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Schalke gegen Montpellier nur 2:2

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Schalke gegen Montpellier nur 2:2 - Draxler im Pech

03.10.2012, 22:44 Uhr | dpa

Schalke gegen Montpellier nur 2:2. An der Seitenlinie wird Julian Draxler schnell versorgt, bevor er ins Krankenhaus muss.

An der Seitenlinie wird Julian Draxler schnell versorgt, bevor er ins Krankenhaus muss. (Quelle: dpa)

Gelsenkirchen (dpa) - Erst gezaubert, dann schwer verletzt: Jungstar Julian Draxler war beim unnötigen 2:2 (1:1) des FC Schalke 04 gegen Montpellier HSC der tragische Held.

Der 19-Jährige erzielte im zweiten Gruppenspiel seinen ersten Treffer in der Fußball-Königsklasse (26. Minute) und holte mit einem atemberaubenden Solo den Elfmeter heraus, den Klaas Jan Huntelaar (53.) zum 2:1 für S04 verwandelte. Doch der Champions-League-Abend endete bitter für Königsblau.

Draxler verletzte sich bei der Aktion schwer und musste mit einem Bruch des linken Unterarms sofort ins Krankenhaus. Sein Gegenspieler Garry Bocaly sah für das Foul die Rote Karte. Die Franzosen waren durch ein Tor von Karim Ait Fana (13.) in Führung gegangen und nutzten die Schalker Sorglosigkeit in Unterzahl zum Ausgleich vor 50 004 Zuschauern durch Souleymane Camara in der Schlussminute.

"Wir hätten das Spiel nach Hause bringen müssen. So einfach ist das", sagte Schalke-Coach Huub Stevens. "Das ist bitter. Was soll man dazu sagen? Wir spielen eigentlich gut und können nicht gewinnen", sagte der konsternierte Kapitän Benedikt Höwedes. "Wir waren zu ängstlich", monierte Huntelaar. "Und dann fängt das Publikum an zu pfeifen. Das verunsichert die Mannschaft", sagte der Stürmer.

Einen Ausrutscher leistete sich Gäste-Coach René Girard, der nach einigen heftigen Disputen mit Stevens kurz vor Schluss in Richtung des Schalke-Coachs den Stinkefinger zeigte.

Schalke verpasste den vierten Heimerfolg im vierten Spiel gegen eine französische Mannschaft und reist mit vier statt der möglichen Maximal-Ausbeute von sechs Punkten zum Spitzenspiel der Gruppe B am 24. Oktober beim FC Arsenal nach London. Die Fans schienen durch den couragierten Auftritt nach dem unnötigen 2:2 in Düsseldorf wieder versöhnt, doch dann gab es das bittere Ergebnis-Déjà-Vu.

Kampf und Leidenschaft hatten die Schalker nach der Remis-Enttäuschung versprochen. Doch erstmals herrschte Phlegma. Jefferson Farfan - der nach seiner Knöchelblessur zunächst nur auf der Bank saß - fehlte als Impulsgeber. Und die Franzosen nutzten die Anfangslethargie eiskalt aus. Nach Pass von Remy Cabella schlenzte Ait Fana von der Strafraumgrenze ins lange Eck.

Der zuletzt unzufriedene Draxler war es, der danach die Signale zum Aufbruch gab. Ein Schuss (15.) wurde von HSC-Torwart Geoffrey Jourdren pariert. Nach Pass von Teemu Pukki - der etwas überraschend in der Startelf stand - verzog er aus spitzem Winkel knapp (19.). Kurz darauf klappte es besser: Nach Traumpass von Huntelaar umkurvte er Jourdren und schob lässig ein.

Nun hatte Schalke das Spiel besser im Griff. Die technisch versierten Franzosen wurden früher attackiert. Kyriakos Papadopoulos (39.) per Kopfball und Pukki (43.) boten sich Chancen zur Führung.

In der zweiten Halbzeit setzte Schalke sofort nach. Pukkis (47.) Schuss wurde von Jourdren entschärft. Dann klärte der Schlussmann vor Benedikt Höwedes (49.). Minuten später setzte Draxler zu einem Zaubersolo an. Vier Franzosen ließ der zweifache Nationalspieler stehen. Dann stoppte ihn Bocaly per Notbremse.

Bitter: Draxler fiel auf den linken Unterarm und musste mit schmerzverzerrtem Gesicht ausgewechselt werden. Die Handzeichen der Ärzte verhießen sofort nichts Gutes. Die Diagnose kam wenig später. Stevens hofft, dass Draxler in drei Wochen wieder spielen kann.

Huntelaar behielt beim Elfmeter die Nerven und verwandelte nach seinem Fehlschuss in Piräus diesmal sicher. Letzte Zweifel am Sieg hätte Huntelaar bei einer Großchance (89.) vertreiben können, doch er verzog freistehend. Auch Affelay vergab kurz vor Schluss - und dann kam der späte Nackenschlag.

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