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FC Bayern München: Die Folgen aus dem Chelsea-Drama

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FC Bayern: Die Folgen aus dem Chelsea-Drama

21.05.2012, 09:10 Uhr | t-online.de

FC Bayern München: Die Folgen aus dem Chelsea-Drama. Bayern-Präsident Uli Hoeneß macht sich Gedanken um die Zukunft des FC Bayern. (Quelle: imago)

Bayern-Präsident Uli Hoeneß macht sich Gedanken um die Zukunft des FC Bayern. (Quelle: imago)

Aus München berichtet Thomas Tamberg

Nein, natürlich wird der FC Bayern nicht an der dramatischen Niederlage im Finale der Champions League gegen den FC Chelsea zerbrechen. Dafür ist der Verein viel zu groß, viel zu erfahren, viel zu reich. Kurz: In allen Bereichen viel zu gut aufgestellt. Dennoch wird die legitime Nachfolgerin der Mutter aller Niederlagen von 1999 an den Grundfesten des Klubs rütteln. Kurzfristig müssen die Bayern-Fans sogar befürchten, dass es noch schlimmer wird. Es droht eine Saison des Umbruchs, eine weitere Spielzeit ohne Titel, in der vielleicht sogar um die Qualifikation für die Königsklasse gezittert werden muss.

Uli Hoeneß biss sich gleich mehrmals auf die Lippen, als er nach der Pleite gegen Chelsea um eine Einschätzung der Situation gebeten wurde. Man müsse das erst einmal setzen lassen, sagte der Klub-Präsident. Doch zwischen den Zeilen ließ er dann doch tief blicken. "Ich habe heute keinen Jens Jeremies gesehen, der schon beim Einlaufen den Gegner in die Waden beißt", sagte Hoeneß und deutete damit an, dass er mit dem Charakter der Mannschaft nicht einverstanden ist. (Interview: Hoeneß rückt von der Mannschaft ab)

Wen meint Hoeneß genau?

Wen er damit gemeint hat, sagte er nicht. Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger etwa? Die in der Saison so vehement ihren Führungsstil mit flachen Hierarchien verteidigt hatten gegenüber Typen wie Oliver Kahn und Stefan Effenberg, aber gegenüber den beiden Ex-Profis eben immer noch dem großen Titel hinterherhecheln. Oder meinte er Franck Ribéry und Arjen Robben, die mit ihrem divenhaften Verhalten für Schlagzeilen gesorgt hatten, im entscheidenden Moment sich aber nicht durchsetzen konnten und gar Elfmeter verballerten. Oder meinte Hoeneß die Indianer-Fraktion um Timoschtschuck, Olic, van Buyten, Pranjic, Petersen und Co., die möglicherweise nicht an die Helden von damals (Fink, Jeremies, Tarnat, Jancker, Salihamidzic) heranreichen?

Die Antwort ließ Hoeneß offen. Vielleicht liegt sie irgendwo in der Mitte. Aber klar ist, dass sich etwas ändern wird beim FC Bayern. Als er gefragt wurde, ob diese durchaus noch junge Mannschaft nicht genügend Perspektive habe, die Champions League doch noch zu gewinnen, stellte er sich nicht vor das Team. "Da muss ich für mich noch zu einer Erkenntnis kommen", sagte er bemüht vorsichtig. Hoeneß weiß, jetzt ist nicht der Zeitpunkt, den Holzhammer herauszuholen.

Welche Maßnahmen ergreift der Klub?

Was passiert nun in der kommenden Saison beim Rekordmeister? Aufgrund der EM 2012 wird Jupp Heynckes keine optimale Vorbereitung absolvieren können. Viele Spieler kommen mental und körperlich völlig ausgelaugt zurück. In Jahren nach großen Turnieren hat der Klub aufgrund seiner vielen Nationalspieler traditionell Probleme. Dazu kommt jetzt auch noch das Chelsea-Trauma. Missglückt der Saisonstart, könnten die altbekannten Charakter-Probleme schnell und vor allem potenziert wieder auftreten. 

Daher wird man in München versuchen, im letzten Jahr unter Trainer Jupp Heynckes die Weichen für die Zukunft zu stellen. Das Experiment mit Jürgen Klinsmann ist zwar einstmals grandios gescheitert, doch mit den daraus gesammelten Erfahrungen könnte im Sommer 2013 eine Variante Klinsi-Light folgen. Schließlich gilt es auch national dem aktuellen Branchenprimus Borussia Dortmund endlich wieder zu überholen. Dazu benötigt man mehr denn je einen Plan und nicht nur gute Einzelspieler.

Millionen-Einnahmen aus der Champions League

Zwar ist die Kriegskasse mit den 59 Millionen Euro, die der FC Bayern allein in der abgelaufenen Champions League-Saison eingespielt hat, gut gefüllt, doch verrückte Sachen wie einst mit den Einkäufen von Luca Toni und Ribéry wolle Hoeneß nach eigener Aussage nicht machen. Vielmehr dürfte er in Zukunft auf Charakterköpfe setzen.

Die strategische Neuausrichtung, die Diskussion über den Heynckes-Nachfolger dazu der Kaderumbau, all das dürfte die kommende Saison überlagen und für zusätzliche Unruhe sorgen. Es wartet ein schweres Jahr auf die Münchner. Während ein Sieg gegen Chelsea den Mantel der Glücksseligkeit über den Klub gelegt hätte, wird die Niederlage den Umbau deutlich forcieren. So gesehen hat die Pleite gegen die Briten auch etwas Positives.

Klare Ansage für die Zukunft

Als sich nach dem Champions League-Sieg 2001 der gesamte Klub in eine Wohlfühloase verwandelte und auch die sportlichen Leistungen immer dünner wurden, platzte Hoeneß nach knapp einem Jahr der Kragen. Er werde jetzt jeden Stein zweimal umdrehen, polterte er damals. Ähnliches steht dem FC Bayern 2012 wohl wieder einmal bevor. Großen Interpretationsspielraum lässt seine Aussage jedenfalls nicht zu. Hoeneß: "Wir können nicht sagen, alles ist in Ordnung, wenn wir dreimal Zweiter sind. Ich bin nicht derjenige, der das so hinnimmt. Einmal kann das passieren, aber zweimal, dreimal..."

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