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Champions League: England ist neidisch auf deutsche Erfolge

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England ist neidisch auf deutsche Erfolge

24.05.2013, 14:15 Uhr | sid, t-online.de

Champions League: England ist neidisch auf deutsche Erfolge. Marco Reus (li.) und Gael Clichy.  (Quelle: imago/DeFodi)

Wie BVB-Star Marco Reus (li.) seinem Gegenspieler Gael Clichy von Manchester City davonzieht, hat auch der deutsche Fußball den englischen überholt. (Quelle: DeFodi/imago)

Vier Jahre ist es her, da stellte die Premier League gleich drei von vier Halbfinalisten in der Königsklasse. Letztlich konnten weder Manchester United, der FC Chelsea noch der FC Arsenal den Titel holen. Im Finale triumphierte der FC Barcelona gegen United, dennoch galt der englische Liga-Fußball als der stärkste des Kontinents.

Dieses Jahr haben die Engländer das Champions-League-Finale im eigenen Land, noch dazu im Wembleystadion, der "Kathedrale des Fußballs", wie Pele einst sagte. Doch statt eines englischen Klubs oder zumindest spanischen Topvereinen wie Barca oder Real Madrid stehen sich diesmal der FC Bayern und Borussia Dortmund gegenüber. Im Mutterland des Fußballs wird 2013 neidisch nach Deutschland geschaut.

Hamann: "Hochachtung" vor der Bundesliga

Schon während der Demonstration der Bayern gegen Barcelona im Halbfinale twitterte Englands Fußball-Legende Gary Lineker ehrfurchtsvoll: "Nur eine der beiden Seiten braucht Guardiola, und es ist nicht Bayern."

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Nicht nur er fragt sich: Warum sind die "bloody Germans" plötzlich so stark? Die Sorge ist groß, läuft die Premier League doch Gefahr, ihre einstige sportliche Vormachtstellung in Europa an die Bundesliga zu verlieren. In anderen Bereichen ist sie längst abgehängt. "Die Premier League war jahrelang das Maß aller Dinge im europäischen Fußball. Nun schauen die Engländer gerade mit viel Hochachtung auf die Bundesliga", sagte Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann der "Welt".

50+1-Regel als Vorbild 

Erstmals seit 1996 war in dieser Saison kein Verein aus der englischen Eliteklasse unter den acht besten europäischen Klubs vertreten. Die Bundesliga, aus der lange Zeit nur die Bayern als ernstzunehmender Konkurrent galten, spielt die europäische Krone unter sich aus. Das ist, so das Empfinden im Mutterland des Fußballs, auch ein wenig der Sieg der guten alten Zeit über die nicht immer schöne neue Welt.

Die von Eignern der Sorte Roman Abramowitsch (FC Chelsea) dominierte Liga gefällt vielen Fans nicht mehr. In Verbindung mit den gestiegenen Ticketpreisen führt diese Konstellation zu einer Entfremdung zwischen Klubs und Fans. Die deutsche 50+1-Regel, nach der Investoren maximal 49 Prozent der Klubanteile erwerben dürfen, gilt dagegen als vorbildlich, um den Einfluss von Außen zu begrenzen.

Deutlich mehr ausgebildete Trainer

Auch das Nachwuchskonzept des deutschen Fußballs hat Vorbildcharakter. Während in England häufig überzogene Summen für teure Stars gezahlt werden, setzt die Bundesliga - teils aus wirtschaftlicher Notwendigkeit, teils als Folge des EM-Debakels 2000 - auf Talente. Als Ergebnis stehen sich in Wembley deutsche Nachwuchsstars wie Marco Reus und Thomas Müller sowie Marcel Schmelzer und Manuel Neuer gegenüber.

Alleine die Zahlen lizenzierter Trainer sprechen eine deutliche Sprache. Laut UEFA gibt es in Deutschland 28.400 Trainer mit der B-Lizenz, in England sind es nur 1759. Auch bei der A-Lizenz und der Fußballlehrer-Lizenz hat Deutschland mindestens sechs Mal mehr zu bieten.

Freiburger als Musterbeispiel

Die plötzliche Dominanz der deutschen Teams ruft auch die englische Presse auf den Plan. So seien 60 Prozent der Bundesliga-Spieler auch für die deutsche Nationalmannschaft spielberechtigt, in England sind es nur 30 Prozent, rechnet die "Sun" vor. Zwar hätte das DFB-Team in dieser Zeit auch keinen Titel geholt. Dennoch fällt die Bilanz seit 2002 beeindruckend aus: Vize-Weltmeister, WM-Dritter, Vize-Europameister, WM-Dritter, EM-Dritter. "Wie sehr würden wir für solch eine 'Krise' geben", fragt das Blatt.

Der "Guardian" ist eigens nach Deutschland gereist, um auf Spurensuche für den Erfolg zu gehen. Neben einem Besuch bei DFB-Sportdirektor Robin Dutt, schauten die Engländer auch beim SC Freiburg vorbei. Von der Arbeit der Breisgauer zeigte man sich besonders beeindruckt. Von 66 Spielern, die für die U16 bis U19 auflaufen, sind nur zwei nicht für Deutschland spielberechtigt. Im Kader der Profimannschaft von Christian Streich stehen zehn Eigengewächse. Zahlen, die auf der Insel undenkbar sind. Der Erfolg ist offensichtlich, Freiburg gehört jedes Jahr zu den Anwärtern auf den A-Junioren-Titel, in der Bundesliga schaffte das Team den Sprung auf Platz fünf und damit in die Europa League.

Veränderte Philosophie

Dutt macht für den Aufschwung der deutschen Teams auch eine veränderte Philosophie verantwortlich. "In den Siebzigern lief Katsche Schwarzenbeck dem Gegner hinterher und holte den Ball. Wenn er ihn hatte, gab er ihn Franz Beckenbauer und sein Job war erledigt. Jetzt ist Mats Hummels 'der Schwarzenbeck' – und spielt wie Beckenbauer und Schwarzenbeck zusammen."

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Beim Champions-League-Finale blickt nun die ganze Welt auf den deutschen Fußball. Die deutschen Klub-Mannschaften sowie DFB-Elf werden wegen der aufgeführten Gründe vermutlich auch in den nächsten Jahren um Titel spielen. Oder, um es wie Gary Lineker zu sagen: "Fußball ist ein Spiel, bei dem 22 Spieler hinter einem Ball herjagen und am Ende gewinnt immer Deutschland." Vielleicht ist es nur ein schwacher Trost, aber beim Endspiel werden die Engländer zumindest auch eine deutsche Mannschaft verlieren sehen.

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