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Champions-League-Halbfinale: Mario Gomez beschert Bayern magische Nacht

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Gomez‘ Haxen bringt den Kessel zum Überkochen

18.04.2012, 11:10 Uhr | t-online.de

Champions-League-Halbfinale: Mario Gomez beschert Bayern magische Nacht. Bayerns Matchwinner Mario Gomez (li.) lässt sich von seinen Teamkollegen Jerome Boateng und David Alaba feiern.  (Quelle: imago)

Bayerns Matchwinner Mario Gomez (li.) lässt sich von seinen Teamkollegen Jerome Boateng und David Alaba feiern. (Quelle: imago)

Aus München berichtet Thomas Tamberg 

Bastian Schweinsteigers wortloser Abgang, Last-Minute-Tor von Mario Gomez, ein Arroganz-Anflug bei Mesut Özil, mehr als fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen, Diebstahl in der Real-Kabine, der Spruch des Tages von Thomas Müller, eine Diva auf Zaubertrank, die Geburt eines neuen Stars und das Ganze garniert mit hochklassigem Fußball:  Es war nur ein 90minütiges Fußballspiel zwischen dem FC Bayern und Real Madrid, aber es liefert Geschichten, die ein ganzes Buch füllen könnten. Nach einem denkwürdigen 2:1-Sieg im Halbfinale der Champions League gegen die Königlichen dürfen die Münchner weiter vom Endspiel im eigenen Wohnzimmer träumen. (Foto-Show: Die brisantesten Duelle zwischen dem FC Bayern und Real Madrid)

Für den einzigen Wermutstropfen aus Sicht des Rekordmeisters sorgte Schweinsteiger. Nachdem Coach Jupp Heynckes ihn kurz nach dem 1:1, vom Feld holte, reagierte der Nationalspieler fassungslos und ungläubig. Erst als seine Mannschaftskollegen ihn darauf hinwiesen, dass es seine Nummer war, die auf der Auswechsel-Anzeige aufleuchtete, verließ er den Platz für Thomas Müller.

Der Frust sitzt tief

Es war ein notwendiger Wechsel. Schweinsteiger hat nach seiner schweren Verletzung noch lange nicht seine Bestform erreicht. Zudem fiel nach einem Fehlpass des 27-Jährigen der Ausgleich für Real. Schweinsteiger wollte sich nach dem Match nicht zu seiner Auswechslung äußern und verließ sichtlich gefrustet als einer der Ersten die Münchner Arena.

Gomez: "Das getan, was ein Stürmer tun muss"

Ansonsten herrschte bei den Bayern nach dem Last-Minute-Sieg Euphorie. "Philipp hat sich auf rechts super durchgesetzt. Ich habe das getan, was ein Stürmer tun muss: Durchgelaufen und Haxen reinhalten", beschrieb Gomez die Szene des Spiels, als er zum 2:1-Sieg traf. Zuvor hatte der Stürmer die Fans aufgefordert, den Kessel Allianz Arena zum Brennen zu bringen. Dank seines kuriosen Treffers in der 90. Minute sorgte er nun höchstpersönlich dafür, dass die 66.000 Zuschauer in der Arena kurz vor dem Ausrasten standen. Der FC Bayern darf dank des Last-Minute-Erfolges weiter den Tanz auf der Rasierklinge vollführen. Ansonsten wäre eine knappe Woche nach dem K.o. in der Meisterschaft auch das Aus in der Königsklasse so gut wie besiegelt gewesen. So aber fährt der FCB mit einer ordentlichen Portion Rückenwind zum Rückspiel am 25. April ins Bernabeu-Stadion und steht womöglich vor der erfolgreichsten Saison in der Klubgeschichte seit über einem Jahrzehnt. So viel zum Thema Kurzlebigkeit im Fußball.

Heynckes lobt das Team

"Es war wichtig, dass wir heute gewonnen haben. So haben wir die Möglichkeit, dass wir bisschen abwartender spielen können“, sagte Lahm nach der Partie.  "Wir wollten 90 Minuten eine Schlacht liefern, dass haben wir getan." Auch Trainer Jupp Heynckes war angesichts des späten Siegtreffers rundherum zufrieden und haderte erst gar nicht mit dem Gegentor. "Leidenschaft, Gier, Hunger. Das haben die Spieler heute auf dem Spielfeld umgesetzt. Wir haben aus meiner Sicht verdient gewonnen.“ 

Neun von zehn Heimspielen gegen Real hat der FC Bayern mittlerweile gewinnen können. Eine beeindruckende Bilanz. Dabei sah es nach dem 1:1 von Özil (53.), der eine Vorlage von Cristiano Ronaldo aus zwei Metern verwertete, eher nach einem Erfolg für die Gäste aus. "Wir haben einen Eckball, nach so einer Situation darf man keinen Konter bekommen", wollte Keeper Manuel Neuer erst gar nicht um den heißen Brei herumreden. 

Die linke Bayern-Seite überragt 

An diesem Abend glänzten andere. Angetrieben von einem überragenden Franck Ribéry, der auch den Führungstreffer (17.) erzielte, ließ sich der FC Bayern nicht entmutigen. Der Franzose wirbelte über das ganze Feld mit einer Energie als ob er wie einst Comic-Held Obelix als Kind in den Zaubertrank gefallen wäre und zeigte sein bis dato bestes Spiel für den Rekordmeister. Heynckes: "Er hat eine Super-Partie gezeigt." 

Im Windschatten Ribérys legte David Alaba seine internationale Reifeprüfung ab. Der 19-jährige, seit wenigen Wochen zum Linksverteidiger umfunktioniert, spielte von Minute zu Minute stärker auf. Auf ihn angesprochen sprudelte es aus Heynckes auf der Pressekonferenz nur so heraus: "In der zweiten Hälfte wurde David Alaba immer freier, immer offensiver, immer selbstbewusster und hat Franck Ribéry nicht nur unterstützt, sondern auch selbst gute Torszenen vorbereitet. Es ist außergewöhnlich, dass solch ein junger Spieler solche Fortschritte macht. Er hat eine wunderbare Entwicklung genommen und bei ihm ist sicher die Fahnenstange noch nicht erreicht." 

Schiedsrichter sorgt für Unmut 

Die Bayern profitierten allerdings auch von der Tatsache, dass José Mourinho nach Özils Ausgleich lediglich das Ergebnis verwalten wollte und der blasse Ronaldo nur selten in Szene gesetzt wurde. Ob die mäßige Leistung des Superstars darauf zurückzuführen ist, dass aus der Kabine der Madrilenen das Schuhwerk des Portugiesen gestohlen wurde? Wohl kaum. Vielmehr wollte man die Kräfte schonen für den Clasico gegen den FC Barcelona am Wochenende. Der Schuss ging jedenfalls aus Sicht der Gäste nach hinten los.

Für jede Menge Diskussionsstoff sorgte Schiedsrichter Howard Webb, der auf beiden Seiten unglückliche Entscheidungen fällte. Bei der Bayern-Führung stand Luiz Gustavo im Abseits und irritierte Real-Keeper Iker Casillas. Das Tor hätte nicht zählen dürfen. Dagegen verweigerte er den Münchnern einen Elfmeter, als Gomez im Strafraum in die Zange genommen wurde. Warum der Referee des WM-Endspiels 2010 bei den beiden Fouls von Sergio Ramos und Marcelo an Thomas Müller nur Gelbe und nicht die Rote Karte zückte, wird wohl immer sein Geheimnis bleiben.

Müller kontert Özil 

Trotz der Niederlage gehen die Real-Protagonisten wie selbstverständlich vom Erreichen des Endspiels aus. "Es ist kein schlechtes Ergebnis, es ist ein normales. Die Mannschaft ist in der Lage das zu drehen", sagte Mourinho. "Ich glaube, dass wir das Rückspiel gewinnen. Zuhause sind wir einen Tick stärker", sagte Özil und verabschiedete sich von den Reportern mit den Worten: "Wir sehen uns wieder in München." Die Bayern sind also gewarnt. Thomas Müller weiß ohnehin schon, was auf ihn und seine Kollegen zukommen wird: "In Bernabeu weht noch mal ein anderer Wind, da fallen sogar Pfosten von alleine um." 

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