Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball > Champions League >

Champions League: Und BVB Borussia Dortmund kann doch Europa

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Mats Hummels: "Können gegen jeden Gegner der Welt bestehen"

04.10.2012, 09:02 Uhr

Champions League: Und BVB Borussia Dortmund kann doch Europa. Marco Reus klatscht mit seinem Teamkollegen Lukas Piszczek ab. (Quelle: AP/dpa)

Marco Reus klatscht mit seinem Teamkollegen Lukas Piszczek ab. (Quelle: AP/dpa)

Aus Manchester berichtet Patrick Brandenburg

Der tragische Held des Abends war untröstlich: Neven Subotic hangelte sich in der engen Mixed Zone in den Katakomben des Etihad-Stadions von Manchester von einer Station zur nächsten und erzählte immer wieder seine Version der Geschichte: "Was für ein Alptraum! Was soll ich denn machen? Mir den Arm abschneiden?"

Das unabsichtliche Handspiel des Abwehrspielers hatte Borussia Dortmund in letzter Minute den Sieg bei Manchester City geraubt. Dabei hatte der BVB nach einem der besten Spiele der jüngeren Champions-League-Geschichte doch so viel mehr verdient als nur ein 1:1.

Champions-League-Video 
Subotic: "Da kann ich gar nichts machen"

Neven Subotic kritisiert die Elfmeterentscheidung. Trotz des späten Ausgleichs sind... zum Video

Keeper-Wettstreit auf höchstem Niveau

"Die Partie hätte auch 8:6 ausgehen können“, sagte Subotic. Nach einem denkwürdigen Europapokalabend beim englischen Meister schwankte er wie alle seine Teamkollegen zwischen dem Stolz auf eine überragende Leistung und dem faden Gefühl, zwei Punkte in der Monstergruppe D liegen gelassen zu haben. Das mit den 14 möglichen Toren war noch nicht einmal eine der üblichen Übertreibungen des aufgeblasenen Fußballgeschäfts.

Alleine im ersten Durchgang, als sich beide Teams noch auf einem Niveau bewegten, hätten acht Tore fallen müssen, gleichmäßig verteilt auf beide Mannschaften. Doch weil sich die beiden Keeper einen Wettstreit auf höchstem Niveau lieferten, ging die Partie mit der wohl ansehnlichsten Nullnummer der Champions-League-Gruppenphase in die Pause. Auf die Frage, ob er schon mal eine so gute Torwartleistung gesehen hatte wie die von City-Keeper Joe Hart, antwortete BVB-Trainer Jürgen Klopp völlig angemessen: "Ja, die von Roman Weidenfeller heute.“

Klopp mit Händchen für die richtige Aufstellung

Während Englands Nationalkeeper im Minutentakt Riesenchancen von Mario Götze und Ilkay Gündogan vereitelte und dabei den Ball unter anderem zwei Mal mit den Fingerspitzen an die Latte oder den Pfosten lenkte, hatte Weidenfeller mit drei außergewöhnlichen Reaktionen gegen Argentiniens Superstar Sergio Agüero und Spaniens Weltmeister David Silva die Oberhand behalten. Außerdem besaß der BVB-Torhüter gegen Letzteren noch das Glück des Tüchtigen. Alleine diese erste Halbzeit war so vollgepackt mit Aktionen, dass es jede Champions-League-Zusammenfassung sprengte. Der erstaunten Kulisse im Etihad fiel kollektiv die Kinnlade runter.

Für die fast dreitausend mitgereisten Fans des BVB wurde es nach der Pause sogar noch besser und endgültig zu einem Groundhopping mit Kultstatus, von dem die Anhänger noch in Jahren erzählen werden wie vom ersten Kuss. Denn ihre schwarz-gelben Helden übernahmen gegen die Millionentruppe aus Manchester vollständig die Initiative und spielten die Citizens zeitweise an die Wand. Der Einsatz von Sven Bender, der kurzfristig anstelle von Kapitän Sebastian Kehl in die Startelf gerückt war und sein sein erstes Saisonspiel von Beginn an bestritt, war ein Volltreffer. Genau wie der überraschende Wechsel von Rechtsaußen Jakub Blaszykowski in die Mitte. Spätestens im zweiten Durchgang ging Klopps Plan komplett auf, mit dem defensivstärkeren Polen im Zentrum für zusätzliche Sicherheit zu sorgen, während Götze und Reus auf den Flügeln ihre Offensivstärken ausspielten.

City-Trainer Mancini zieht den Hut vorm BVB

Der BVB konnte sein unbarmherziges Pressing erstmals erfolgreich nach Europa exportieren. "Wenn du nicht mit allen Spielern rennst und verteidigst wie der BVB, wird es schwierig", zog sogar City-Trainer Roberto Mancini den Hut. Der Italiener musste mit ansehen, wie die Gäste plötzlich im Stil einer Heimmannschaft auftraten. "So viele Torchancen wie wir hat wohl lange keine Mannschaft mehr hier gehabt", sagte Nationalverteidiger Mats Hummels, der mit Verdacht auf einen eingeklemmten Nerv vorzeitig das Schlachtfeld verlassen musste und später durch die Stadionkatakomben humpelte.

Mit dem Führungstor durch Marco Reus nach gut einer Stunde wurde der Traum greifbar, in der schwierigsten Gruppe der Champions League punktgleich mit Real Madrid an der Spitze zu stehen. Erst das Last-Minute-Handspiel von Subotic ließ den Traum platzen. Den Elfmeter, den der gerade eingewechselte Deutschland-Schreck Mario Balotelli sicher verwandelte, musste man nicht pfeifen. Aber vermutlich wird er in 95 Prozent aller Fälle gegeben, überall auf der Welt. Schließlich blockte der Arm des Dortmunders deutlich sichtbar einen Schuss der Engländer ab.

Hummels: "Können gegen jeden Gegner der Welt bestehen"

Es spricht für den Deutschen Meister, dass er sich mit der höchst umstrittenen Entscheidung des tschechischen Referees Pavel Kravolec recht schnell anfreundete. "Wir hatten genügend Chancen, vorher den Sack zuzumachen", gab Reus zu. Der Torschütze hatte im Eins-gegen-Eins mit Hart genauso die Möglichkeit zum zweiten BVB-Treffer wie Gündogan. Auch Stürmer Robert Lewandowski ließ zwei Großchancen fahrlässig liegen. Statt zu lamentieren, zogen die BVB-Akteure aber lieber Positives aus der Partie.

So wie Hummels: "Wir haben gezeigt, dass wir gegen jeden Gegner der Welt bestehen können." Nach der Kritik am Desaster der vergangenen Königsklassen-Kampagne war es für die Dortmunder eine Genugtuung, auf der großen Bühne geglänzt zu haben. "Heute haben wir alle widerlegt, die fast schon gehässig behaupteten, wir könnten Europa nicht", diktierte BVB-Chef Hans-Joachim Watzke zufrieden in die Mikrofone und entschwand doch mit gemischten Gefühlen in die nordenglische Nacht.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Rutschpartie des Jahres 
Selbst der Schneepflug scheitert an diesem Hügel

Das Video begeistert schon mehr als 22 Millionen Menschen im Internet. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

Shopping
Macht den Kaffeemoment zur besten Zeit des Tages

Siemens Kaffeevollautomat der EQ Serie: Erfahren Sie vollendeten Kaffeegenuss. von OTTO

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal