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Champions League: Deswegen ist das Finale langweilig

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Es hätte ein schöner Abend werden können

24.05.2013, 21:37 Uhr | t-online.de

Champions League: Deswegen ist das Finale langweilig. Der FC Bayern und der BVB kämpfen um den Champions-League-Titel. (Quelle: dpa)

Der FC Bayern und der BVB kämpfen um den Champions-League-Titel. (Quelle: dpa)

Von Mark Weidenfeller

Am 25. Mai treffen sich der FC Bayern München und Borussia Dortmund zum nationalen Kräftemessen auf der ganz großen Bühne. Die beiden deutschen Teams stehen sich im Londoner Wembley-Stadion im Kampf um die Champions-League-Krone gegenüber. Es kommt zu dem Spiel, auf das ganz Fußball-Deutschland offenbar seit Jahren gewartet hat. Ganz Fußball-Deutschland? Nein. Denn ich hätte mir ein anderes Endspiel gewünscht - ich weiß nämlich nicht, zu wem ich halten soll.

Und dieses Dilemma hat einen einfachen Grund: Ich weiß nicht, wem ich den Titel weniger gönne. Oder positiv ausgedrückt: Ich kann einfach keinem der beiden Teams die Daumen drücken. Es gibt für mich keinen Protagonisten und keinen Antagonisten. Folglich ist das Finale für mich in etwa so spannend wie der Wetterbericht von vorgestern. Ich fürchte mich vor Langeweile.

Die Qual der Wahl

Sicher: Das Spiel verspricht viel Brisanz. Ich freue mich auch darüber, dass endlich wieder einmal ein Titel nach Deutschland geht. Aber das war es dann auch schon. Die Luft ist nach den erfolgreich bestrittenen Halbfinal-Partien gegen Barca und Real für mich völlig raus. Im letzten Jahr war das anders. Da habe ich bis zur letzten Sekunde mitgefiebert und war regelrecht geschockt, als Bastian Schweinsteiger den Elfmeter versiebte.

Denn auch ich gehöre zu den Fans, die dem FC Bayern auf nationaler Ebene die Pest an die Füße wünschen und international zu FCB-Fans mutieren. Ähnlich verhält sich das aber auch bei Borussia Dortmund. Ich kann diese Mannschaft nicht leiden. Wenn ich Jürgen Klopp an der Seitenlinie sehe, klappen sich meine Zehennägel hoch. Diese vollkommen überdrehte und teilweise besserwisserische Art finde ich einfach unsympathisch.

Trotzdem habe ich bei diesem unfassbaren 3:2-Sieg gegen Malaga laut gejubelt - und mich danach geschämt. Das mag alles opportunistisch sein. Aber ich glaube, dass ich damit nicht alleine bin. Dieser Fan-Patriotismus steckt wohl in vielen, und ich finde es auch vollkommen in Ordnung, den Bundesliga-Teams in der Champions League oder Europa League die Daumen zu drücken. Zur Not kann man ja die UEFA-Fünfjahreswertung als Ausrede vorgeben.

Der Drops ist gelutscht

Doch damit ist es jetzt vorbei. Die Punkte sind eingefahren, die Bundesliga kann sich zumindest für ein Jahr als stärkste Liga Europas fühlen. Bleibt die Frage nach dem Sieger. Zugegeben: Schweinsteiger, Philipp Lahm, Thomas Müller und Co. hätten den Titel verdient. Alleine mit Blick auf die WM 2014 wäre es enorm wichtig, dass diese Spieler endlich vom Druck, einen großen Titel gewinnen zu müssen, befreit werden.

Doch leider spielen sie in dem Verein, der von Uli Hoeneß und Matthias Sammer geleitet wird. Ich will nicht, dass Hoeneß seine Karriere krönt und dann fröhlich abtritt, als wäre nichts gewesen. Und Sammer, der nicht mal im Keller, geschweige denn im Ausland lacht, soll nicht denken, dass er den FC Bayern endlich zum CL-Titel geführt hat. Dieser Gedanke ist abscheulich. Spätestens nach der Götze-Nummer und der geheuchelten Ankündigung, die Bundesliga stärker machen zu wollen, ist der FCB unten durch.

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Es tut in der Seele weh

Genauso wenig wünsche ich mir allerdings, dass der BVB schon wieder einen Titel holt und das Ego von Klopp ins Unermessliche steigt. Mir bleibt also nichts anderes übrig, als einen Satz auszusprechen, den normalerweise nur Mode-Fans von sich geben, die "die Bundesliga eigentlich nie gucken, aber bei der EM und WM dann voll dabei" sind: Ich wünsche mir ein schönes Spiel.

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