritte Dreier in Serie. Ihr Trainer Robin Dutt weist seit Wochen darauf hin, dass sich seit der Winterpause etwas zum Positiven verändert hat. Was meint er?
Wir hatten ein sehr gutes Trainingslager und trainieren mittlerweile viel besser als in der Hinrunde. Das reicht dann oft schon, um Erfolg zu haben.

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Das heißt, Sie haben in der Hinrunde schlecht trainiert?
Das heißt, dass wir jetzt auf einem höheren Niveau arbeiten als in der Hinrunde. Wenn du dich im Alltag nicht gut verhältst, sondern unter der Woche nur Durchschnittliches leistest, bekommst du das am Wochenende zurück. Dann sind die Resultate schlecht. Jetzt haben wir uns einen fortgeschrittenen Level erarbeitet und die Ergebnisse beweisen, dass wir auf einem guten Weg sind. Aber wir müssen die Leistung auch dauerhaft gegen Topteams bringen.

Hat sich Robin Dutt seit seinem Amtsantritt verändert?
Er hat sicherlich Zeit gebraucht, um sich an seine Rolle in Leverkusen zu gewöhnen. Jeder Trainer braucht Eingewöhnungszeit, und dasselbe gilt auch für die Spieler, wenn ein neuer Coach kommt. Das ist ganz normal. Es war mit Sicherheit ein spezieller Wechsel aus Freiburg nach Leverkusen.

Warum hat die Gewöhnung aneinander so lange gebraucht?
Die Bundesliga ist eben wie die Tour de France. Mal gibt es gute, mal schlechte Etappen. Jetzt haben wir einige gute Etappen gehabt und nähern uns wieder dem Ziel, das wir uns gesetzt hatten.

Die Champions League?
Genau. Vor der Saison war die Champions League unser Ziel. Jetzt stehen wir auf einem Europa-League-Platz. Wir sind Fünfter, es ist also längst nicht alles gut. Daher müssen wir auch auf den nächsten Etappen wieder stark sein, da kommen ganz schwere Gegner (Wolfsburg, Mönchengladbach, Schalke, Anm. d. Red.) auf uns zu. Aber wir greifen weiter an und wollen einen Champions-League-Platz erreichen.

Jetzt geht es erst mal in der Königsklasse zum Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Barcelona. Rechnen Sie sich nach der 1:3-Hinspielniederlage überhaupt noch Chancen auf das Weiterkommen aus?
Wir rechnen überhaupt nicht. Wir fahren hin und können ganz locker aufspielen. Wir rufen endlich ab, was wir können. Barcelona ist zwar die beste Mannschaft der Welt, klar, dass es äußerst schwierig wird. Aber das ist die Champions League. Das ist ein Achtelfinale.

In dem es gegen niemand anderen als Lionel Messi geht. Erklären Sie uns mal, warum es fast unmöglich ist, ihn auszuschalten.
Barcelona ist ja nicht nur Messi. Die sind auf allen Positionen Weltklasse besetzt. Das ist das Problem. Wenn er der einzige herausragende Spieler wäre, könnte man ihn im Eins gegen Eins ausschalten. Dann wäre das nicht so wild. Aber weil wir uns um alle Spieler kümmern müssen, müssen wir eine große Laufbereitschaft zeigen. Und das kostet über 90 Minuten enorm viel Kraft. Beobachten Sie Messi doch mal: Der läuft gar nicht so viel. Wenn er sieht, dass keine Lücken da sind, spielt er hinten rum. Er hat die nötige Geduld, weil er weiß: Irgendwann bekomme ich meine Lücke. Er weiß einfach, dass irgendwann die Räume entstehen, die er dann mit seiner Schnelligkeit nutzen kann. Wenn man mal analysieren würde, wann er seine Tore schießt, bin ich mir ziemlich sicher, dass die meisten in den letzten 20 Minuten fallen, wenn der Gegner keine Kraft mehr hat, alle Lücken zu stopfen. Seine Geduld ist vielleicht seine größte Stärke.

Haben Sie als Kapitän eigentlich schon das Anrecht auf sein Trikot angemeldet, nachdem im Hinspiel so viele Spieler darum gekämpft haben?
(lacht) Nein, ich bin keiner, der Messi wegen seines Trikots hinterher laufen würde. Natürlich will man als Spieler bei besonderen Spielen eine Erinnerung. Aber ich stehe nicht so auf Personenkult. Das würde ich nur für einen Spieler machen. Für Diego Maradona. Aber da müsste ich wohl mal auf ein Benefizspiel hoffen.


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