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FC Bayern München hängt am Tropf von Franck Ribéry

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Unterirdische Vorstellung  

Die Bayern hängen am Tropf von Franck Ribéry

24.04.2014, 10:17 Uhr | mw, t-online.de

FC Bayern München hängt am Tropf von Franck Ribéry. Bayern-Star Franck Ribéry (Mitte) agierte im Halbfinal-Hinspiel gegen Real Madrid meist viel zu harmlos. (Quelle: dpa)

Bayern-Star Franck Ribéry (Mitte) agierte im Halbfinal-Hinspiel gegen Real Madrid meist viel zu harmlos. (Quelle: dpa)

Franck Ribéry wollte nur noch weg. Als seine Nummer sieben auf der Tafel des vierten Offiziellen rot aufleuchtete, eilte er in höchstem Tempo zur Außenlinie, klatschte Mario Götze ab und verabschiedete sich umgehend in die Kabine. Es war das Ende eines unterirdischen Auftritts des kleinen Franzosen, der beim 0:1 des FC Bayern gegen Real Madrid seine wohl schwächste Leistung überhaupt im Münchner Trikot gezeigt hatte. (Die Einzelkritik der Bayern-Profis gegen Real Madrid)

Ribéry steckt endgültig mittendrin in der größten sportlichen Krise seiner Karriere – und dieser Durchhänger wird zunehmend zu einem ganz großen Problem für Bayern-Coach Pep Guardiola. Er könnte dem Rekordmeister letztlich sogar die Finalteilnahme in der Champions League kosten.

Endlose Ballstafetten statt Offensiv-Feuerwerk

Denn ohne Ribérys zündende Ideen fehlte den Bayern gegen die Königlichen in der Offensive die Kreativität und Durchschlagskraft. Die Dominanz verpuffte in endlosen Ballstafetten. "Wir haben 0:1 verloren. Das ist Fakt. Uns hat heute der letzte Punch gefehlt", sagte Sportchef Matthias Sammer. "Wir müssen den Bock umstoßen, wir brauchen im Rückspiel den gnadenlosen Abschluss, wir brauchen unsere Zuschauer, wir brauchen mindestens ein Tor." Was Sammer noch hätte anfügen können: Die Bayern brauchen den alten Ribéry.

Einzelkritik 
Franck Ribéry: Totalausfall gegen Real

Gegen Real Madrid gelingt Europas Spieler des Jahres überhaupt nichts. mehr

Ribéry schießt nicht einmal auf das Real-Tor

Ohne den verhinderten Weltfußballer, der in 72 Minuten Arbeitszeit nicht ein einziges Mal aufs Tor schoss, die mit Abstand schlechteste Passquote aller Bayern-Akteure aufwies und komplett verunsichert wirkte, ist die FCB-Offensive zu leicht auszurechnen. Das hat das Halbfinal-Hinspiel im mit 80.000 Zuschauern restlos ausverkauften Estadio Santiago Bernabeu schmerzhaft bewiesen.

Die Bayern hatten mehr als 70 Prozent Ballbesitz, holten 15 Ecken heraus (Madrid drei) und spielten 705 Pässe (Madrid 276). Doch am Ende jubelten die Gastgeber, die hinten sicher standen und vorne eiskalt zuschlugen.

Guardiola ist trotzdem "stolz auf die Mannschaft"

Guardiola, der zum ersten Mal überhaupt ein Spiel in der Arena von Real Madrid verlor, war angesichts dieser zwar beeindruckenden, letztlich aber wertlosen Statistik nach Spielende sogar zufrieden und bescheinigte, "sehr stolz auf die Mannschaft" zu sein. Und tatsächlich: Der amtierende Deutsche Meister, bei dem Rafinha etwas überraschend als Rechtsverteidiger begonnen hatte und Thomas Müller, Javi Martinez sowie Mario Götze erst einmal nur auf der Bank saßen, war von seinem spanischen Trainer exzellent eingestellt worden und hatte lange Zeit eigentlich alles richtig gemacht.

Die Elf um Kapitän Philipp Lahm, der erneut neben dem enttäuschenden Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos auf der Sechser-Position agierte, legte zu Beginn des Spiels los wie Feuerwehr und schnürte die Königlichen am eigenen Strafraum fest. In der ersten Halbzeit erspielten sich die Münchner teilweise über 80 Prozent Ballbesitz und erzwangen durch geschicktes Gegenpressing zwölf Ballrückeroberungen in der gegnerischen Hälfte. Ein extrem guter Wert.

Schadenfreude pur 
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Die Madrilenen hingegen, bei denen Superstar Gareth Bale wegen einer Magen-Darm-Grippe nur auf der Bank Platz genommen hatte, zogen sich über die gesamte Spielzeit extrem weit zurück, um dann bei Ballgewinn blitzschnell umzuschalten. "Wir waren klar überlegen, haben aber nicht alle Konter verhindern können. Es ist unmöglich, dass man Real keine Chance ermöglicht, das ist eine Weltklasse-Mannschaft", sagte Lahm fast schon entschuldigend.

"Was uns gefehlt hat, war der Abschluss"

Und genau einen solchen Konter über den angeschlagenen Cristiano Ronaldo, der gegen den Willen der Ärzte aufgelaufen war, und Fabio Coentrao schloss Karim Benzema mit dem ersten Torschuss der Hausherren zum zu diesem Zeitpunkt höchst schmeichelhaften 1:0 (19. Minute) ab. "Wir haben Real genauso erwartet", sagte Sammer. "Wir haben heute mit unserer Dominanz das Spiel beherrscht, aber nicht das Ergebnis."

UMFRAGE
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Heißt: Der FC Bayern spielte gut, Real Madrid spielte cleverer. "Wir wollten ein Spiel mit viel Ballkontrolle und ein gutes Umschaltspiel. Das haben wir teilweise geschafft. Was uns gefehlt hat, war der Abschluss", fand dann Guardiola den einzigen wirklichen Kritikpunkt des Abends, der auch und vor allem an Ribéry gerichtet war.

Thiago fehlt an allen Ecken und Enden

Denn es ist auffällig, dass der Franzose – anders noch als in der Vorsaison – derzeit in den entscheidenden Momenten nicht mehr helfen kann. Während er im letzten Jahr im Halbfinale gegen den FC Barcelona noch zwei und im Finale gegen den BVB ein Tor vorbereitete, blieb er gegen Madrid hinter den hohen Erwartungen und Ansprüchen meilenweit zurück. Und Ribérys Krise kommt zur Unzeit: Gerade jetzt, nach dem Ausfall von Thiago, sind die Spieler auf den Außenbahnen extrem wichtig. 

Pleite in Madrid 
Aber Guardiola ist trotzdem zufrieden

Nach der Niederlage bei Real zeigt sich der Bayern-Coach stolz auf seine Mannschaft. Video

Da sich Schweinsteiger und Lahm in Madrid vornehmlich um die Organisation der Defensive kümmerten und mit Mandzukic ein echter Stoßstürmer auflief, war mit Kroos plötzlich nur noch ein Spieler in der Zentrale mit der Spielgestaltung beauftragt. Der Weg ging also nur über die Flügelzange Arjen Robben und Ribéry.

Kahn im ZDF: Bayerns Flügelzange war nicht zu sehen

Aber das war auch für Xabi Alonso und Co. keine große Überraschung: Die Real-Defensive nahm Robben geschickt und Ribéry ohne große Mühe aus der Partie. Die Folge: 40 harmlose Flanken, von denen gerade einmal zehn beim Mitspieler landeten, und 15 kläglich hergeschenkte Eckbälle. "Robben und Ribéry machen normalerweise den Unterschied, aber die hat man heute nicht gesehen", bilanzierte der ehemalige Bayern-Keeper Oliver Kahn beim ZDF. "Das war keine große Herausforderung für Real."

Müller: "Wir fliegen voller Selbstvertrauen nach Hause"

Etwas brenzliger wurde es erst mit den eingewechselten Müller und Götze, die frischen Wind und etwas Anarchie in das vorher sehr statische System brachten. Beide hatten sogar den Ausgleich auf dem Fuß. "Wenn so einer reingeht, ist es ein gutes Ergebnis", haderte Robben. Doch so bleibt nur der Blick auf das Rückspiel in fünf Tagen. Und die Erkenntnis, dass die Real-Defensive definitiv zu knacken ist.

"Wir spielen zu Hause, in der Allianz Arena ist alles möglich", sagte Lahm. "Wir haben eine Riesenaufgabe vor uns. Ich glaube, Real hat riesengroßen Respekt vor uns. Das müssen wir am Dienstag nur in Tore ummünzen", ergänzte Müller. "Wir fliegen voller Selbstvertrauen nach Hause." Hoffentlich bekommt davon auch Ribéry etwas ab. 

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