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Kevin Großkreutz macht den Unterschied beim BVB

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Ohne Drama geht es nicht  

Großkreutz macht den Unterschied beim BVB

12.12.2013, 09:47 Uhr | jv, t-online.de

Kevin Großkreutz macht den Unterschied beim BVB. BVB-Trainer Klopp (li.) und Matchwinner Großkreutz jubeln nach dem Sieg in Marseille. (Quelle: AP/dpa)

BVB-Trainer Klopp (li.) und Matchwinner Großkreutz jubeln nach dem Sieg in Marseille. (Quelle: AP/dpa)

Das breite Grinsen war nach dem Abpfiff wie betoniert. Und wer sollte es ihm verübeln. Schließlich hatte Kevin Großkreutz soeben über das kurzfristige Europapokal-Schicksal von Borussia Dortmund entschieden. Kurz vor Schluss, als wieder einmal alles auf der Kippe stand, das Aus in der Champions League nur Minuten entfernt war, fügte er mit seinem Tor zum 2:1 (1:1) über Olympique Marseille der jüngeren Dortmunder Geschichte von Herzschlag-Endspielen ein neues Kapitel hinzu.

Wie in der vergangenen Saison gegen den FC Malaga, als der BVB in den letzten Minuten zwei Tore erzielte, und gegen Real Madrid, als man sich im Estadio Bernabeu der vollen Kraft der Königlichen erwehrte, lieferte die Borussia nicht nur ein weiteres, denkwürdiges Europapokal-Spiel ab. Sie behielt auch zum wiederholten Mal das bessere Ende für sich.

"…Und dann knall’ ich das Ding in den Winkel"

"Wie er den in den Winkel geknallt hat, das war brutal", witzelte Sebastian Kehl nach dem Spiel bei Sky. Großkreutz nahm die Steilvorlage des Kapitäns auf: "Das war ein geniales Gefühl. Wir wären raus gewesen, und dann knall’ ich das Ding in den Winkel."

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Was die beiden BVB-Profis launig umschrieben: In der Tat war der Treffer von Großkreutz in der 87. Minute vieles, nur keiner der Marke "Tor des Monats": Ein völlig krummes Ding, entstanden aus einer halbseidenen Chance, abgefälscht und dabei noch ausgerutscht. Und dennoch, bezeichnender hätte es wohl kaum ablaufen können.

Nur ein Sieg zählte

Die Ausgangsposition war eindeutig: Nur ein Sieg garantierte das Weiterkommen in der Gruppe F. Bei jedem anderen Ausgang wären die Dortmunder auf Schützenhilfe des FC Arsenal angewiesen gewesen.

Trotz großer Verletzungssorgen machte sich die angespannte Personalsituation aber im Spiel nicht bemerkbar. Nachwuchsspieler Marian Sarr, kurzfristig von Klopp in die Innenverteidigung beordert, feierte ein gelungenes Debüt in der Profi-Mannschaft, und das in solch einer brisanten Konstellation. Der 18-Jährige verzichtete auf Spektakel und blieb in der heißen Baustellen-Atmosphäre des Stade Velodrome ruhig und abgeklärt. Auch Nuri Sahin merkte man im Mittelfeld seine vor wenigen Tagen erlittene Bänderverletzung zu keiner Zeit an.

Eklatante BVB-Schwäche bei Standards

Doch den tollen Beginn mit Robert Lewandowskis viertem Champions-League-Saisontor zum 1:0 (4. Minute) machte sich das Team von Trainer Jürgen Klopp direkt zunichte.

Obwohl aus Abseitsposition erzielt, kassierte der BVB erneut ein Tor nach einem ruhenden Ball - Souleymane Diawara hatte nach einem Freistoß von Dimitri Payet abgestaubt (14.). Bereits knapp die Hälfte der BVB-Gegentore fielen in dieser Saison nach Standards.

Fehlendes Glück und Unvermögen

Was folgte, war ein Biegen und Brechen gegen komplett tief stehende Franzosen. Eigene Konter verspielte der BVB hektisch und fahrlässig, es gelang zunächst selten, den Gegner zu knacken. Und als es gelang, fehlte das Glück, so wie beim Pfostenkracher von Marco Reus (57.), oder man scheiterte am eigenen Unvermögen.

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Lewandowski schaffte es in der 66. Minute nicht, den Ball im leeren Tor unterzubringen. Ein Drahtseilakt: Stand 87. Minute, der Konkurrent SSC Neapel führte mit 1:0 gegen den FC Arsenal, war der BVB ausgeschieden, abgerutscht in die Europa League. Trotz 18 Torschüssen, satten 49 gefährlichen Angriffen (Marseille brachte es auf 12) und 63 Prozent Ballbesitz: Der Vorjahresfinalist der Königsklasse schien die Segel schon in der Gruppenphase zu streichen. Doch dann kam Großkreutz.

Klopp: "Am Ende muss so ein gewürgter Schuss rein"

"Wir hatten schon viele Chancen", gab der Torschütze zu. "Aber wir haben immer daran geglaubt." Es war ein Kraftakt, ein Sieg mit ganz viel Willen. "Am Ende muss so ein gewürgter Schuss rein“, sagte Trainer Klopp später und fügte hinzu: "Das er so labbrig reingeht, ist wurscht. Cooler Torschütze aber, muss ich sagen."

Den entscheidenden Treffer erzielte Großkreutz, einer der härtesten Arbeiter im Team, der Ur-Borusse. Er war wieder knapp zwölf Kilometer gerannt, feierte nach dem Tor als erster in der Kurve mit den Fans und war nach dem Abpfiff ebenfalls als Erster dort.

Statt Ausscheiden nun der Gruppensieg

Dank des 25-Jährigen löste der BVB das Ticket für das Achtelfinale, in dem zum ersten Mal in der Geschichte der Champions League vier deutsche Mannschaften stehen. Und Borussia Dortmund erarbeitete sich nebenbei durch den eigenen Sieg und das 0:2 des FC Arsenal zudem den Vorteil, als Gruppensieger den ganz großen Brocken wie Manchester United, Real Madrid oder FC Barcelona im Februar aus dem Weg zu gehen.

Es winken nun Galatasaray Istanbul, Olympiakos Piräus, Manchester City, Zenit St. Petersburg oder der AC Mailand. Beste Aussichten aber in jedem Fall auf noch mehr Drama.

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