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Champions League: Die Premier League ist noch immer weit weg

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Klassenunterschied  

Die Premier League ist noch immer weit weg

12.12.2013, 10:41 Uhr | t-online.de

Champions League: Die Premier League ist noch immer weit weg. Manchester jubelt (li.), die Leverkusener Profis schauen bedröppelt zu Boden. (Quelle: imago/Action Pictures)

Manchester jubelt (li.), die Leverkusener Profis schauen bedröppelt zu Boden. (Quelle: Action Pictures/imago)

Aus England berichtet Marc L. Merten

Historischer CL-Erfolg 
Wenn es drauf ankommt, liefern die deutschen Teams

Vier auf einen Streich: Der etwas andere Rückblick auf den Champions-League-Abend. Video

War da was? Endspiele? Europa League? Ach was! Deutschland lebt. Und wie. Vier Teams. Vier Erfolgsgeschichten. Viermal Champions-League-Achtelfinale, bitte! Das haben die deutschen Klubs noch nie geschafft. Ein echtes Sahnebaiser für den hiesigen Fußball. Zuckersüß und so lecker, dass es von den eigenen Schwächen perfekt ablenkt. Einfach reinbeißen und genießen. Und verdrängen, dass man gegen den ewigen Konkurrenten untergegangen ist.

Was war das für eine Auslosung: vier deutsche Teams, vier englische Teams. Kaum zu glauben, alle fanden sie sich in vier Gruppen der Königsklasse wieder. Und nun haben sich sogar alle acht Klubs für das Achtelfinale qualifiziert. Klingt irgendwie unglaublich. Und so ebenbürtig. Zweimal wurde eine deutsche Mannschaft Gruppensieger, zweimal eine englische. Gemeinsame Stärke. Ausgeglichenheit. Von wegen.

Verheerende Bilanz gegen englische Teams

In England wussten sie von Anfang an, was die Stunde geschlagen hatte. Die "Sun" holte die Kriegsrhetorik raus und sprach vom "ultimativen Länderkampf". Der "Daily Mirror", nicht minder zimperlich, benutzte den Begriff "Endkrieg". Englischer Boulevard-Journalismus vom Feinsten. Schließlich versprach die Auslosung höchste Brisanz. Wann immer England und Deutschland im Fußball aufeinander trafen, waren die Vergleiche vergangener Zeit auf der Insel schnell parat.

Entsprechend fühlen sich die Briten dieser Tage wieder wie die klaren Sieger. Acht Spiele, sechs Siege! Eindeutiger geht es fast nicht. Manchester United und der FC Chelsea machten mit Bayer Leverkusen und Schalke 04 kurzen Prozess. Vier Spiele, vier Siege, 15:2 Tore. Die Werkself und Königsblau bekamen derart die Hucke voll, dass ihnen Hören und Sehen verging.

Demonstration eines Klassenunterschieds

Die vier englisch-deutschen Duelle zwischen den britischen Weltklasse-Teams und den heimischen Bundesliga-Kadern, die unbedingt endlich zeigen wollen, dass sie auch dazu gehören, gerieten zur Demonstration eines Klassenunterschiedes. Nicht nur durch die Mannschaften selbst, bei ManUnited und den Blues über Jahre durch viel, viel Geld gewachsen. Vor allem trat bei diesen vier Spielen ein Faktor in den Mittelpunkt, der zeigt, warum Schalke und Bayer vor allem international noch weit hinter Bayern München und Borussia Dortmund zurückliegen und nicht mit englischen Top-Klubs mithalten können.

Sami Hyypiä und Jens Keller mögen zwei junge Trainer mit Zukunft in der Liga sein, die beide schon unter Beweis gestellt haben, dass sie ihre Mannschaften taktisch gut auf Gegner einstellen können. Im direkten Aufeinandertreffen mit David Moyes und José Mourinho zeigte sich aber, wie auch das Niveau der Trainer differiert. Vor allem in ihren beiden Heimspielen ließen sich Leverkusen (0:5) und Schalke (0:3) von ManUnited und Chelsea vorführen, insbesondere der Portugiese Mourinho erteilte seinem Kollegen Keller eine Lehrstunde in Sachen taktische Einflussnahme auch während eines Spiels.

Nur Bayern und Dortmund punkten

Etwas anders ging es in den Gruppen des Triple-Siegers FC Bayern und des letztjährigen Final-Gegners aus Dortmund zu. Vier Spiele gegen Manchester City respektive den FC Arsenal, zwei deutsche Siege, 7:6 Tore. Höchst ausgeglichen und doch sonderbar, nimmt man nur das 2:3 der Bayern zuhause gegen City. In der eigenen Arena ein 2:0 zu verspielen und als Verlierer den Platz zu verlassen? Das hat es lange nicht mehr gegeben beim deutschen Rekordmeister. In diesem Fall jedoch, da dürfte es keine zwei Meinungen geben, lag es wohl kaum daran, dass Manuel Pellegrini, der Coach der Citizens, dem bayrischen Pep Guardiola zeigte, wie Champions League geht. Dies war eher anders herum beim 3:1 des FCB im Hinspiel der Fall.

Auch das Duell des BVB gegen Arsenal war geprägt von zwei Trainerfiguren. Heavy-Metal-Fan Jürgen Klopp, dessen Team eine gravierende Verletzungsmisere zu bewältigen hatte, schwärmte ebenso von "Orchestermeister" Arsene Wenger wie dieser von Klopp. Und auch auf dem Platz lieferten sie sich taktische Schlachten, manövrierten ihre Spieler bis zur Perfektion, sodass am Ende zwei hochinteressante Spiele mit knappem Ausgang die Fans erfreute. Glücklich, aber verdient, dass sich beide Mannschaften in der womöglich schwersten Vorrunden-Gruppe mit Marseille und Neapel durchsetzten und für das Achtelfinale qualifizierten.

Bayern nach der CL-Pleite 
"Da sind die Menschen in uns durchgekommen"

Müller und Co. nehmen das 2:3 gegen City locker. Es gibt aber auch kritische Töne. Video

Breite der englischen Top-Teams eine Klasse besser

Man muss festhalten: England, die Premier League, die Liga, die den europäischen Vereinsfußball seit über einem Jahrzehnt dominiert (wenn man mal von den beiden FCB aus Barcelona und München absieht), ist noch immer das Maß aller Dinge. Während Bayern und Dortmund nicht nur mithalten, sondern selbst die besten Teams an guten Tagen dominieren können, bleibt Schalke und Leverkusen nicht nur gegen ManUnited und Chelsea erst mal weiter nur die Außenseiter-Rolle.

Die Breite der Top-Teams in England, von den vier Genannten über den wiedererstarkten FC Liverpool bis zu den aufstrebenden Tottenham Hotspur, ist mindestens eine Klasse besser als die der Deutschen. Das bestätigten zuletzt auch Mesut Özil, André Schürrle und Lewis Holtby unabhängig voneinander in mehreren Interviews. Wenngleich es berechtigt sein mag, darauf hinzuweisen, dass die finanziellen Mittel, siehe TV-Vermarktung und Mäzenatentum, in England andere Dimensionen haben.

Noch schmeckt es den Briten besser

Einzig auf den FC Bayern und auf Borussia Dortmund schauen die Engländer mit Neid und Anerkennung. Als Guardiola nach München statt auf die Insel wechselte, verstanden die Briten das als klares Zeichen, dass der FCB den englischen, von Milliardären dominierten Klubs längst weit voraus ist. Und dass der BVB von einem Fast-Pleite-Klub zu einem der besten Teams der Welt aufgestiegen ist, lässt die Engländer mit Blick auf ihre eigenen Finanzen erschaudern.

Nur erschaudert eben kein englisches Team, wenn es gegen eine andere deutsche Mannschaft geht als gegen München oder Dortmund. Das haben die acht Partien den letzten Wochen in der Gruppenphase der Königsklasse gezeigt. Noch schmeckt den Briten ihr Sahnebaiser besser als den Deutschen. Nicht auszuschließen jedoch, dass – Stichwort "Financial Fairplay" – sich die Engländer in absehbarer Zeit an ihrer Nachspeise kräftig verschlucken.

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