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FC Bayern München verliert Spiel aber besteht Charaktertest

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Spiel verloren, Charaktertest bestanden  

Niederlage beweist: Der FC Bayern kann sich nur selbst schlagen

26.11.2014, 15:05 Uhr | t-online.de

FC Bayern München verliert Spiel aber besteht Charaktertest . Aufmunterndes Klatschen: Manuel Neuer (links) und Bastian Schweinsteiger waren trotz der Niederlage in Manchester nicht unzufrieden. (Quelle: imago/Revierfoto)

Aufmunterndes Klatschen: Manuel Neuer (links) und Bastian Schweinsteiger waren trotz der Niederlage in Manchester nicht unzufrieden. (Quelle: Revierfoto/imago)

Von Mark Weidenfeller

Nach 21 Minuten war die Partie des FC Bayern München bei Manchester City eigentlich gelaufen. Ein Mann weniger, mit 0:1 in Rückstand - und dazu bereits sicher als Gruppenerster für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert. Es gibt Mannschaften, die in einem solchen Augenblick zwei Gänge zurückschalten und auf den erlösenden Abpfiff warten. Doch nicht so die Bayern.

Das Team von Pep Guardiola zeigte bei der 2:3 (2:1)-Niederlage im Etihad Stadium eine sensationelle Leistung in Unterzahl, dominierte den Gegner beinahe nach Belieben und stand am Ende lediglich aufgrund zweier krasser individueller Fehler mit leeren Händen da. "Es ist bitter, dass wir uns für unsere gute Leistung nicht belohnt haben", sagte Manuel Neuer nach der Partie: "Wir hätten mehr verdient gehabt."

Bärendienst von Benatia

Medhi Benatia hatte zuvor mit einer mehr als ungestümen Grätsche gegen den Dreifach-Torschützen Sergio Aguero dafür gesorgt, dass sich seine Teamkollegen einem Charaktertest der besonderen Art unterziehen mussten. Da der Marokkaner nach einer Notbremse im Strafraum völlig zurecht vom Platz geflogen war und der gefoulte Aguero den fälligen Elfmeter sicher zum 1:0 für die Hausherren (21. Minute) verwandelt hatte, sahen sich die verbliebenen Bayern-Spieler mehr als 70 Minuten lang einem Gegner in Überzahl gegenüber.

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Diese Aufgabe erledigten sie jedoch mit Bravour. Der deutsche Rekordmeister, bei dem im Vergleich zum 4:0-Erfolg gegen Hoffenheim Sebastian Rode und Pierre-Emil Hojbjerg für die beiden Weltmeister Thomas Müller und Mario Götze in die Startelf gerutscht waren, spielte einfach weiter, als wäre nichts passiert. Der FC Bayern blieb das klar spielbestimmende Team und hatte bis zur Halbzeit mehr als 65 Prozent Ballbesitz. "Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben lange mit zehn Spielern gespielt - und das haben wir mit großer, großer Persönlichkeit getan", sagte Guardiola: "Wir haben den Ball dominiert, wir haben nicht viel zugelassen, wir haben das Spiel kontrolliert."

Robben: "Riesenkompliment an die Mannschaft"

Nach 45 Minuten sah dann auch alles so aus, als würde der unangefochtene Spitzenreiter der Bundesliga auch im 19. Pflichtspiel in dieser Saison ungeschlagen bleiben. Denn Geburtstagskind Xabi Alonso mit einem direkt verwandelten Freistoß (40.) und Robert Lewandowski, der eine Maßflanke des lange Zeit überragenden Jerome Boateng mit der Schulter über die Linie drückte (45.), drehten die Partie noch vor der Halbzeitpause zugunsten der Münchner.

"Man hat nicht gespürt, dass wir ein Mann weniger waren", sagte Alonso, der mit seinen nun 33 Jahren der klare Chef im Mittelfeld war. "Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Wir haben uns nicht versteckt und waren stark am Ball, obwohl wir ein Mann weniger waren", ergänzte ein ebenfalls angetaner Arjen Robben.

Alonso: "Das hat alles über den Haufen geworfen"

Erst in der zweiten Hälfte ließen sich die Gäste etwas mehr zurückfallen und konzentrierten sich in einem kompakten 4-4-1-System zunehmend auf Defensiv-Aufgaben. Die Viererkette hielten Dante, der nach dem Platzverweis für Rode in die Partie gekommen war, und der umsichtige und enorm zweikampfstarke Boateng zusammen. Im Mittelfeld offenbarten Franck Ribéry und Robben ungeahnte läuferische und kämpferische Fähigkeiten und auch Lewandowski spulte Kilometer um Kilometer ab, um den Vorsprung irgendwie über die Zeit zu retten. Die Bayern kämpften in einem für sie eigentlich völlig wertlosen Spiel bis zum Umfallen für den Sieg - ihre Mühen waren letztlich aber umsonst.

Denn ausgerechnet die beiden bis dahin besten Spieler auf dem Platz – Alonso und Boateng - schenkten den Hausherren mit zwei haarsträubenden Patzern in der Schlussphase den Sieg. Zuerst spielte der Spanier einen Querpass in die Füße von Aguero (85.), dann brachte Boateng einen harmlosen Ball nicht unter Kontrolle und verlor ihn ebenfalls an Aguero (90.) Dieser ließ sich nicht zweimal bitten und drehte innerhalb von nur fünf Minuten mit seinen Toren zwei und drei das Spiel zugunsten der Citizens. "Das hat alles über den Haufen geworfen", sagte Alonso: "Das ist sehr schade."

Guardiola: "Vielleicht eine Lehre für uns"

Und zudem äußerst unglücklich. Denn die Engländer hatten zuvor in mehr als einer Stunde Überzahl gerade einmal einen gefährlichen Torschuss durch Frank Lampard (70.) zustande gebracht - aus eigener Kraft hätte die Mannschaft von Manuel Pellegrini wohl nie einen Treffer erzielt. Es brauchte schon zwei eklatante Fehler, damit der FC Bayern wieder einmal ein Spiel verliert. "Wir haben uns selbst geschlagen", sagte der verletzte Claudio Pizarro und fasste damit den Abend treffend zusammen.

UMFRAGE
Wie schneiden die Bayern diese Saison in der Champions League ab?

Das Spiel der Bayern in Manchester machte zwei Sachen deutlich: Auch die Bayern sind Menschen und machen hin und wieder Fehler. Wenn sie diese allerdings nicht machen, sind sie selbst in Unterzahl nur sehr schwer zu besiegen. Guardiola war dementsprechend dann fast schon glücklich über die Pleite: "Es ist gut, dass es heute passiert ist, vielleicht ist es eine Lehre für uns. Denn wenn so etwas im Achtelfinale oder Viertelfinale passiert, bist du raus."

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