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Tor-Phänomen Falcao fasziniert Europa

01.09.2012, 09:37 Uhr | dpa

Tor-Phänomen Falcao fasziniert Europa. Falcao nahm die berühmter Chelsea-Abwehr auseinander.

Falcao nahm die berühmter Chelsea-Abwehr auseinander. (Quelle: dpa)

Monte Carlo (dpa) - Eingehüllt in eine Fahne Kolumbiens, hielt Radamel Falcao den Spielball geradezu liebevoll in seinen Händen. Nach dem vielleicht besten Spiel seiner ungewöhnlichen Karriere wollte Europas Tor-Phänomen einfach nur den Augenblick genießen.

Alle Fragen nach einem möglichen Mega-Transfer oder einem kontinentalen Wettbieten tat der Stürmer mit einem sanften Lächeln ab. "Ich weiß, dass im Sommer viele englische Clubs genannt wurden. Atlético hat viel getan, um mich zu halten. Diese Bemühungen wurden heute belohnt", sagte Falcao nach seiner Hattrick-Gala für Atlético Madrid im Supercup gegen den FC Chelsea.

Die Atlético-Chefs dürften dennoch sehr erleichtert sein, dass das Transferfenster justament wenige Stunden nach dem 4:1-Sieg auch auf der Insel geschlossen wurde. "Es ist gut, dass das Spiel am 31. August war und nicht am 25.", sagte Trainer Diego Simeone vieldeutig. Gut möglich, dass ansonsten Chelsea-Eigentümer Roman Abramowitsch auf seiner Jacht im Hafen von Monte Carlo über ein unmoralisches Angebot nachgedacht oder sogar spontan sein locker sitzendes Scheckheft gezückt hätte. Niemand im Stade Louis II konnte sich erinnern, dass eine Chelsea-Abwehr von einem einzigen Spieler einmal so gedemütigt wurde wie von Falcao.

Der "Tiger" biss gleich dreimal innerhalb von 39 Minuten zu. Damit sicherte der Kolumbianer Atlético den zweiten Sieg im Supercup nach 2010 und schrieb seine unglaubliche Story vom Mr. Europacup zum Mr. Supercup fort. Im spanischen Liga-Alltag steht er im Schatten der Superstars des FC Barcelona und von Real Madrid. Aber auf Europas Fußball-Bühne trumpft der 26-Jährige auf geradezu unbeschreibliche Art immer wieder auf.

Mit 17 Toren für den FC Porto in der Europa League 2010/2011 - inklusive Siegtor im Finale gegen Braga - übertraf er den Rekord von Jürgen Klinsmann aus dem Jahr 1996. 12 Tore für Atlético im gleichen Wettbewerb in der folgenden Saison, darunter zwei Finaltreffer beim 3:0 gegen Bilbao folgten.

"Wir kannten ihn vorher. Wir wussten, dass er ein fantastischer Stürmer ist", gestand ein zerknirschter Chelsea-Coach Roberto di Matteo. Das Phänomen Falcao in Worte zu fassen, fiel sogar Simeone schwer: "Ich bin sprachlos, ich kann es nicht beschreiben. Was er macht, ist unglaublich. Er wächst mit dem Druck. Er ist ein feiner Junge."

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