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Arsenal London: Dank Mesut Özil zurück zu Wengers Idealen?

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BVB trifft auf Arsenal  

Arsenal London: Dank Özil zurück zu Wengers Idealen?

22.10.2013, 11:03 Uhr | t-online.de

Arsenal London: Dank Mesut Özil zurück zu Wengers Idealen?. Arsenal-Coach Arsene Wenger (Mi.) mit seinen Spieler Mesut Özil (li.). (Quelle: imago/BPI)

Arsenal-Coach Arsene Wenger (Mi.) mit seinen Spieler Mesut Özil (li.). (Quelle: imago/BPI)

Von Kieran Brown

Thierry Henry, Robert Pires und Fredrik Ljungberg sind Arsenal-Legenden im Ruhestand. Sie prägten eine Ära bei den Gunners. Zu den Helden der Gegenwart in London gehören die deutschen Nationalspieler Mesut Özil, Per Mertesacker und Lukas Podolski. Was sie alle eint? Verpflichtet hat sie Arsene Wenger. Er trainiert Arsenal London seit 1996 und ist damit der dienstälteste Trainer im internationalen Spitzenfußball. Vor dem Champions-League-Duell mit dem deutschen Vizemeister Borussia Dortmund (ab 20.30 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) ist der Klub in Topform und führt die Tabelle der Premier League nach acht Spieltagen an. Einen solchen Höhenflug hat Arsenal lange nicht erlebt und nicht zuletzt seinem neuen deutschen Superstar zu verdanken, für den Wenger seine Prinzipien opferte.

Dem Trainer, dem zu Ehren der Verein 2007 sogar eine Bronzestatue anfertigen ließ, sind seine Grundsätze in der vergangenen Saison beinahe zum Verhängnis geworden. Medien und auch ein Großteil der Anhänger spekulierten spätestens nach dem Ausscheiden gegen Bayern München im Achtelfinale der Champions League über ein Ende der Ära Wenger. Der Abgesang schmerzte selbst die kritischen englischen Journalisten, schien aber wegen Wengers defensiver Transfer-Strategie unvermeidbar. Das Team mache keine Fortschritte und im besten Fall nehme Wenger selbst seinen Hut, lautete der Tenor

Trotz Verkäufen von Stars wie Cesc Fabregas (rund 34 Millionen Euro) an den FC Barcelona oder von Robin van Persie (rund 29 Milionen) an Manchester United wurden die Transfererlöse nicht adäquat reinvestiert, um die Lücken im Kader, der seit 2005 keinen Titel mehr gewinnen konnte, zu schließen.

Bruch mit der eigenen Tradition

Ungeachtet aller Kritik kündigte Wenger im Sommer 2012 an, seine Philosophie beizubehalten, auf Talente zu setzen und diese auszubilden: "Ich werde nichts ändern. Das einzig Traurige ist, dass deine Arbeit manchmal von anderen zerstört wird", sagte er damals. "Ich verlor Samir Nasri, Gael Clichy und Cesc Fabregas in einem Alter, in dem sie wohl ihren besten Fußball für Arsenal gespielt hätten. Ich habe den Klub dennoch nie verlassen, auch wenn ich gekonnt hätte."

Dass er immer noch im Amt ist, kann man wohl nicht nur mit Dankbarkeit für seine Loyalität dem Klub gegenüber erklären. Vielmehr scheint es ausgerechnet sein Bruch mit der eigenen Tradition zu sein, der dazu geführt hat, dass sein nach dieser Saison auslaufender Vertrag wohl um zwei Jahre verlängert werden wird.

"Mesut ist ein Traum"

Denn im September verpflichtete Wenger den bei Real Madrid vom Hof gejagten Özil. Endlich, so die einhellige Meinung im Umfeld des Vereins, griff der Trainer tief in die Tasche und machte den Mittelfeld-Regisseur zum teuersten deutschen Spieler aller Zeiten. Rund 50 Millionen Euro sollen die Londoner nach Spanien überwiesen haben. Auch für den Klub bedeutete der Wechsel einen Rekordtransfer.

Ein Teil der Investition hat sich bereits nach kurzer Zeit amortisiert. "Mesut ist ein Traum". Auch dank des "geborenen Weltklassespielers", wie Wenger Özil in der ZDF-Sportreportage bezeichnete, führt Arsenal die Gruppe F der Königsklasse an. Nach zwei Siegen bei Olympique Marseille und gegen BVB-Bezwinger SSC Neapel steht die Borussia in London bereits unter Druck, will man die Briten nicht davon ziehen lassen.

Nachwuchs aus der Wenger-Schule

Überhaupt könnte Arsenal für den deutschen Fußball in den kommenden Jahren von immenser Bedeutung sein. Neben Özil, Mertesacker und dem aktuell verletzten Podolski befinden sich noch drei junge Talente des DFB bei Arsenal im Wartestand. Auf Serge Gnabry (18 Jahre), Thomas Eisfeld (20) und Gedion Zelalem (16) hält Wenger große Stücke. Der U19-Nationalspieler Gnabry erzielte in dieser Saison sogar sein erstes Premier-League-Tor. Der deutsche Fußball darf auf Nachwuchs auf der Wenger-Schule hoffen.

Wengers Wiederauferstehung

Der Arsenal-Coach feiert aktuell seine sportliche Wiederauferstehung. Schon bei seinem Amtsantritt 1996 rief er erste Zweifler mit gleichsam unpopulären wie überraschenden Maßnahmen auf den Plan, als er Ernährungsberater und Osteopathen in sein Expertenteam berief, die wenige Jahre später zum internationalen Standard geworden waren. Die Arsenal-Anhänger hatten auf den großen Johan Cruyff gehofft. Präsentiert wurde der "langweilige Franzose, von dem noch niemand gehört hat". Diese Einschätzung von Bestseller-Autor und Arsenal-Anhänger Nick Hornby beschreibt die damalige Stimmung im Umfeld des Klubs. Das Image von "Boring Arsenal" haftete Arsenal an.

Die Ära des Mannes, der nicht nur den Fußball auf der Insel Ende der neunziger Jahre entscheidend beeinflusste, als seine Idee einer offensiven Spielphilosophie zum Leitbild vieler europäischer Spitzenklubs wurde, könnte nun auf unbestimmte Zeit verlängert werden. Er hat das Gegenteil des langweiligen Klubs geschaffen, der nur einer von vielen in der englischen Hauptstadt war.

"Wenn du Mesut auf dem Platz siehst und dich dann nicht in ihn verliebst, hast du keine Ahnung von Fußball“, sagte Wenger nach dessen Champions-League-Gala gegen Neapel. Die Zusammenarbeit zwischen den Beiden könnte einen Wendepunkt in Arsenals Historie markieren. Und bei der 17. Teilnahme an der Königsklasse in Serie sind die Gunners wohl nicht chancenlos.

Rückkehr zu Wengers Idealen

Ein Ausrufezeichen hat Arsenal am vergangenen Wochenende beim 4:1-Erfolg gegen Norwich City gesetzt. Özil erzielte zwei Tore, vielmehr beeindruckte jedoch der Treffer zum 1:0, dem man in der Form vorher wohl nur dem FC Barcelona zu Glanzzeiten unter Pep Guardiola zugetraut hätte und der als das beste Indiz für die Rückkehr zu Wengers Idealen des schönen offensiven Spielstils dienen dürfte.

"Eines der schönsten Tore in meiner Zeit hier", sei das gewesen, freute sich Wenger. Bei der spanisch-französisch-englische Co-Produktion zwischen Santi Carzorla, Olvier Giroud und dem Torschützen Jack Wilshere erlebte man Angriffsfußball in Vollendung.

In der vergangenen Saison war Finalist Borussia Dortmund ohne Zweifel die große Überraschung der Champions-League-Saison. Nicht auszuschließen, dass der Bundesligist am Dienstagabend auf seinen Nachfolger trifft. "Ich habe mein Leben für den Fußball geopfert", sagt Wenger, für Özil hat er nun seine Prinzipien geopfert, in der Hoffnung, dass mit ihm nach elf nationalen Titeln mit den Gunners die vorläufige Krönung beider Karrieren in Form einer internationalen Trophäe gelingt.


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