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Juve - Bayern: Conte zeichnet düstere Zukunft für Italiens Fußball

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Conte beklagt nach Juve-Aus Stillstand

11.04.2013, 14:51 Uhr | dpa

Juve - Bayern: Conte zeichnet düstere Zukunft für Italiens Fußball. Antonio Conte fürchtet mehr als den Verlust eines Spiels.

Antonio Conte fürchtet mehr als den Verlust eines Spiels. (Quelle: dpa)

Rom (dpa) - Nach dem Viertelfinal-Aus gegen den FC Bayern zeichnete Antonio Conte eine düstere Zukunft für Italiens Fußball. Zu absehbar war das Ausscheiden gegen die Münchner, zu klar die Unterlegenheit von Juventus Turin, so dass der Coach einen langen Stillstand für die Serie A prophezeite.

"Ich sehe keine Möglichkeit für einen Erfolg einer italienische Mannschaft in der Champions League für viele Jahre. Es ist eine große Lücke entstanden", sagte der 43-Jährige und analysierte nüchtern die 0:2-Heimniederlage. "Die Lücke zu den Bayern ist da. Wir sind aus unserem Traum aufgewacht."

Das Ende der Titel-Hoffnung für den letzten italienischen Vertreter in der Königsklasse war spätestens nach dem 0:2 im Hinspiel in München keine Überraschung mehr. "Traum geplatzt. Bayern zu stark", kommentierte die Turiner Tageszeitung "La Stampa". "Im Hin- und Rückspiel hat jeder die Distanz gesehen", urteilte "La Repubblica". "Juventus geht von der Bühne der Champions League und um ehrlich zu sein, es ist richtig so", schrieb "Tuttosport". "Zu viel für diese Mannschaft, die in der Meisterschaft oben thront, aber in Europa noch wachsen muss."

Und auch die Spieler erkannten die Überlegenheit des deutschen Rekordmeisters an. "Wir müssen noch viel arbeiten, um dieses Niveau zu erreichen", gab Verteidiger Andrea Barzagli zu. Nachdem das Team nach Abpfiff lautstark von seinen Anhängern gefeiert worden war, meinte auch Torhüter Gianluigi Buffon: "Wir sind nicht traurig, denn wir haben alles aus unseren Möglichkeiten gemacht und es hat nicht gereicht."

Italien sorgt sich deshalb um die internationale Konkurrenzfähigkeit seiner Vereine. "Ciao Juve, Italia kaputt", titelte die "Gazzetta dello Sport". Nach dem Titelgewinn von Inter Mailand 2010 steht zum dritten Mal in Serie keine italienische Mannschaft mehr im Halbfinale der Königsklasse. Das gab es in der Geschichte der Champions League nur einmal, von 2000 bis 2002.

"Der italienische Fußball ist zum Stillstand gekommen, das muss allen klar sein", analysierte Conte. "Im Ausland investieren sie, bei uns spricht man über Schiedsrichter und die Frauen, mit denen die Spieler ausgehen." In der italienischen Serie A führt der Rekordmeister zwar souverän mit neun Punkten Vorsprung die Tabelle an, für die Champions League reichte das aber trotz aller Kampfansagen vor dem Spiel gegen den FC Bayern nicht. "Jetzt wissen wir, dass noch ein harter und langer Weg vor uns liegt. So landet man wieder auf dem Boden der Tatsachen", urteilte der 43-Jährige.

Der Trainer sieht einen Grund für das Scheitern auch in den fehlenden finanziellen Mitteln der italienischen Clubs. "Wenn du Geld hast, nimm es, kaufe und gewinne. Wenn nicht, braucht man Geduld", forderte er. Der gesamte Fußball im Land des viermaligen Weltmeisters habe einen Wandel bitter nötig. "Ich glaube, dass wir alle zusammen den italienischen Fußball ändern müssen", forderte Conte. "Und wenn ich alle sage, denke ich an uns, an die Gesellschaft, an die Fans, an die Medien, an die Institutionen. Ansonsten funktioniert es nicht."

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