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Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes schlägt Alarm

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Nach Pleite in Lissabon  

Schalke-Kapitän Höwedes schlägt Alarm

06.11.2014, 12:04 Uhr | t-online.de, sid, dpa

Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes schlägt Alarm. Benedikt Höwedes war nach Schalkes Niederlage in Lissabon restlos bedient. (Quelle: dpa)

Benedikt Höwedes war nach Schalkes Niederlage in Lissabon restlos bedient. (Quelle: dpa)

Nach der Champions-League-Pleite des Schalke 04 bei Sporting Lissabon (2:4) droht dem Revierklub bereits nach der Vorrunde das Aus. Kapitän Benedikt Höwedes hat nach der Partie bereits Alarm geschlagen. "Jetzt ist das schlimmste Szenario eingetreten", sagte der Weltmeister, denn die Konstellation in der Gruppe G verheißt nichts Gutes. Chelsea, nächster Gegner des S04 am 25. November, ist mit 8 Punkten Spitzenreiter vor Schalke (5), Lissabon (4) und Maribor (3).

"Wir haben es noch selbst in der Hand, können das Achtelfinale aus eigener Kraft schaffen. Aber die Situation spitzt sich zu. Gegen Chelsea und in Maribor müssen wir nun punkten", brachte Manager Horst Heldt die Situation auf den Punkt. Ein weiteres Problem: Der gewünschte positive Effekt durch den Trainerwechsel blieb bislang allerdings aus. Neu-Coach Roberto Di Matteo bittet seinerseits um Geduld.

"Es braucht Zeit", mahnte Di Matteo und behauptete: "Wir haben Fortschritte gemacht." Im Estadio José Alvalade, in dem der Bundesliga-Achte bereits den entscheidenden Schritt Richtung Achtelfinale hätte gehen können, war davon wenig zu sehen: Das Defensivkonzept des Italieners, in der Bundesliga relativ erfolgreich, ging nicht auf. Lektion eins des Champions-League-Siegers von 2012, die "defensive Organisation", hat offenbar längst noch nicht jeder verstanden.

Höwedes macht Keller mitverantwortlich

"Wir haben ein paar Fehler gemacht, die uns viel gekostet haben", gab Di Matteo zu. Torjäger Klaas-Jan Huntelaar diagnostizierte ein mentales Problem: "Die Angst zu verlieren war größer als der Wille zu gewinnen." Mit fatalen Folgen: Noch hat Schalke als Tabellenzweiter zwar einen Zähler Vorsprung. Punkten die Gelsenkirchener gegen den Topfavoriten Chelsea aber nicht, könnte selbst ein Sieg zum Abschluss beim Außenseiter NK Maribor zu wenig sein. "Dann könnte Chelsea gegen Sporting mit einer C-Mannschaft antreten", befürchtet Sportvorstand Horst Heldt.

Dass Schalke in diese knifflige Lage geraten ist, kreidet Kapitän Höwedes nicht dem neuen Coach Di Matteo an, sondern eher dessen Vorgänger. Unter Jens Keller sei zu wenig an der Fitness gearbeitet worden, ließ der Weltmeister durchblicken: "Da hätten wir mehr machen können. Wir müssen schon noch ein bisschen was aufholen. Wir können nicht jedes Spiel in dieser intensiven Phase über 90 Minuten gehen."

Sieben Gegentore in zwei Spielen

Offensichtlich ist aber auch, dass es Di Matteo in seinem ersten Monat als Schalke-Trainer noch nicht gelungen ist, die Defensive dauerhaft zu stabilisieren. In der Bundesliga kassierten die Königsblauen zwar in drei Spielen nur ein Gegentor, in den beiden Champions-League-Duellen mit Sporting in zwei Partien allerdings gleich sieben Treffer. "Das hat mit der Qualität des Gegners zu tun, aber auch mit den Fehlern, die wir gemacht haben", sagte der 44-Jährige.

Nach der glücklichen Führung durch ein Eigentor von Islam Slimani (17.) passten die Schalker zunächst bei einem Kopfball von Naby Sarr (26.) nicht auf. Dann ließen sie Jefferson unbedrängt das vorentscheidende 2:1 erzielen (52.), ehe sich die Abwehr bei Nanis Treffer völlig aus den Angeln heben ließ (72.). Nach Dennis Aogos 2:3 (88.) war Innenverteidiger Roman Neustädter bei Slimanis Sprint zu langsam (90.+1).

Heldt: "Hätte, hätte, Fahrradkette"

Neben den Abwehrschwächen ärgerte Huntelaar auch die mangelhafte Offensivleistung. "Wir sind fußballerisch nicht in der Lage, sehr viel Druck auf den Gegner auszuüben", klagte der Niederländer, der zum ersten Mal in dieser Saison in der Champions League ohne Tor blieb: "Wir haben erst angefangen zu spielen, als wir hinten lagen."

Die größte Chance, die Niederlage noch abzuwenden, hatte Chinedu Obasi. Der Ersatz für den verletzten Weltmeister Julian Draxler blieb nach Huntelaar-Pass am Fünfmeterraum aber an Torhüter Rui Patricio hängen (66.). Schon vor der Pause hätte Jungstar Max Meyer Schalke nach der schönsten Kombination des Spiels in Führung bringen können (36.). "Hätte, hätte, Fahrradkette", meinte Heldt.

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