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So ist Bayern München reif für den Champions-League-Titel

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Die himmlischen Sieben  

So ist der FC Bayern reif für den Champions-League-Titel

12.03.2015, 18:44 Uhr | t-online.de

So ist Bayern München reif für den Champions-League-Titel. Thomas Müller vom FC Bayern (Quelle: imago/Ulmer)

Thomas Müller jubelt nach dem Führungstreffer gegen Donezk. (Quelle: Ulmer/imago)

Aus München berichtet Marc L. Merten

Sieben Tore für ein Halleluja. Der FC Bayern hat ein bemitleidenswertes Schachtar Donezk mit 7:0 (2:0) demontiert und das Viertelfinale der Champions League erreicht. Der Triumph der Bayern war aber nicht einfach nur ein Sieg, der das Weiterkommen sicherte. Er war ein Signal. Ein Signal der Stärke an die Konkurrenz, wozu die Münchner fähig sind. Und ein Signal an die eigene Seele, dass diese Saison mit der erneuten Krönung in der europäischen Königsklasse enden kann.

Kurz vor Spielbeginn in der Allianz Arena fiel der Satz des Abends: "Entweder, die feiern heute ein Schützenfest – oder sie scheiden aus." Gesagt hatte den Satz ein geschätzter Kollege im Presseraum. Seine Tischnachbarn runzelten die Stirn. Vor allem, als er anfügte: "Und wenn sie gewinnen, holen sie auch den Titel." Nun ja, Journalisten wird ja manchmal gerne ein eher zweifelhaftes Experten-Wissen nachgesagt. Mit Teil eins seiner Prognose behielt der Reporter aber Recht. Teil zwei wird sich spätestens am 6. Juni im Berliner Olympiastadion zeigen. Die sieben Tore gegen Donezk gaben jedoch schon einmal einen ersten Fingerzeig.  

Guardiola lobt Spiel nahe an der Perfektion 

Die Zahl Sieben steht für den Menschen. Sie symbolisiert die göttlich geschaffene Perfektion aus Körper, Geist und Seele. Wenn das Himmlische und die irdischen Elemente in vollkommenem Verhältnis aufeinander treffen, ergibt das im weltlichen System der Kräfte die Sieben. Mancher Zuschauer war am Mittwochabend geneigt zu behaupten, dass der FC Bayern dieser Perfektion ziemlich nahe gekommen ist. Selbst Trainer Pep Guardiola sprach von einem "überragenden Spiel" seiner Mannschaft, lobte einzelne Spieler wie Bastian Schweinsteiger als "perfekt" und war sich sicher, dass seine Mannschaft ein Team besiegt habe, "das in Deutschland um die Meisterschaft mitspielen könnte".

Badstuber nach seinem Tor 
"Ich wusste gar nicht, wie ich jubeln sollte"

Mit 7:0 kegelt der FC Bayern das Team von Schachtar Donezk aus der Champions League. Video

t-online.de hat das Spiel der Bayern gegen Donezk analysiert und sieben Gründe gefunden, warum der deutsche Rekordmeister seinen Gegner an die Wand spielte und jedem künftigen Kontrahenten größtes Kopfzerbrechen bereiten dürfte. Natürlich hatte die Rote Karte gegen Oleksandr Kucher in der 3. Minute ebenso eine Rolle gespielt wie die frühe Führung durch Thomas Müller. Doch die weiteren Tore durch Jerome Boateng, Franck Ribery, Thomas Müller, Holger Badstuber, Robert Lewandowski und Mario Götze fielen nicht einfach nur, weil sich Donezk seinem Schicksal ergeben hatte. Sie fielen auch aus folgenden Gründen:

1. Totale Offensive

Mit Robben, Ribery, Müller, Lewandowski und Götze hatte Guardiola die totale Offensive ausgerufen. "Es ist das erste Mal in meiner Karriere, dass ich in einem so wichtigen Spiel mit fünf Stürmern habe spielen lassen", erklärte der Bayern-Coach hinterher. Seine mutige Taktik, zudem Arjen Robben und Ribery aus der Mitte heraus und nicht über die Flügel agieren zu lassen, stellte Donezk vor unlösbare Aufgaben. Im Spiel "Alles oder Nichts" hatte der Katalane das volle Risiko gewählt – und war dafür belohnt worden.

2. Kontrollierte Defensive

Totale Offensive funktioniert aber nur dann, wenn sich die Angreifer auf ihre Hintermänner verlassen können. Das war gegen die Ukrainer eine Selbstverständlichkeit. Boateng steht seit Monaten für das Prädikat Weltklasse, Badstuber ist dabei es sich Stück für Stück zu erarbeiten. Der so oft verletzte Unglücksrabe des FCB erzielte nicht nur sein erstes Tor in der Champions League, sondern war für Karl-Heinz Rummenigge auch einer der "Helden" des Abends. Dass Guardiola zudem in dem für alle so wichtigen Spiel auf Badstuber und nicht auf Dante setzte, dürfte ein klares Zeichen für die kommenden Wochen sein. Badstuber dankte es ihm mit einer überragenden Leistung.

3. Denker und Lenker Schweinsteiger

Zur kontrollierten Defensive gehörte auch der Mann vor dem Innenverteidiger-Duo. Guardiola beorderte Schweinsteiger nicht nur ins Zentrum als Ballverteiler. Er war auch der fünfte Verteidiger, wenn Donezk einmal durch die Pressing-Phalanx der Bayern-Offensive brach. Wie festgeklebt verschob der Leader mit Boateng und Badstuber und unterstützte die Innenverteidiger in den Luftduellen bei langen Bällen. Auch wichtig: Schweinsteigers enorme Passsicherheit. Von 101 gespielten Pässen landeten gerade einmal drei (3!) nicht beim Mitspieler.

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4. Das vielköpfige Monster Robbery

Robben und Ribery spielten aus Verletzungsgründen zwar nur 19 Minuten (Robben wegen einem eingeklemmten Nerv) beziehungsweise 59 Minuten (Ribery wegen einer Kapselverletzung). Dies reichte aber, um Donezk völlig zu entnerven. Ihre Variabilität bewiesen "Robbery", als sie zu Beginn statt über Außen durch die Mitte kamen. Ihr Stellenwert für die Mannschaft ist nahezu unermesslich.

Werden sie schnell wieder fit – davon ging beim FC Bayern nach dem Spiel jeder aus – dürften sie für kaum eine Mannschaft der Welt überhaupt über ein ganzes Spiel hinweg zu verteidigen sein. Und wenn jetzt noch Ribery sein Temperament in den Griff kriegt – auch gegen Donezk ließ er sich wieder provozieren – dann halten die Bayern alle Trümpfe in der Hand.

5. Lewandowski wird immer besser

Lange wurde darüber diskutiert, ob Lewandowski wirklich nach München passt. Ein Abschied wurde ihm schon angedichtet, weil er wochenlang das Tor nicht traf. Nach vier Toren in den letzten vier Spielen in der Bundesliga legte er nun gegen Donezk nach. Aber nicht nur das: Der Pole lief unermüdlich, öffnete Räume, wich auf die Außen aus und war integraler, elementarer Bestandteil der rochierenden Offensiv-Maschinerie, die Donezk zu keiner Zeit zu fassen bekam. Der 26-Jährige ist auf dem besten Wege wieder derjenige zu werden, der den BVB vor zwei Jahren ins Champions-League-Finale schoss. Dorthin will er nun auch mit den Bayern.

6. Die Rückkehrer

David Alaba und Badstuber sind schon wieder da. Nun ist auch Philipp Lahm zurück. 113 Tage nach seinem Bruch im Sprunggelenk stand er wieder im Kader. Sein Comeback ist nur noch eine Frage von Tagen. Gleiches gilt auch für Thiago Alcantara. Der Spanier kündigte an, noch im März zurückkehren zu wollen. Dem FC Bayern stehen also in Kürze zwei absolute Schlüsselspieler wieder zur Verfügung.

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Zwei Waffen, die in der heißen Phase der Saison noch einmal neuen Schwung, neue Ideen und neue Elemente ins Bayern-Spiel bringen können. Im Kader wird also Bewegung bleiben. Damit wird der Druck hoch bleiben, die Anspannung, der interne Kampf um die Plätze. Alles spricht dafür, dass es einen Spannungsabfall wie letzte Saison nicht noch einmal geben wird.

7. Wer soll die Bayern stoppen?

Die große Frage lautet: Nachdem Donezk am Ende doch kein echter Prüfstein war – wer könnte ein solcher werden? Der gefürchtete FC Chelsea ist draußen, Arsenal und Manchester City könnten folgen und für ein englisches Desaster in der Königsklasse sorgen. Titelverteidiger Real Madrid offenbarte gegen Schalke eklatante Schwächen und hat seine Aura der Unschlagbarkeit aus der Hinrunde längst eingebüßt. Auch Porto und Paris sind weiter. Barcelona und Monaco haben zudem gute Chancen, genauso wie Leverkusen und Juventus. Stand jetzt ist Bayern Titel-Favorit Nummer eins.

Wer den Titel in der Königsklasse holen will, muss in der K.o.-Runde übrigens sieben Spiele erfolgreich gestalten. Zwei Schritte auf dem Weg in den Fußball-Olymp hat der FC Bayern nun erfolgreich genommen. Und dass der FCB die restlichen fünf auch noch erfolgreich nehmen kann, dafür gibt es gute Gründe. Sieben an der Zahl. Wenn das kein gutes Omen ist.

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