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FC Malaga überrascht gegen Porto die gesamte Champions League

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Santa Cruz versetzt sogar Antonio Banderas in Ekstase

14.03.2013, 14:44 Uhr | dpa

FC Malaga überrascht gegen Porto die gesamte Champions League. Roque Santa Cruz (r) bejubelt mit seinen Teamkollegen das 2:0 für Malaga.

Roque Santa Cruz (r) bejubelt mit seinen Teamkollegen das 2:0 für Malaga. (Quelle: dpa)

Spanien ist aus dem Häuschen: Der FC Malaga steht im Viertelfinale der Champions League. Kaum einer hatte die Spanier zu Beginn der Saison auf dem Zettel. Als der ehemalige Bayern-Spieler Roque Santa Cruz den entscheidenden Siegtreffer erzeilt hatte, hielt es einen prominenten Fan im Stadion nicht mehr auf dem Sitz.

Hollywoodstar Antonio Banderas war verzückt. Nachdem der frühere Bayern-Stürmer Roque Santa Cruz Außenseiter FC Málaga erstmals ins Viertelfinale der Champions League katapultiert hatte, sprang Banderas am Mittwochabend mit Club-Schal und -Mütze auf der Tribüne begeistert auf.

Bei vielen der 30 000 Zuschauer im ausverkauften La-Rosaleda-Stadion flossen nach dem 2:0 (1:0) gegen den FC Porto im Achtelfinal-Rückspiel gar Tränen der Freude. "Das ist spektakulär, Fiesta pur. So etwas Ähnliches habe ich nur bei einer WM erlebt", sagte der seit Sommer 2012 von Manchester City ausgeliehene Santa Cruz, der mit dem deutschen Rekordmeister 2001 immerhin schon den Titel in der Königsklasse gewonnen hatte.

Vier Minuten nach seiner Einwechslung hatte Santa Cruz mit seinem Tor (77.) das Weiterkommen sichergestellt. Die Fans in Málaga jubelten auf den Straßen bis in die frühen Morgenstunden, ganz Mutige sprangen ins noch kalte Mittelmeer. Den Erfolg des mit schlimmen Finanzproblemen kämpfenden Fußball-Zwergs feierten die spanischen Medien derweil als "Wunder". "Meisterwerk" titelte groß auf Seite eins die Sportzeitung "Mundo Deportivo", das Konkurrenzblatt "AS" taufte den Club in "Supermálaga" um und "El País" schrieb: "Santa Cruz hat Málaga die Himmelspforten geöffnet". Besondere Freude bereitete die Tatsache, dass nach den schlechten Hinspiel-Ergebnissen doch noch drei der vier Teams der Primera División (neben Málaga auch Real Madrid und der FC Barcelona) weiterkamen. "Spanien beherrscht Europa", war oft zu lesen.

Dabei hatte es am Anfang für das Team um mehrere woanders bereits abgeschriebene Altprofis wie Santa Cruz, dessen ehemaligem Bayern-Mitstreiter Martín Demichelis (32), Javier Saviola (31) und viele Nobodys ganz schlecht ausgesehen. Portugals Meister Porto, bereits zweimal Sieger der Königsklasse (1987, 2004), war in den ersten 35 Minuten dank der Übersicht von Joao Moutinho die klar bessere Elf.

Nachdem Schiedsrichter Nicola Rizzoli aber in der 38. Minute ein korrektes Tor der Hausherren durch Saviola wegen angeblichen Fouls an Torwart Helton aberkannte, platzte irgendwie der Knoten. Schon fünf Minuten später brachte das jüngst zum Golden Boy, zum besten U 21-Profi Europas gewählte "Wunderkind" Isco (20) Málaga in Führung. Als Moutinho in der Pause verletzt ausschied, Portos Belgier Steven Defour nach blödem Foul auch noch Gelb-Rot sah (48.) und die Fans das Stadion endgültig in einen Hexenkessel verwandelten, war das zweite Tor der wild anstürmenden Südspanier nur noch eine Frage der Zeit.

Der Erfolg war von den größten Optimisten nicht vorauszusehen. Málaga ist in Spanien seit jeher eine typische "Fahrstuhlmannschaft", die daheim nicht einen einzigen Titel (auch nicht im Pokal) geholt hat. Als Ölscheich Abdullah Bin Nasser Al Thani aus Katar im Mai 2010 den Club für 25 Millionen Euro kaufte, schienen bessere anzubrechen. Seitdem Al Thani aber vor einigen Monaten verschwand und den Geldhahn zudrehte, können die Schulden nicht mehr beglichen werden. Wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay wurde der Club nächste Saison aus den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Zwei Leistungsträger, Diego Buonanotte und der spanische Nationalspieler Nacho Monreal, verließen im Winter im Zuge der Krise den Verein.

Mit dem Erfolg wird man nun aber wieder mutiger. "Wir wollen jetzt auch das Halbfinale erreichen", sagte der chilenische Trainer Manuel Pellegrini, der 2006 bereits einen anderen spanischen Champions-League-Neuling, den FC Villarreal, in die Vorschlussrunde geführt hatte. Santa Cruz verriet unterdessen das Erfolgsrezept ("Die Kameradschaft im Team macht es") und forderte frech seinen früheren Verein heraus. "Mir würde es nichts ausmachen, nun gegen die Bayern spielen zu müssen."

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