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Rassismus im Fußball - Russland wehrt Druck ab

25.10.2013, 16:28 Uhr | dpa

Rassismus im Fußball - Russland wehrt Druck ab. ManCitys Yaya Touré fühlte sich von den russischen Fans rassistisch beleidigt.

ManCitys Yaya Touré fühlte sich von den russischen Fans rassistisch beleidigt. Foto: Sergei Ilnitsky. (Quelle: dpa)

Moskau (dpa) - Die Rassismus-Vorwürfe gegen russische Fußballfans treffen den Gastgeber der WM 2018 schwer. Groß ist das Echo in der Moskauer Hauptstadtpresse auf die Anschuldigungen von Fußball-Profi Yaya Touré.

Der Co-Kapitän von Manchester City fühlte sich während eines Champions-League-Spiels bei ZSKA Moskau beleidigt. Unsinn, sagen die Russen. Der Nationalspieler der Elfenbeinküste reagiere überzogen auf das allgemein temperamentvolle Gebaren in russischen Stadien.

"Wir sagen ja nicht, dass es keine rassistischen Probleme gibt - die russischen Stadien eingeschlossen", betont der ZSKA-Generaldirektor Roman Babajew in einem Interview des "Sport Express". Er habe aber den Eindruck, "dass der Skandal künstlich heraufbeschworen wird". "Die Briten suchen tatsächlich immer wieder einen Vorwand, um den russischen Fußball in den Dreck zu ziehen", meinte Babajew. Er spricht von "Hysterie" in den britischen Medien.

Angesichts drohender Sanktionen forderten Moskaus Sportfunktionäre eine "objektive Untersuchung" durch die UEFA. Die Russen fürchten, dass das Stadion teilweise gesperrt werden oder ein Spiel komplett ohne Zuschauer ablaufen könnte. Auch gegen andere mögliche Strafen wie Geldbußen, Punktabzug oder Spielverbote wollen sie in jedem Fall vorgehen. "Wir werden kämpfen und auch gegen Rassismus vorgehen", versprach Babajew. ZSKA sei ein "multinationales Team", in dem auch Schwarze spielen.

Als Beweise führt der Moskauer Armeeverein Tourés Landsmann Seydou Doumbia als Kronzeugen auf. "Ich habe von den ZSKA-Fans nie etwas dergleichen gehört. Ja, sie unterstützen ihr Team immer mit Lärm und versuchen, einen maximalen Druck auf den Gegner aufzubauen. Aber rassistische Rufe erlauben sie sich niemals", ist in einer Erklärung Doumbias auf der Internetseite des Vereins zu lesen. Sein Fazit: "Mein Nationalmannschaftskollege übertreibt hier wohl."

Auf seiner Facebookseite betonte Doumbia allerdings, dass er mit keinem Journalisten gesprochen habe und keines der Zitate, die in der Presse zu lesen seien, von ihm stammen würden. Ob dies auch für die von seinem Club verbreiteten Sätze gilt, blieb zunächst unklar.

Der Verein betont zudem, dass grundsätzlich beim Sturm des Gegners auf ein "ZSKA-Tor" gepfiffen und gelärmt werde. Es sei völlig unklar, warum Touré das persönlich nehme. Der Club bedauere, dass sich Touré durch mutmaßliche Affenrufe verletzt fühle. Aber die Rassismus-Vorwürfe, die seien haltlos - und auch durch Videomitschnitte nicht belegbar. Der Club verweist darauf, bisher in diesem Zusammenhang nie aufgefallen oder bestraft worden zu sein.

Auch das Organisationskomitee für die WM 2018 betont angesichts des Vorfalls noch einmal, dass sich Russland am internationalen Kampf gegen Rassismus beteilige. Dazu sei in Russland ein neues Fangesetz in Kraft. Dies sowie die Arbeit mit Fans soll verhindern, dass schwarze Spieler etwa mit Bananen beworfen werden. Viel Kritik hatten im Vorjahr etwa Anhänger von Zenit St. Petersburg auf sich gezogen, als sie in einem "Manifest" gegen schwarze und schwule Spieler in Russland wetterten.

Doch die jüngsten gewaltsamen Ausschreitungen gegen Migranten und Ausländer in Russland, an denen immer wieder auch viele Fußball-Hooligans beteiligt sind, lassen Experten zweifeln, dass die bis in höchste Bildungsschichten verbreitete Fremdenfeindlichkeit sich in nur knapp fünf Jahren ausmerzen lässt. Immer wieder kommt es im größten Land der Erde zu Morden an Ausländern. Anders als etwa in Deutschland kommt es deshalb aber kaum zu öffentlicher Aufregung.

Die Menschenrechtsorganisation Memorial weist darauf hin, dass die fremdenfeindlichen Tendenzen in Russland Auftrieb hätten. "In der Gesellschaft wächst die Aggression, die jüngsten ethnischen Ausschreitungen sind nur die ersten Symptome", heißt es in einem Schreiben der Bürgerrechtler. Sie erklären die Lage mit einem Klima autoritärer Tendenzen, das viele Russen zuweilen zu solchen Ausbrüchen bringe.

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