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Endlich ein BVB-Erfolgserlebnis auf großer Bühne

19.09.2012, 12:38 Uhr | dpa

Endlich ein BVB-Erfolgserlebnis auf großer Bühne. Die BVB-Spieler feiern Matchwinner Robert Lewandowski.

Die BVB-Spieler feiern Matchwinner Robert Lewandowski. (Quelle: dpa)

Dortmund (dpa) - Erst nach dem Schlusspfiff konnte auch Mats Hummels wieder lachen. Schnurstracks lief er auf Matchwinner Robert Lewandowski zu und schloss ihn in die Arme. "Ich habe mich bei ihm bedankt", verriet der Manndecker, der wenige Minuten zuvor einen Elfmeter verschossen hatte.

Dank des Treffers des Polen drei Minuten vor dem Ende blieb Borussia Dortmund ein weiteres bitteres Déjà-vu-Erlebnis in der Champions League erspart. "Wir stehen nicht so blöd da wie letztes Jahr", kommentierte Hummels erleichtert, "endlich haben wir uns als bessere Mannschaft mal belohnt."

Anders als beim frühen Knockout 2011 verfiel die Borussia trotz zahlreicher vergebener Chancen nicht in Hektik. Das wertete Sebastian Kehl als Indiz für gewachsene Reife: "Wir haben uns selbst bewiesen, dass wir auch Europa können - auch den Journalisten." Sichtlich genervt forderte der Kapitän ein Ende des öffentlichen Wehklagens über fehlende internationale Klasse: "Ich habe die Schnauze voll, darüber zu reden, was beim letzten Mal alles schiefgelaufen ist. Lasst uns doch einfach einen Haken unter die Sache machen."

Mit dem hart erkämpften Erfolg über den vermeintlich leichtesten Gruppengegner schuf die Borussia eine gute Basis für die Partien bei Manchester City und gegen Real Madrid. Doch ähnlich wie Kehl warnte Jürgen Klopp davor, den Pflichtsieg über die spielstarken Niederländer überzubewerten. Auch der Trainer weiß, dass die eigentlichen Reifeprüfungen noch bevorstehen: "Wir sind zum ersten Mal in unserer jüngeren Champions-League-Geschichte Tabellenzweiter. Das fühlt sich besser an. Aber wir leiten daraus nichts ab."

Alle Beteiligten tun gut daran, demütig zu bleiben. Denn lange Zeit sah es so aus, als könne sich Geschichte wiederholen. Zwar erspielte sich der BVB Feldvorteile, vergab aber erneut zu viele Torchancen. Vor allem beim verschossenen Elfmeter von Hummels wurden Erinnerungen an frühere internationale Auftritte wach. "Eine Katastrophe", gestand Hummels, "wenn der Torwart den Elfer mit den Füßen stoppen könnte, darf man darüber nachdenken, beim nächsten Mal anders zu schießen."

Dank Torhüter Roman Weidenfeller, der sein Team laut Klopp mit "drei Weltklasse-Paraden" im Spiel hielt, und Lewandowski blieb der Meister im Soll. Wie schon beim 3:0 über Leverkusen drei Tage zuvor traf der unermüdlich kämpfende polnische Nationalspieler in den Schlussminuten. Klopp bedachte den Torschützen mit einem Extralob: "Die Nerven muss man haben, den Gegner so auszuspielen und das Ding dann zu versenken."

Lewandowski trug damit in tragender Rolle dazu bei, dass der Trainer für seinen Mut belohnt wurde. Erstmals in dieser Saison beorderte Klopp das Zauberduo Marco Reus und Mario Götze in die Startformation. In den bisherigen drei Bundesligaspielen hatten die beiden Edeltechniker nur ganze 30 Minuten gemeinsam auf den Platz gestanden.

Gegen Ajax ließ Götze erneut erkennen, dass er nach langer Zwangspause auf gutem Weg zu alter Klasse ist. Zudem empfahl er sich für weitere Einsätze auf der Position des Spielmachers. Der Jungstar kommentierte den Sieg mit dem Pragmatismus eines Routiniers: "Was zählt, sind die Punkte. Aber die Gegner werden nicht schwächer."

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