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Champions League  

Hauptsache weiter: Bayern haken schmucklosen Abend ab

12.03.2014, 13:31 Uhr | dpa

Hauptsache weiter: Bayern haken schmucklosen Abend ab. Javi Martinez (M) kommt zu einem Schuss auf das gegnerische Tor.

Javi Martinez (M) kommt zu einem Schuss auf das gegnerische Tor. Foto: Andreas Gebert. (Quelle: dpa)

München (dpa) - Uli Hoeneß jubelte wie in unbeschwerten Zeiten. Für den Präsidenten glänzt die Bayern-Welt aber nur noch auf dem Platz rot und weiß. Ein rauschendes Fußballfest blieb dem Clubboss beim 1:1 (0:0) seiner Stars gegen den FC Arsenal verwehrt.

Aber um Schönheitspreise ging es im Achtelfinal-Rückspiel auch nicht. "Die Mannschaft marschiert weiter", sagte Kapitän Philipp Lahm. Trainer Pep Guardiola gab sich "zufrieden, alles gut". Den schmucklosen, aber letztlich souveränen Erfolg hakte der deutsche Rekordmeister schnell ab. Dabei kündigten sich für Coach Guardiola neue Baustellen auf dem Weg zur angestrebten historischen Titelverteidigung in der Champions League an.

"Es ist besser, wenn ich nichts dazu sage", bemerkte Thomas Müller angesprochen auf seine abermalige Reservistenrolle im Starensemble. Dem Spaßvogel der Bayern war nach dem persönlich verkorksten Abend samt sehr später Einwechslung und einem verschossenen Foulelfmeter in der Nachspielzeit ausnahmsweise nicht nach Witzen zumute.

Wie schon beim 2:0-Hinspielsieg in London hatte Guardiola dem WM-Torschützenkönig keinen Platz in der Startelf zugestanden. Überraschend setzte er neben Jérome Boateng auch Toni Kroos auf die Bank und vertraute im Mittelfeld lieber Bastian Schweinsteiger. Der Torschütze zum 1:0 (55.) ist nach einer Sprunggelenksverletzung zwar noch nicht topfit, in Guardiolas Hierarchie rangiert er aber über Kroos. "Ich komme immer besser in Tritt", sagte der Nationalspieler.

Vor den saisonentscheidenden Wochen in Champions League und Pokal - die Meisterschaft ist längst entschieden - ist Guardiola nun als Moderator gefragt, um Müller, Kroos und Co. bei Laune zu halten.

Außerdem hat Bayern ein Elfmeterproblem: Nach fünf Patzern bei den vergangenen acht Strafstößen in der Königsklasse muss der Coach wohl wieder einmal einen neuen Schützen Nummer eins finden. David Alaba hatte im Hinspiel verschossen, Müllers Schuss parierte Lukasz Fabianski. "Heute war es Gott sei Dank kein entscheidender", sagte Kroos. "Ich muss es natürlich besser machen", räumte Müller ein. "Der Torwart hat sich spät bewegt, dann wollte ich das Ruder noch nach rechts herumreißen, es hat aber nicht mehr ganz gereicht."

Ob künftig wieder Arjen Robben ran darf? Ausgerechnet Robben, dessen Fehlschüsse im Liga-Saisonfinale 2012 gegen Borussia Dortmund und im Champions-League-Endspiel im selben Frühjahr gegen den FC Chelsea den Bayern zwei Titel gekostet haben? "Wenn ich gefragt werde, bin ich bereit", antwortete der Niederländer schmunzelnd.

Robben war noch der zielstrebigste Akteur der Bayern, die sich mit dem Verwalten des Hinspiel-Vorsprungs schwertaten, weil es der Guardiola-Offensivphilosophie widerspricht. "Nach so einem 2:0 ist es für die Spieler schwer", gab Guardiola zu. 2013 hätten die Bayern einen Zwei-Tore-Vorsprung fast noch vergeigt. "Dieses Ergebnis hatten wir schon noch im Kopf", sagte Lahm. "Die Erwartungshaltung ist immer, dass wir jeden Gegner aus dem Stadion schießen. Aber Arsenal ist keine Laufkundschaft, die man einfach mal 4:0 schlägt."

Der aus dem Mittelfeld in die Abwehr zurückversetzte Kapitän hatte sich vor dem Ausgleich von Auswahlkollege Lukas Podolski (57.) den Ball abnehmen lassen. "Das war ein klares Foulspiel", fand Lahm.

Den Gästen von der Insel mit den vier deutschen Profis Podolski, Per Mertesacker, Mesut Özil - der sich vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw am Oberschenkel verletzte und zur Pause ausgewechselt wurde - sowie Serge Gnabry blieb dagegen wie schon vor zwölf Monaten nur ein Achtungserfolg. "Wir haben hier zweimal nicht verloren, was schon fast ein Weltwunder ist", meinte Mertesacker.

Statt Arsenal sind nun die Bayern am 21. März im Lostopf für das Viertelfinale. Als Gegner winken Großkaliber wie die Madrider Clubs Real und Atletico oder Liga-Rivale Borussia Dortmund. Dann würde sich auch Hoeneß nur zu gerne nach seinem Steuerprozess bei großen Europapokal-Abenden wieder positiv ablenken lassen. Robben verkündete: "Wir wollten auch weiterkommen für den Präsidenten. Er ist immer da im Verein, wenn einer Unterstützung braucht."

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