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Mesut Özil wird für den FC Arsenal London zum Problemfall

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Tiefer Fall  

Heilsbringer Özil wird zum Problemfall

20.02.2014, 16:59 Uhr | t-online.de

Mesut Özil wird für den FC Arsenal London zum Problemfall. Mesut Özil erlebt im Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Bayern einen Abend zum Vergessen. (Quelle: Reuters)

Mesut Özil erlebt im Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Bayern einen Abend zum Vergessen. (Quelle: Reuters)

Aus London berichtet Marc L. Merten

Einsam und niedergeschlagen flüchtete er als erster Spieler in die Kabine. Er traute sich nicht mehr zu den Fans, scheute jeden Blickkontakt, wollte nur noch weg. Mesut Özil schlich wie ein geprügelter Hund von dannen, nach einer bitteren Niederlage seines FC Arsenal gegen Bayern München (0:2) und einem Spiel, das für ihn persönlich zu einem großen Triumph hätte werden können, doch in einem Desaster endete.

Es waren keine zehn Minuten gespielt, da zeigte Özil erstmals – und letztmals an diesem Abend – seine Klasse. Im Strafraum drehte er Jerome Boateng ein, dieser ließ sein Bein stehen, Özil nahm es dankend an. Elfmeter. Özil schnappte sich den Ball, obwohl er bereits einen Strafstoß in dieser Champions-League-Saison verschossen hatte. Man konnte meinen: Wenn er den Ball jetzt versenkt, wird es sein Spiel. Doch Sekunden später war dieser Gedanke hinfällig. Dem etwas unrunden, verzögerten, manche würden sagen, verunsicherten Anlauf folgte ein halbgarer, halbhoher Schuss. Manuel Neuer fuhr seine rechte Hand aus und wehrte den Schuss ab.

Neuer schickt Özil in ein tiefes Loch

Hinterher sagten beide Trainer, dass der Elfmeter womöglich das Spiel entschieden habe. Bayerns Trainer Pep Guardiola gestand ein, "am Anfang viel Glück gehabt" zu haben. Für Arsenals Coach Arsene Wenger hatte "der verschossene Elfmeter unserer Mannschaft etwas weggenommen. Wir hätten das Tor gebraucht. Es hätte die Bayern verunsichert." Und Bundestrainer Joachim Löw hatte schon vor dem Strafstoß "kein gutes Gefühl für Mesut gehabt, weil Manuel die Art kennt, wie Özil spielt."

Ausgerechnet Özils Nationalmannschaftskollege Neuer schickte den sensiblen Spielmacher in ein tiefes Loch, aus dem er das ganze Spiel nicht mehr herausfand. "Er wollte alles so gut machen heute, aber der Elfmeter hat sein Spiel beeinflusst", sagte Wenger hinterher. "Er hat noch zehn Minuten später den Kopf geschüttelt."

Alibisprints und halbherzige Dribblings

Das Spiel gegen den FC Bayern war der negative Höhepunkt einer rasanten Talfahrt, die Özil in den vergangenen Wochen hingelegt hat. Seit es bei ihm nicht mehr läuft, hat Arsenal seinen Glanz der Vorrunde eingebüßt. Der 50-Millionen-Euro-Mann ist vom Heilsbringer zum Problem- und Streitfall geworden. Fans und Medien kritisieren die Körpersprache des 25-Jährigen, der allzu oft den Kopf hängen lässt und Lustlosigkeit ausstrahlt, wenn es nicht läuft.

Auch gegen die Bayern trabte er in Halbzeit zwei nur noch hinterher, ein paar Alibisprints hier, ein paar halbherzige Dribblings dort. Mehr kam nicht mehr. Dass er nicht ausgewechselt wurde, lag einzig daran, dass Wenger bereits vor der Halbzeit zweimal wechseln und später auch noch den angeschlagenen Oxlade-Chamberlain ersetzen musste. So quälte sich Özil durch die 90 Minuten, und jeder Arsenal-Fan, der ihn bei seinen Versuchen beobachtete, Arjen Robben aufzuhalten, dürfte ähnlich gefühlt haben.

Mitspieler faltet Özil auf dem Platz zusammen

Während bei den Bayern Toni Kroos als Denker und Lenker glänzte und mit überragender Passquote alles und jeden auf dem Platz in den Schatten stellte, vermittelte Özil mit fortlaufender Spielzeit mehr und mehr den Eindruck, nicht die nötige Motivation aufbringen zu können und zu wollen, sich den Bayern in den Weg zu stellen.

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Bis es seinem Mitspieler Mathieu Flamini nach einer neuerlichen Torchance Robbens zu bunt wurde und dem Deutschen lautstark die Meinung geigte. Während der giftige kleine Franzose fluchend und gestikulierend zum Ausdruck brachte, was er von Özils ungenügender Defensivleistung hielt, winkte dieser frustriert und genervt ab.

"Ich mache mir Sorgen um das Selbstvertrauen"

"Mesut ist ein wichtiger Spieler für uns", sagte sein Mitspieler, Kapitän und Landsmann Per Mertesacker hinterher. "Wir müssen ihn jetzt aufbauen." Doch wie? Özil scheint alles Selbstvertrauen der Hinrunde verloren zu haben, wirkt unzufrieden, manche sagen ausgelaugt und nicht fit. Jerome Boateng hatte unlängst angemerkt, auch Özil müsse erst mal damit klar kommen, ohne Winterpause eine Saison durchspielen zu müssen. Das sei eine enorme Umstellung.

Doch mit Müdigkeit alleine dürfte Özils Leistungstief nicht zu erklären sein. Dann hätte ihm Wenger längst eine Zwangspause verordnet. "Natürlich mache ich mir Sorgen um das Selbstvertrauen meiner Spieler", sagte Wenger nach der Pleite, durch die es für Arsenal nun eines Wunders bedarf, um noch ins Viertelfinale der Königsklasse einzuziehen. "Selbstvertrauen ist, was ihm den Spaß am Spiel gibt."

Mertesacker trotzt dem "Himmelfahrtskommando"

Diesen Spaß muss "The Boss" seinem vielleicht wichtigsten Spieler nun erst wieder vermitteln. Doch Özil muss dabei aktiv helfen. Dass er dazu bereit ist, war am Mittwochabend im Emirates nicht zu erkennen. Stattdessen droht den Gunners nicht nur im Rückspiel in München, sondern auch in Sachen nationaler Titelträume ein böses Ende. "Wir haben in der Anfangsphase gute Ansätze gezeigt", resümierte Mertesacker. "Aber Ansätze reichen nicht."

Wenn es etwas gab, das Arsenal die Hoffnung auf Besserung geben könnte, dann war es die Leistung des Kapitäns. Mertesacker war mit Abstand bester Spieler seines Teams, räumte im "Himmelfahrtskommando in der zweiten Halbzeit" alles weg, was wegzuräumen ging. Im Luftkampf gewohnt stark, warf er sich in alle Bälle, die in den Sechzehner flogen oder in Richtung Tor abgefeuert wurden. Immer wieder feierten ihn die Arsenal-Fans mit Sprechchören.

Auch nach dem Spiel zeigte der Lange Größe. Als Özil längst in der Kabine verschwunden war, stand Mertesacker noch immer auf dem Platz und applaudierte den Zuschauern. Auch deswegen respektieren ihn die Engländer. An Mertesacker sollte sich Özil ein Beispiel nehmen.

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