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FC Bayern München freut sich über "Niederlage, die nicht weh tut"

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Freude über die Heimpleite  

FC Bayern: "Eine Niederlage, die nicht weh tut"

11.12.2013, 11:05 Uhr | Mark Weidenfeller, t-online.de

FC Bayern München freut sich über "Niederlage, die nicht weh tut". "Der beste Worst Case":  Die Bayern kassieren gegen Manchester City die erste Champions-League-Niederlage der Saison. (Quelle: imago/Ulmer)

"Der beste Worst Case": Die Bayern kassieren gegen Manchester City die erste Champions-League-Niederlage der Saison. (Quelle: Ulmer/imago)

von Mark Weidenfeller
Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge schlenderten nach der 2:3 (2:1)-Heimpleite ihres FC Bayern gegen Manchester City fröhlich plaudernd durch die Mixed Zone. Die beiden obersten Bosse des Rekordmeisters, der trotz der unerwarteten Schlappe als Gruppenerster ins Achtelfinale der Königsklasse einzog, hielten noch einen kurzen Plausch im Spielertunnel, ehe sich Hoeneß in die Nacht verabschiedete und sein Kollege Rummenigge die Pressearbeit übernahm. Gut gelaunt stellte sich der Vorstandsvorsitzende den Fragen der wartenden Journaille. "Wir haben doch Glück im Unglück gehabt", sagte er: "Das ist eine Niederlage, die uns überhaupt nicht weh tut."

Wer auf eine Brandrede oder wütende Kritik an den Spielern gewartet hatte, wurde enttäuscht. Rummenigge nahm jeglicher zu erwartender Medienschelte umgehend den Wind aus den Segeln: "Wir haben bei jedem Sieg unaufgeregt und mit Souveränität reagiert. Jetzt müssen wir auch mit dieser Niederlage souverän umgehen", sagte er und traf damit genau den Tenor des Abends. Die Bayern schienen sich beinahe zu freuen, nach zuvor zehn Siegen in Serie wieder einmal eine Partie in der Champions League verloren zu haben.

Auch die Bayern sind schlagbar

Selbst Pep Guardiola, der nie komplett zufrieden ist und in der Coaching-Zone wieder über 90 Minuten Vollgas gab und seine Mannschaft lautstark dirigierte, blieb völlig entspannt. "Vielleicht tut uns diese Niederlage ganz gut", sagte er, obwohl es sein Team verpasst hatte, erstmals in der Geschichte des Vereins alle Spiele der Vorrunde für sich zu entscheiden - und damit wieder einmal einen Rekord aufzustellen. "Das zeigt uns, wie schwierig es ist, die Spiele zu gewinnen - in der Bundesliga und in Europa", sagte er.

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Müller und Co. nehmen das 2:3 gegen City locker. Es gibt aber auch kritische Töne. Video

Guardiola knüpfte damit nahtlos an die Worte von Matthias Sammer an, der bereits nach dem mühevollen 2:0-Sieg im DFB-Pokal beim FC Augsburg gegen die übertriebene Erwartungshaltung gewettert hatte. "Wir führen eine Scheindiskussion" hatte der Sportvorstand gesagt. Die angeblich so dominanten Über-Bayern gäbe es seiner Meinung nach nicht - hinter jedem Sieg stecke harte Arbeit. Wenn diese Aussage eines Beweises bedurfte, dann hat ihn die Partie gegen Manchester City geliefert: Die Bayern müssen in jedem Spiel alles geben - und: Die Bayern sind schlagbar.

Furiose Startphase

Dabei hatte der Abend doch so vielversprechend begonnen. Der FC Bayern, bei dem der von einer Oberschenkel-Zerrung wiedergenesene Philipp Lahm für Rafinha auf der rechten Position in der Viererkette verteidigte und Dante wieder auf seinen Stammplatz neben Jerome Boateng in der Innenverteidigung gerückt war, legte los wie die Feuerwehr. In der Anfangsphase machte der Triple-Sieger gegen die Citizens genau da weiter, wo sie beim 7:0-Spektakel in Bremen aufgehört hatten: mit Vollgas-Fußball. Es dauerte ganze zwölf Minuten, bis es nach den Treffern von Thomas Müller (5. Minute) und Mario Götze 2:0 für die Hausherren stand.

Vor allem der frischgebackene französische Fußballer des Jahres, Franck Ribéry, spielte mit der Defensive der Engländer Katz und Maus. So mancher der 68.000 Zuschauer in der Münchner Allianz Arena rieb sich schon freudig die Hände ob des nächsten Kantersiegs, der sich da auf dem Rasen anbahnte. Doch dann passierte Bemerkenswertes: Die unbezwingbaren Sieg-Roboter von der Säbener Straße zeigten plötzlich menschliche Züge. "Wir haben es schleifen lassen", gab Müller zu: "Wir haben dann einfach viel zu wenig gemacht und waren zu leichtfertig."

"Der beste Worst Case"

Die Bayern rollten den Gästen von der Insel den Roten Teppich aus - und diese ließen sich nicht zweimal bitten. David Silva (28.), Aleksandar Kolarov per Foulelfmeter (59.) und James Milner (62.), der einen kapitalen Bock von Boateng ausnutzte, drehten das Spiel zugunsten von ManCity. "So ist das halt, wenn man viel Selbstvertrauen hat", erklärte Müller: "Jeder, der nur ein bisschen menschlich veranlagt ist, denkt nach dem 2:0 natürlich, dass da nicht mehr viel schiefgehen kann. Wir wussten ja, dass wir sogar 2:3 verlieren können."

Und genau das taten sie dann auch. Die Bayern schlitterten auf der Felge über die Ziellinie. "Das ist doch der beste Worst Case", sagte Müller: "Jetzt haben wir halt einmal einen Rekord nicht geholt." Die Tatsache, dass genau ein weiteres Gegentor den ersten Platz gekostet hätte, interessierte so richtig niemanden. "Nach dem 3:2 sind natürlich die Alarmglocken angegangen bei uns. Aber ab diesem Zeitpunkt haben wir dann ja wieder Gas gegeben, richtig gefährlich wurde es nicht mehr", so Müller.

Entspannter Blick aufs Achtelfinale

Er unterschlug damit zwar eine Großchance von Alvaro Negredo, der kurz vor Schlusspfiff Dante den Ball am Sechzehner abgeluchst hatte und alleine auf Manuel Neuer, der zum ersten Mal in 55 Heimspielen dreimal hinter sich greifen musste, zulief. Letztlich zählte an diesem Abend aber tatsächlich nur, dass die Bayern im Achtelfinale erst einmal keinen ganz schweren Brocken zugelost bekommen können. Wie der Gruppensieg zustande kam, war zweitrangig.

"Wir sind eine super Mannschaft. Aber wir können auch mal verlieren", sagte Guardiola, der nur die mangelhafte Ballzirkulation beklagte. Die Bayern spielten gegen ManCity gerade einmal 556 Pässe - der mit Abstand schlechteste Wert dieser Saison. Zusätzlich segelten 34 von 41 Flanken ins Niemandsland. Für Kapitän Philipp Lahm trotzdem alles kein Problem: "Wir können damit absolut leben", sagte er.

Gutes Omen?

Sein Chef Rummenigge war sich sicher, dass "die Mannschaft ihre Lehren ziehen wird" und  erinnerte noch einmal daran, dass "ein Spiel eben nicht nur 20, sondern 90 Minuten dauert". Am Ende schaffte er es dann sogar noch, dem an sich verkorksten Spiel ein gutes Omen abzugewinnen. "Unsere letzte Niederlage in der Champions League war auch gegen Engländer, nämlich Arsenal. Und dann haben wir den Pott geholt."

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