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FC Bayern München kommt bei Manchester United mit dem Schrecken davon

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ManU leistet Gegenwehr  

Der FC Bayern kommt mit dem Schrecken davon

02.04.2014, 10:03 Uhr | t-online.de

FC Bayern München kommt bei Manchester United mit dem Schrecken davon. Arjen Robben (rechts) hat gegen Shinji Kagawa von Manchester United das Nachsehen. Franck Ribéry (links) kann nur zusehen. (Quelle: AP/dpa)

Arjen Robben (rechts) hat gegen Shinji Kagawa von Manchester United das Nachsehen. Franck Ribéry (links) kann nur zusehen. (Quelle: AP/dpa)

Aus Manchester berichtet Marc L. Merten

"Du kannst mich schon anschauen, wenn ich Dir eine Frage beantworte." Pep Guardiola sagte es mit einem Lächeln, als ein Journalist auf der Pressekonferenz ihm eine Frage stellte und dann zum Mitschreiben den Kopf auf sein Blatt Papier senkte. Guardiola sagte alles mit einem Lächeln. Dass er "nicht enttäuscht" sei. Dass es "ein gutes Ergebnis" sei. Und dass er seiner Mannschaft "zu einem guten Spiel gratuliere". Doch alles Lächeln konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass Guardiola nicht zum Lachen zumute war.

Das 1:1 (0:0) bei Manchester United im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League hatte sich der Trainer des FC Bayern München anders vorgestellt. Nicht unbedingt das Resultat, mit dem der Titelverteidiger gut leben kann und eine vielversprechende Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche hat. Doch die Spielweise seines Teams und diverse Personalien dürften ihm in den nächsten Tagen Kopfzerbrechen bereiten.

Guardiola verärgert 
"Schau mich an, wenn ich mit dir rede!"

Der Bayern-Coach weist in der Pressekonferenz einen Journalisten zurecht. Video

Totale Kontrolle: "Wie beim Handball"

Dabei lesen sich die nackten Zahlen nach 90 Minuten im Old Trafford mal wieder genauso, wie man sie von einem typischen Bayern-Spiel in dieser Saison kennt. 74 Prozent Ballbesitz, 767 zu 249 gespielte Pässe, totale Kontrolle über Ball und Gegner. Die Bayern nagelten das Team von David Moyes über den Großteil des Spiels am United-Strafraum fest, spielten "wie beim Handball" (Thomas Müller), fanden jedoch nur vereinzelt Lücken, um die massive Defensive der Red Devils zu durchbrechen.

Und das, obwohl bei Manchester die beiden etatmäßigen Außenverteidiger fehlten. Doch weder Franck Ribéry gegen Phil Jones noch Arjen Robben gegen Alexander Büttner kamen so zur Geltung, wie sich Guardiola das gewünscht hatte. Das lag zum Einen am kämpferisch vorbildlichen Einsatz aller United-Spieler. Zum Anderen aber zeigten sich die Bayern-Strategen um Kroos, Schweinsteiger und Lahm erstaunlich einfallslos. Zwar passsicher wie immer, jedoch zu selten mit gelungenem Flügelspiel oder Zuspielen in die Schnittstellen der Vierer- und teilweise gar Fünferkette.

Weltklasse-Parade von Neuer rettet Bayern

"Wir haben uns heute schwer getan", befand Sportvorstand Matthias Sammer, der sich in der einen oder anderen Situation "etwas mehr Mut" gewünscht hätte. "Es ist nicht einfach, gegen ein Team Chancen zu kreieren, das mit acht, neun Mann im Strafraum verteidigt", nahm Guardiola seine Spieler in Schutz. Moyes hatte sich für eine massive Zentrale mit allesamt großen, robusten, erfahrenen Spielern entschieden, die zwar meist erst 35 Meter vor dem Tor die Bayern unter Druck setzten, dann jedoch geschickt die entscheidenden Passwege blockierten.

Manchesters Taktik war klar: Über die schnellen Valencia, Welbeck und Rooney sollten Konter kreiert werden, der Rest war pures Verteidigen. Moyes’ Plan ging auf. Einzig Robben mit seinem linken Fuß sorgte für Gefahr vor dem Tor von David de Gea. Auf der anderen Seite gelang es ein ums andere Mal, besonders Welbeck ins Spiel zu bringen. Die Bayern konnten sich bei Manuel Neuer bedanken, dass dieser mit einer Weltklasse-Parade kurz vor der Halbzeit den Rückstand verhinderte.

"Maschine" Mandzukic ragt heraus

Dass United dann trotzdem traf, war einer Schlafmützigkeit des Titelverteidigers geschuldet. Bei einer Ecke der Red Devils verteidigten die Münchner weder die Pfosten noch acht Meter zentral vor dem Tor. Gegen die Hünen des englischen Meisters zu wenig, Vidic sagte danke, nickte ein und verwandelte Old Trafford in den gefürchteten Hexenkessel, in dem schon so viele Mannschaften zuvor gescheitert waren.

Dass die Bayern zurück ins Spiel fanden, war vor allem zwei Männern zu verdanken: Bastian Schweinsteiger und Mario Mandzukic. Der Kroate, für Müller eingewechselt, war das fehlende Element im Strafraum, die "Maschine", wie ihn Sammer hinterher nannte, die sich im Luftkampf mit Vidic und Co. messen konnte. Er legte per Kopf auf Schweinsteiger ab, der zum Ausgleich traf. "Mandzukic und Schweinsteiger muss man heute herausheben", befand Sammer hinterher.

Unzufrieden 
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Schweinsteiger-Rot vergrößert Personalsorgen

Doch ausgerechnet Schweinsteiger war es, der am Ende eines harten Kampfes für einen der großen Wermutstropfen sorgte. Eine umstrittene Gelb-Rote Karte, mit der Guardiola "ganz und gar nicht" einverstanden war, kostet ihn ebenso das Rückspiel wie die dritte Gelbe Karte von Javier Martinez. Zusammen mit dem verletzten Thiago fehlen Guardiola so im Rückspiel drei zentrale Spieler. "Ich weiß noch nicht, wer nächste Woche auflaufen wird", kommentierte der Spanier die Ausfälle, um süffisant hinzuzufügen: "Vielleicht brauche ich ein Glas Wein, um darüber nachdenken zu können. Aber wir werden wohl mit elf Spielern auflaufen."

Das wird auch nötig sein. Denn trotz aller schwachen Auftritte in dieser Saison scheint sich Manchester United zumindest in der Champions League immer wieder auf seine alten Stärken zu besinnen. Die Ansprüche, das zeigte die zerstörerische Taktik, sind zwar gesunken, die Qualität für einige wenige Spiele jedoch schlummert noch immer in den Spielern, die letzte Saison mit elf Punkten Vorsprung englischer Meister geworden waren. "Ich habe immer daran geglaubt, dass wir heute ein Tor erzielen können", zeigte Moyes Selbstbewusstsein. "Jetzt werden wir nach München fahren, und wir wissen, dass wir erneut treffen können. Wir zeigen unsere besten Leistungen in der Champions League."

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Das war die Meisterschaft - wie viele Titel holt der FC Bayern München in dieser Saison noch?

Wieder Wirbel um Kroos

Im Gegensatz zum FC Bayern, zumindest zuletzt, wenn es um die reinen Ergebnisse geht. Die Münchner haben nur eines der letzten vier Spiele der Königsklasse gewonnen. Zweimal davon konnten sie zuhause gegen eine englische Mannschaft nicht gewinnen (2:3 gegen Manchester City, 1:1 gegen FC Arsenal). Das weiß auch Moyes: "Die anderen englischen Klubs haben in München gute Ergebnisse erzielt. Das wollen wir auch."

Dessen ist sich Guardiola bewusst. Sein Team ist in Manchester "gegen eine top, top Mannschaft" mit dem Schrecken davon gekommen. Der schlechte April-Scherz blieb aus. Dennoch gilt es einiges zu klären für das Rückspiel. Auch mit dem von United umworbenen Toni Kroos ("Das ist ein schönes Stadion hier, aber ich bin momentan Spieler beim FC Bayern"). Der war von seinem Trainer nach einer anständigen Leistungen ausgewechselt worden und darüber nicht glücklich. Noch an der Seitenlinie kam es zu einer Diskussion zwischen Spieler und Trainer. "Wir haben uns über seine absolut großartige Leistung unterhalten", sagte Guardiola mit unzweideutigem Unterton. Auf Nachfrage, ob er sich da sicher sei, sagte er: "Absolut, ja." Er lächelte ein letztes Mal, dann verschwand er in den Katakomben des Old Trafford.

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