Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball > Champions League >

Touré: UEFA muss nach Rassismus-Attacke handeln

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Yaya Touré beschimpft  

Touré: UEFA muss nach Rassismus-Attacke handeln

24.10.2013, 19:00 Uhr | dpa

Touré: UEFA muss nach Rassismus-Attacke handeln. Toure und Manchester City beschwerten sich nach rassistischen Vorfällen während des Spiels gegen Moskau bei der UEFA.

Toure und Manchester City beschwerten sich nach rassistischen Vorfällen während des Spiels gegen Moskau bei der UEFA. Foto: Sergei Ilnitsky. (Quelle: dpa)

Moskau (dpa) - Die UEFA-Botschaft "Nein zum Rassismus" auf seiner Kapitänsbinde wirkte für Yaya Touré wie eine hohle Losung.

Wütend beschwerte sich der Mittelfeldstar von Manchester City während des Champions-League-Spiels in der Moskauer Chimki-Arena beim Schiedsrichter über Affenlaute und Beschimpfungen aus dem Publikum.

Und das mitten in der Anti-Rassismus-Aktionswoche, die gemeinsam von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und dem Netzwerk FARE ausgerufen worden war. "Ich bin nicht nur enttäuscht, ich bin richtig sauer", sagte der Nationalspieler der Elfenbeinküste.

"Es ist immer das Gleiche, das ist sehr traurig", klagte Touré nach dem 2:1-Sieg des Gruppengegners des FC Bayern München bei ZSKA Moskau. Direkt nach Schlusspfiff protestierten Offizielle von ManCity wegen der Vorkommnisse bei den UEFA-Delegierten. Noch am Donnerstag wollte der Premier-League-Verein auch schriftlich beim Dachverband Beschwerde einlegen. ZSKA wies die Vorwürfe dagegen als unbegründet zurück. Am Abend vermeldete dann der britische Fernsehsender Sky Sport, dass die UEFA ermitteln werde. Der Kontroll- und Disziplinarausschuss soll sich am 30. Oktober mit der Angelegenheit befassen.

Referee Ovidiu Hategan nahm die Vorfälle in seinen Spielbericht auf, der an die UEFA-Disziplinarkommission geht. Weil der Rumäne das Spiel zuvor trotz Tourés Beschwerde weder unterbrochen noch eine Durchsage im Stadion veranlasste hatte, forderte das englische Anti-Rassismus-Projekt "Kick it out" Konsequenzen. "Dieser Referee sollte kein Spiel mehr leiten. Er hat seine Pflicht nicht erfüllt, mit dieser Sache sollte sich die UEFA befassen", erklärte "Kick it out"-Präsident Lord Herman Ouseley dem BBC-Radio.

Die Profivereinigung FIFPro schloss sich der Kritik an. "Wir sind sehr enttäuscht, dass klar festgelegte Abläufe, die im Umgang mit diesen Situationen vorgesehen sind, nicht in Gang gesetzt wurden", sagte FIFPro-Europachef Bobby Barnes in Ljubljana.

FIFPro, "Kick it out" und FARE lobten Touré dafür, dass er direkt zum Schiedsrichter gegangen war. ZSKA müsse von der UEFA bestraft werden. Möglich sei zumindest ein Teilausschluss des Publikums. Touré forderte ein hartes Durchgreifen der UEFA: "Sie müssen jetzt reagieren, sie müssen das stoppen. Vielleicht müssen sie das Stadion für ein paar Spiele oder sogar ein paar Jahre sperren."

Manchesters Trainer Manuel Pellegrini fühlte mit seinem Schützling. "Es ist schade, dass jemand solche dummen Sachen macht. Es ist schade für Yaya, schade für diese Stadt", meinte der Chilene.

Die Moskauer hingegen wehrten sich und erklärten, beim intensiven Studium der Videobilder von der Partie "keine rassistischen Beleidigungen von ZSKA-Fans gegen die Gäste feststellen" zu können. Die Pfiffe, Buhrufe und andere Laute aus dem Publikum hätten lediglich darauf abgezielt, die Spieler des Gegners zu verunsichern. Es sei unklar, warum Touré dies persönlich genommen habe. ZSKA-Profi Seydou Doumbia, der ebenfalls von der Elfenbeinküste stammt, wurde mit den Worten zitiert: "Mein ivorischer Nationalmannschaftskollege hat offenbar etwas überreagiert."

Bei internationalen Sportfunktionären gilt die verbreitete Fremdenfeindlichkeit im Gastgeberland der WM 2018 und der Olympischen Winterspiele 2014 allerdings seit längerem als Problem. Immer wieder gibt es rassistische Vorfälle wie Bananenwürfe gegen dunkelhäutige Fußballer. Bei Hetzjagden auf Migranten sind oft Fußball-Hooligans beteiligt. "Der russische Verband und die Regierung müssen sicherstellen, dass diese Zwischenfälle aufhören. Das passiert zu häufig", sagte Jim Boyce, Vizepräsident des Weltverbands FIFA.

Die UEFA hatte erst im Mai härtere Sanktionen im Kampf gegen Rassismus beschlossen. Als Konsequenz für Rassismus auf den Tribünen wurden zuletzt mehrere Clubs zu Geisterspielen oder saftigen Geldstrafen verurteilt.

Vor den Europapokal-Spielen dieser Woche gewährte die UEFA der Anti-Rassismus-Kampagne von FARE eine Plattform. Die Spieler zeigten vor Anpfiff Kärtchen mit der Aufschrift "Kein Rassismus", großflächig wurde das Wort "Respekt" in den Stadien plakatiert. "Blablabla", schimpfte Touré im ersten Zorn in Moskau. Der verletzte City-Kapitän Vincent Kompany, den Touré in der Chimki-Arena vertrat, twitterte an die Adresse der UEFA: "Wir haben alle genug gesagt."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Wahnsinn 
Cleverer Hund überwindet Gartenzaun mit Trick

Kaum zu glauben, wie der Hund es schafft zu seinen Freunden zu gelangen. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

Shopping
Mit dem Multitalent wird jedes Kochen zum Erlebnis

Krups Multifunktions-Küchenmaschine HP5031: Ihr Partner für kreative Kochideen! bei OTTO.de

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal