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FC Schalke 04 muss aufpassen: So gefährlich ist Mourinhos FC Chelsea

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Achtung, Schalke!  

So gefährlich ist Mourinhos Chelsea

21.10.2013, 10:01 Uhr | t-online.de

FC Schalke 04 muss aufpassen: So gefährlich ist Mourinhos FC Chelsea. Wie sein Team gewinnt, spielt für Chelsea-Trainer José Mourinho eine eher untergeordnete Rolle. (Quelle: imago/Sportimage)

Wie sein Team gewinnt, spielt für Chelsea-Trainer José Mourinho eine eher untergeordnete Rolle. (Quelle: Sportimage/imago)

Von Marc L. Merten

Der englische Begriff "happy" steht gemeinhin für "glücklich". Er wird in dreierlei Kontexten verwendet. Erstens, wenn ein Mensch tatsächlich glücklich ist oder dieses Gefühl zumindest nach außen hin vermitteln möchte. Zweitens, wenn er irgendwann einmal Glück verspüren möchte, also gewillt ist, glücklich zu werden. Oder drittens, wenn er einfach nur, wie man wiederum im deutschen Sprachgebrauch sagt, Schwein hat.

Auf José Mourinho treffen alle drei Situationen zu. Der exzentrische Trainer, der sich von seinem alten Spitznamen "The Special One" verabschiedet hat und seit seiner Rückkehr zum FC Chelsea nur noch "The Happy One" genannt werden möchte, durchlebt seit Wochen alle drei Bedeutungsperspektiven seines Spitznamens im ständigen Wechsel.

"The Angry One" und die unheimliche Serie

Am Samstagnachmittag zum Beispiel, als seine Blues gegen Cardiff City mit 4:1 gewannen, dürfte es die zweite Kategorie gewesen sein: der irgendwann in ferner Zukunft glückliche Mourinho. Denn in Minute 70 sah er eher wie "The Angry One" aus, griesgrämig in Richtung Schiedsrichter schimpfend, auf die Tribüne verbannt, von der ganzen Welt mal wieder missverstanden. Damit ist die Sache noch nicht ausgestanden: Die FA eröffnete wegen des Vorfalls ein Verfahren gegen den Coach.

Dabei belegt Chelsea dank des Sieges nicht nur Platz zwei in der Tabelle hinter dem FC Arsenal. Auch eine fast schon unheimliche Serie des José Mourinho geht weiter: In der fünften Saison als Cheftrainer der Blues – zwischen 2004 und 2008 sowie seit dieser Spielzeit – ist der 50-Jährige noch immer in einem Ligaspiel an der Stamford Bridge unbesiegt. 64 Heimspiele ohne Niederlage – wenn eine solche Bilanz nicht glücklich macht, was dann?

Trotziger Mourinho fühlt sich herausgefordert

Titel machen Mourinho glücklich. Deswegen ist er aus der Sonne Spaniens in den Regen Englands zurückgekehrt. Hier, im Südwesten Londons, will Mourinho das schaffen, was ihm in seiner ersten Amtszeit mit den Blues und auch mit Real Madrid verwehrt geblieben war: den wichtigsten Wettbewerb im Vereinsfußball zu ergattern. "Chelsea hatte einen Traum, und der wurde wahr, als der Klub die Champions League gewann. Aber wenn man etwas einmal gewonnen hat, will man es wieder gewinnen", sagte "Mou" vor Beginn der Saison.

Ein wenig Trotz darf man in diese Worte ruhig hinein interpretieren. Denn dass der Klub die Königsklasse ausgerechnet ohne ihn gewann, nagt noch immer am stolzen Portugiesen. Mit Madrid scheiterte Mourinho in den letzten beiden Jahren jeweils im Halbfinale – in beiden Duellen an deutschen Klubs, erst am FC Bayern, dann am BVB. Dieses Jahr trifft er bereits in der Gruppenphase auf eine deutsche Mannschaft. Die nächsten beiden Spiele bestreitet Chelsea gegen den FC Schalke 04 – erst in Gelsenkirchen, dann in London.

Mourinho lässt Mailänder Fußball spielen

Doch was erwartet die Königsblauen, wenn Mourinhos altes, neues Chelsea am Dienstagabend (ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) zu Gast sein wird? Mourinho sagte jüngst, seine Mannschaft sei noch immer weit von dem Ziel entfernt, "meine Spielidee und Philosophie erfolgreich umzusetzen". Und in der Tat ließ auch das 4:1 gegen Cardiff eine klare Linie vermissen. Vielmehr täuschten die vier erzielten Tore auf den ersten Blick darüber hinweg, dass Mourinho die Blues in Ermangelung eines Takt- und Ideengebers im Mittelfeld reinen Ergebnisfußball praktizieren ließ. Wenige kreative Impulse in der Offensive, dafür aber noch weniger Gegentore – das sind die Merkmale der bisher dargebotenen Leistungen des FC Chelsea.

Überraschend kommt dies gleichwohl nicht. Wer sich an das Champions-League-Finale 2010 zwischen dem FC Bayern und Inter Mailand erinnert, weiß, dass Mourinho ausschließlich an Siegen interessiert ist. Wie seine Mannschaft diese einfährt und ob sie dabei das Publikum begeistert, spielt für ihn eine untergeordnete Rolle. Bis sein neues, altes Team also seine Spielidee – welche das auch immer sein mag – verinnerlicht hat, versprechen 90 Minuten mit dem FC Chelsea in der Regel eher Taktikfüchse zu interessieren.

"You’re not special any more"

Das liegt auch daran, dass Chelsea noch nichts hat, was man Stammelf nennen könnte. Defensiv scheint sich der exzentrische Trainer auf die Viererkette mit Ivanovic, Terry, David Luiz und Cole sowie auf die zwei Sechser Ramires und Lampard festgelegt zu haben. Doch auf den vier Offensivpositionen wechselt Mourinho bislang munter durch. Auch André Schürrle – gegen Cardiff angeschlagen nicht im Kader – kann sich nicht sicher sein, ob er trotz zuletzt guter Leistungen gegen Schalke wieder von Beginn an ran darf. Kein Wunder also, dass sich viele Automatismen noch nicht entwickelt haben.

Will José Mourinho mit dem FC Chelsea aber schon diese Saison international erfolgreich sein, muss sich daran bald etwas ändern. Sonst haben gegnerische Fans künftig noch mehr Freude daran, "You’re not special any more" zu singen. "Special" will Mourinho allerdings ja gar nicht mehr sein, sondern "happy". Ob er dafür den Triumph in der Champions League überhaupt braucht? Vielleicht ist er ja genügsam geworden, seit er zurück bei seinen geliebten Blues ist. Dann hätte am Ende sogar der römische Philosoph Seneca Recht, der sagte: "Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält."

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