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FC Bayern München sucht gegen Manchester City noch den Killerinstinkt

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Trotz Boatengs Knalleffekt  

FC Bayern auf der Suche nach dem Killerinstinkt

18.09.2014, 11:48 Uhr | t-online.de

FC Bayern München sucht gegen Manchester City noch den Killerinstinkt. Gerade nochmal gutgegangen: Bayern-Trainer Pep Guardiola (li.) jubelt mit Jerome Boateng über dessen erlösenden Last-Minute-Treffer. (Quelle: dpa)

Gerade nochmal gutgegangen: Bayern-Trainer Pep Guardiola (li.) jubelt mit Jerome Boateng über dessen erlösenden Last-Minute-Treffer. (Quelle: dpa)

Aus München berichtet Marc Merten

Ein Sprichwort besagt: "Der Mensch ist ein zielstrebiges Wesen. Aber meistens strebt es zu viel und zielt zu wenig." Sollte jemand noch ein Musterbeispiel brauchen, um den Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz zu erklären, liefert das Spiel der Champions League des FC Bayern München gegen Manchester City (1:0) eindrucksvolles Anschauungsmaterial.

Die wissenschaftliche Zusammenfassung des Spiels könnte lauten: Die Bayern waren effektiv, weil sie gegen einen starken Gegner ab Mitte der ersten Halbzeit das Richtige taten. Doch die Bayern waren höchst ineffizient, weil sie zwar das Richtige taten, ihren Aufwand aber erst ganz am Ende belohnten.

Aus Boateng wird BoaPENG

Besser gesagt in der 90. Minute: Wenige Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit sorgte der überragenden Jerome Boateng für den nötigen Knalleffekt und jagte den Ball von der Strafraumkante über Mario Götzes Rücken hinweg ins lange Ecke der Citizens. Aus Boateng wurde "BoaPENG" und aus der Allianz Arena doch noch ein Tollhaus.

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Dabei hätten es sich die Mannen von Trainer Pep Guardiola so viel einfacher machen können. Anstatt in der letzten hätten sie schon in der ersten Minute treffen können. Nein, müssen! Doch Thomas Müller brachte den Ball aus drei Metern nicht im leeren Tor unter. "Ich bin Torjäger, ich will das Tor machen", sagte der 25-Jährige hinterher und konnte es verschmerzen, dass ihn eine leichte Berührung mit Torhüter Joe Hart aus dem Tritt und um das Tor gebracht hatte. "Weil wir 1:0 gewonnen haben, kann ich gut damit leben. Ich kenne mich ja mit technischen Fehlern gut aus. Den habe ich nicht absichtlich daneben geschossen."

Das Richtige gemacht, aber eben nicht richtig

Absichtlich schoss an diesem Abend in der Allianz Arena sicher niemand daneben. Nicht Müller, der wenig später auch nicht absichtlich per Kopf an Hart scheiterte. Auch Robert Lewandowski traf nicht absichtlich das Außennetz. Und so weiter. David Alaba gleich zweimal, Mario Götze, später auch noch Arjen Robben und Claudio Pizarro. Selbst Jerome Boateng schoss nur zwei Minuten vor seinem Siegtreffer nicht absichtlich schwächer aufs Tor, damit Hart den Ball gerade noch um den Pfosten lenken konnte.

Und doch ließen die Bayern trotz teils beeindruckender Leistung den Killerinstinkt vermissen, das letzte Quäntchen, das nötig gewesen wäre, um Manchester City schon frühzeitig in die Schranken zu weisen. Ja, die Bayern haben immer die Qualität, auch nach Abpfiff quasi aus der Dusche noch den Siegtreffer zu erzielen. Die Häufigkeit aber, in der nach Schlusspfiff die Worte fielen "Wir haben sehr viele Chancen/Riesenchancen/große Torchancen liegen gelassen“, deutet darauf hin, dass jedem beim FCB bewusst war: Hier und heute haben wir lange Zeit das Richtige gemacht, aber eben nicht richtig. Bis zu jenem Moment, als Boateng die rechte Klebe auspackte.

Lahm: "Wir sind nur hinterher gelaufen"

Pep Guardiola gehört ja generell zu den Diplomaten unter den Interviewpartnern. Während sich andere Trainer emotional zu kritischen Äußerungen hinreißen lassen, lächelt der Spanier fast schon entschuldigend: Nein, er könne absolut nichts kritisieren. "Ich bin mit nichts unzufrieden, ich bin sehr zufrieden mit allem." In der Tat, so Guardiola, habe seine Mannschaft "am Anfang sehr viele Probleme gehabt, das Spiel im Mittelfeld zu kontrollieren". Aber nein, er habe nichts zu kritisieren. "Wir haben auf sehr hohem Niveau gespielt. Wenn man gegen eine Mannschaft wie City spielt, kann nie alles funktionieren."

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Es ist das Zwischen-den-Zeilen-Lesen, das den Diplomaten Guardiola entlarvt. Tatsächlich hatten die Bayern in den ersten 20 Minuten das Spiel nicht im Griff. Im Gegenteil. In der heimischen Allianz Arena dominierten die Gäste. Die Granden im Mittelfeld der Bayern, Xabi Alonso und Philipp Lahm, sahen älter aus als sie sind und hatten keinen Zugriff auf die Ballstafetten der Citizens. "Am Anfang sind wir nur hinterher gelaufen", gestand Lahm. "Dann haben wir umgestellt. Das war sehr wichtig. Danach lief es deutlich besser."

Boateng: "Ich dachte: Hau ihn einfach nur rein!"

Glück dem, der die taktischen Möglichkeiten des Champions-League-Siegers von 2013 hat. Guardiola verschob seine Spieler, machte das Mittelfeld für City dicht, veränderte das Pressing und läutete die Offensive ein. Und dass der Spanier hinterher nicht die Abschlussschwäche seiner Mannschaft kritisierte, legt nur nahe, dass in den nächsten Tagen intensiv am Torabschluss gearbeitet wird.

So wurde letztlich ein Mann zum Spieler des Spiels, der nicht nur hinten kompromisslos abräumte und seine sensationelle Form aus dem WM-Finale in die neue Saison gerettet hat. Boateng legte sein ganzes Selbstbewusstsein, das sein Trikot zum Platzen bringen könnte, in diesen einen Schuss hinein. "Wir haben bis zum Schluss dran geglaubt", sagte er. "Dann kam der Ball und ich dachte: Hau ihn einfach nur rein!" Es war diese Wucht der Überzeugung, die Boateng zu BoaPENG machte und den FC Bayern nicht nur zielstrebig und effektiv, sondern auch erfolgreich und effizient. Gut gezielt ist eben halb gewonnen.

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