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Champions League: Unwürdiger Rahmen für Jubiläumssieg vom FC Bayern

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"Noch nie erlebt"  

Unwürdiger Rahmen für Bayerns Jubiläumssieg

30.09.2014, 21:43 Uhr | sid

Champions League: Unwürdiger Rahmen für Jubiläumssieg vom FC Bayern. Mehdi Benatia (li.) und Thomas Müller vom FC Bayern (Quelle: dpa)

"Was war das denn?" Mehdi Benatia (li.) und Thomas Müller verlassen nach dem Geisterspiel das Stadion in Moskau. (Quelle: dpa)

Thomas Müller blickte kurz auf die leeren Sitzschalen, dann verschwand der Matchwinner mit einem Kopfschütteln in die Katakomben. "Das war heute nicht nur wegen der nicht vorhandenen Fans, sondern auch wegen der Spielweise des Gegners ein ganz komisches Spiel", sagte der Weltmeister nach dem gespenstischen 1:0 (1:0) des FC Bayern München in der Champions League bei ZSKA Moskau. Auf und neben dem Platz war die Partie vor allem eines: trostlos. ZSKA musste die Partie wegen rassistischer Aussetzer der Fans ohne Publikum bestreiten.

"Das war schon seltsam. Normal ist Fußball ein Sport, der für die Fans gespielt wird. Schließlich sind wir in einer Unterhaltungsbranche tätig", sagte Müller, der in der 22. Minute einen Foulelfmeter zum entscheidenden Tor verwandelte. Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sagte gar bei Sky: "Ich bin seit 40 Jahren im Fußballgeschäft, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Und ich hoffe, dass ich so etwas auch nie wieder erleben muss."

Am Ende zählte für die Bayern aber vor allem der zweite Sieg im zweiten Gruppenspiel, der zudem der 100. Erfolg in der Champions-League-Geschichte des Rekordmeisters war. Weitgehend unbeeindruckt von den widrigen Umständen mit einem Bombenalarm im Hotel und der Geisterkulisse von 400 Augenzeugen gewann der Bundesliga-Tabellenführer verdient, hatte starke 73 Prozent Ballbesitz, überzeugte aber nur selten.

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Fans werden kreativ

Beobachtet wurde das Spiel von 400 Anwesenden sowie etwa 50 Bayern-Fans in einem nahe gelegenen Hochhaus. Die Rechnung für das Appartement im 18. Stock mit bestem Blick auf den Rasen übernahm der FCB. Zu sehen gab es ein seltenes Schauspiel. Die Begegnung lief ab wie jedes andere Spiel der Königsklasse, mit dem Einlauf der Mannschaften, der Hymne oder dem Verlesen der Aufstellungen.

Bizarr klang freilich diesmal die obligatorische Ansage des Stadionsprechers, die Zuschauer sollten bitte den Kampf der Europäischen Fußball-Union (UEFA) gegen Rassismus unterstützen - und das Spiel genießen.

Neuer gewohnt souverän

"Wir hätten sicher das eine oder andere Tor mehr schießen können. Aber Moskau war bei Kontern immer gefährlich. Wir haben die drei Punkte, mehr gab es hier eh nicht zu holen", sagte Matchwinner Müller. Bis zum schweren Auswärtsspiel beim italienischen Vizemeister AS Rom (21. Oktober) ist allerdings eine weitere Steigerung nötig.

In der Abwehr leisteten sich die Münchner einige Nachlässigkeiten, die der russische Meister nicht entschlossen genug nutzte - oder Torhüter Manuel Neuer vereitelte. Darüber hinaus gingen die Bayern, die in Müller ihren größten Aktivposten hatten, oft etwas leichtfertig mit ihren Chancen um.

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Müller behält die Nerven

Der FC Bayern dominierte das Spiel und schnürte die Moskauer, die mit einer reichlich defensiven 5-4-1-Formation angetreten waren, in deren Hälfte fest. Im dichten Abwehrverbund taten sich auch bald einige Lücken auf, Mario Götze (9.) und Robben (11.) konnten diese aber nicht nutzen. Der Brasilianer Mario Fernandes tat den Gästen dann den Gefallen, Götze im Strafraum zu Fall zu bringen. Müller guckte Torhüter Igor Akinfejew aus und schoss wuchtig hoch in die Tormitte.

Schlachtrufe waren trotz der leeren Ränge zu hören - vor dem Stadion hatten sich ein paar Anhänger von ZSKA versammelt, die sich mit Gesängen bemerkbar machten. Sie verpassten ein paar gute Chancen zum Ausgleich, oft begünstigt durch den unsicher wirkenden Benatia. So musste Neuer gegen Musa retten, der dem Marokkaner davongelaufen war (37.). Nur wenig später streifte ein schön gezirkelter Schuss von Roman Jeremenko von der Strafraumgrenze das Lattenkreuz (40.). Nach der Pause dominierten die Bayern Ball und Spiel, machten daraus zwar zu wenig, gewannen unterm Strich aber verdient.

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