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Champions-League-Finale 2013: Tickets? Eher wird Bochum Meister

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Tickets fürs Finale? Eher wird Bochum Deutscher Meister

22.05.2013, 08:54 Uhr | t-online.de

Champions-League-Finale 2013: Tickets? Eher wird Bochum Meister. Glück gehabt: Diese BVB-Fans konnten Tickets fürs Champions-League-Finale in Wembley ergattern. (Quelle: dpa)

Glück gehabt: Diese BVB-Fans konnten Tickets fürs Champions-League-Finale in Wembley ergattern. (Quelle: dpa)

Von Friedrich Vasbeck

Die Chancen waren von Beginn an, nun ja, gering. Aber man muss sich das mal vorstellen: Der eigene Verein steht im Finale der Champions League. Ein letztes Spiel noch, ein Tor womöglich, und Borussia Dortmund gewinnt am 25. Mai in Wembley gegen den FC Bayern München den Europapokal! Der Landesmeister! Da gibt es keine zwei Meinungen – als Fan muss ich dabei sein. Eigentlich. Denn vor den Stadionbesuch hat der liebe Gott den Ticketwahnsinn gesetzt.

Alle Möglichkeiten ausschöpfen, heißt es da. Schließlich spielen jede Woche auch Millionen Menschen in Deutschland Lotto. Und los geht’s.

Unfreiwillige Hilfe von Mama, Papa, Geschwistern und Großeltern

Erste Station, der Verein selbst. Die Tumulte um die Karten für das Heimspiel gegen Real hatten dafür gesorgt, dass Borussia für das Finale keinen freien Vorverkauf mehr anbot. Löblich, campieren fiel also diesmal aus. Lediglich ein Online-Formular sollte ausgefüllt werden. Name des Bestellers, Adresse des Bestellers. Wünschen Sie eine oder zwei Karten? Soll das ein Witz sein? Name des Mitreisenden eingetragen. Und abschicken. Jetzt das gleiche nochmal für Mama, Papa, Geschwister, Oma und Opa. Maximierung der Gewinnchancen heißt das, glaube ich.

"Wie kommt das in meinen Posteingang?", blafft mich Sekunden später eine Email meiner Schwester an. "Vielen Dank für die Bestätigung Ihrer Angaben zur Teilnahme an der Verlosung der Tickets für das UEFA Champions-League-Finale? Du spinnst ja!" Antworten werd ich später – sie hat auf den Bestätigungs-Link geklickt.

Ich verkaufe doch nicht meine Seele

Währenddessen, Gewissensfrage: Der Hauptsponsor des größten Erzrivalen sitzt auf einer guten Menge an Tickets für das Endspiel der Königsklasse. Und dieser seriöse Energieriese aus Russland will Karten unter das begierige Fußballvolk bringen. Man müsse sich allerdings samt aller persönlichen Daten registrieren und schreiben, welcher vom Konzern gesponsorte Klub die meisten Tore in der Königsklasse schoss. Nein danke, Mephisto, ich verzichte. Nennt mich engstirnig, aber ich verkaufe doch nicht meine Seele.

Also, was hilft? Vielleicht ein Blick zu den großen Online-Auktionshäusern. Bange Hoffnungen auf ein Schnäppchen, das in einer Minute endet, das die meisten übersehen haben, zwei Tickets für 100 Euro? Tatsächlich, für um die 1000 Euro kann man gleich derer vier kaufen, und das auch noch nebeneinander! Ich werd verrückt. Just als ich den Link zum Kauf suche, fällt mir das Kleingedruckte auf. Die Tickets sind für das Finale der Champions League der Frauen. Ich stelle fest: Eine Deutsche Meisterschaft des VfL Bochum ist wahrscheinlicher als günstige Karten auf dem Online-Schwarzmarkt zu bekommen.

In den Internetforen kippt die Stimmung

Nächste Station: das vereinseigene Reisebüro von Borussia Dortmund - es gibt nichts, was es nicht gibt. Laut Angaben des Klubs sollte ein kleines Kontingent der Karten hier an einem Montagvormittag verkauft werden. Geht es zeitlich noch ungenauer? Also: Wecker stellen und Startseite der Agentur aktualisieren, um den Startschuss nicht zu verpassen. Als sich der Mittag näherte, kippte die Stimmung in den BVB-Internetforen allmählich. Gegen 12 Uhr zitierten erste Anhänger Definitionen aus dem Wikipedia-Eintrag "Vormittag". Empörung über das Nichteinhalten der ungenauen Uhrzeit machte sich breit. Schließlich startete der Verkauf – um 15 Uhr. Da hatte ich den Rechner zum ersten Mal seit Stunden für zehn Minuten verlassen. Sieben Minuten dauerte es in der Zwischenzeit, bis die angebotene Reise nach London ausgebucht war.

Dortmund ist immer eine Reise wert

Mutti ist die Beste, dachte ich, und rief zu Hause an. Ob sie schon von Borussia wegen der Kartenverlosung gehört habe, fragte ich als Erstes und allen Ernstes. "Ja, haben wir. Nur wir machen uns ein bisschen Sorgen, weil wir an dem Wochenende eigentlich bei Tante Britta eingeladen sind und wir ihr jetzt absagen müssen!". Mama. Ironie. Manchmal ist sie einfach fehl am Platz. Keine Karten also. Genauso wenig wie bei Papa, Geschwistern, Oma und Opa. Die Gewinnchancen streben gegen Null, heißt das.

Einige Tage und 502.560 beim BVB eingegangene Bestellungen später, in sozialen Netzwerken posaunen "Freunde" bereits Fotos ihrer Gewinnbestätigungen heraus, stehen meine Chancen, beim größten Finale der Klubgeschichte dabei zu sein, dann tatsächlich bei null. Aber Dortmund, das London des Ruhrgebiets, soll ja auch immer eine Reise wert sein. Und am 25. Mai kann man sich im örtlichen Brauerei-Museum in der Ausstellung "Vom Braumeister bis zum Bierkutscher" über die Arbeitswelt der Brauerei vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart informieren. Und vielleicht läuft abends ja irgendwo Fußball.

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