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FC Porto - FC Bayern: Pep Guardiola ist der Schlüssel zum Erfolg

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Wundertüte FC Bayern  

Kellermeister Guardiola ist der Schlüssel zum Erfolg

15.04.2015, 09:28 Uhr | t-online.de

FC Porto - FC Bayern: Pep Guardiola ist der Schlüssel zum Erfolg. Höchst engagiert: Von Pep Guardiola ist erneut eine taktische Meisterleistung gefragt. (Quelle: imago/Jan Hübner)

Höchst engagiert: Von Pep Guardiola ist erneut eine taktische Meisterleistung gefragt. (Quelle: imago/Jan Hübner)

Aus Porto berichtet Marc L. Merten

Glückslos. Wunschlos. Einfaches Los. Wenn es nach der öffentlichen Meinung geht, steht der FC Bayern München eigentlich schon im Halbfinale der Champions League. Dass trotzdem noch zwei Viertelfinals gegen "Opfer" FC Porto zu spielen sind, erscheint eher als lästige Pflicht denn als echte Herausforderung. Was wohl am eher namenlosen, wenngleich nicht minder gefährlichen Gegner liegt. Dabei ist vor dem Hinspiel in Portugal (ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) eigentlich eher der FC Bayern die große Wundertüte. Beim deutschen Titelanwärter weiß man aktuell einfach nie, was man bekommt.

Das Geheimnis des Portweins liegt tief unter der Erde Portos, in kilometerlangen Kellereien, wo zigtausende Eichenholzfässer lagern, gefüllt mit dem süßen Tropfen, einem echten Klassiker für Genießer. Nur die Kellermeister in der Hafenstadt kennen die wahren Geheimnisse dieses Edelgetränks. Sie lassen sich nicht in ihre Karten gucken, geben ihre Formeln nicht preis. Sie wissen, wie sie aus den besten Trauben der Region den perfekten Portwein herstellen, reich, vollmundig, würzig und doch samtig weich im Abgang.

Pep Guardiola ist ein solcher Kellermeister. Nicht für Portwein, sondern für Fußballkunst. Er versteht es wie kaum ein Zweiter aus herausragenden Spielern ein perfekt funktionierendes Ensemble zu kreieren. Eine Mannschaft, bei der man zwar weiß, dass man höchste Qualität bekommt, die Ausprägung aber erst sieht, wenn ein Spiel angepfiffen wird. Einen guten Kellermeister zeichnet aus, selbst in schlechten Jahren, wenn das Wetter die Ernte verhagelt hat, trotzdem noch einen außergewöhnlichen Wein zu produzieren. Guardiola zeichnet in dieser Saison aus, trotz aller Widrigkeiten noch immer ein überlegenes Team auf den Platz zu bringen, das taktische Meisterleistungen am Fließband produziert.

Pizarro wackelt – dritter Torhüter auf der Bank

Personell bewegen sich die Bayern bekanntlich am Limit. Was wurde zuletzt nicht schon geunkt über die schier endlose Verletzten-Liste von Bastian Schweinsteiger über Franck Ribéry, Arjen Robben und David Alaba bis hin zu Medhi Benatia und Javi Martínez. Die ach so gute Bayern-Bank ist plötzlich nur noch eine Ansammlung an Nachwuchsspielern. In Porto ist mit FCB-II-Torwart Ivan Lucic sogar ein dritter Torhüter dabei, um den Kader überhaupt irgendwie halbwegs voll zu kriegen. Und sollte nun auch noch Claudio Pizarro ausfallen, wird auf der Ersatzbank der Bayern im Estadio do Dragao viel Platz sein.

Die Startelf, monatelang eine Plattform wilder Rochaden, stellt sich plötzlich fast von selbst auf. Was den FC Porto zu der Annahme verleiten könnte, vorhersagen zu können, wie die Bayern in der portugiesischen Hafenstadt zu Werke gehen werden. Weit gefehlt! Das Personal, das weiß man mittlerweile bei Guardiola, kommt an zweiter Stelle. Wichtig ist, was er denjenigen auf den Weg gibt, die letztlich auf dem Platz stehen. "Die Qualität ist, zu erkennen, was unserer Mannschaft gut tut", orakelte Sportvorstand Matthias Sammer. "Die taktische Flexibilität ist uns sehr wichtig."

Rummenigge: "Der Trainer ist der Schlüssel zu allem"

Flexibilität ist eines der Schlagwörter, die man in dieser Saison tagtäglich aus der Wundertüte FC Bayern ziehen kann. "Das Alphabet" ist ein neues. Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, hatte es nach dem Leverkusen-Pokalspiel in der Vorwoche erstmals bemüht und kam damit nun erneut um die Ecke. "Der Trainer ist der Schlüssel zu allem. Pep hat nicht nur Plan A, B oder C, sondern das ganze Alphabet hoch und runter. Ich glaube, der Gegner weiß im Moment nicht, mit welcher Taktik wir antreten werden." Das Amüsante ist: Bei Rummenigge und Sammer hat man mitunter das Gefühl, dass sie es ebenfalls noch nicht wissen.

Eines ist jedenfalls sicher: Kellermeister Guardiola hält den Schlüssel zum Erfolg in seinen Händen. Mit Flexibilität und Unvorhersehbarkeit erreichte der Rekordmeister zuletzt fast alle Ergebnisse, die er brauchte. Selbst, wenn, wie in Dortmund, der Zauberfußball ausblieb. Der Spanier machte aus der Not eine Tugend, nutzte das Fehlen wichtiger Eckpfeiler, um andere in den Vordergrund zu rücken. Wie Robert Lewandowski, der in den letzten sechs Pflichtspielen sechs Tore erzielte.

"Es wird aktuell weniger gedribbelt", erklärte Thomas Müller den Umstand, der dem Polen zugute kommt. Was auch daran liegt, dass Guardiola auf seine edelsten Weine verzichten muss, die mit jedem Jahr immer besser zu werden scheinen. "Die Spielidee mit Robben und Ribéry auf den Außen wäre natürlich eine andere", gesteht Sammer ein. 

Obacht vor dem Fehler der Öffentlichkeit

Macht nichts, solange die Mannschaft die Ausfälle so abfedert wie zuletzt. Aus dem Rotationskader ist ein kleiner, verschworener Haufen geworden. "Im Moment steht nicht der Konkurrenzkampf im Vordergrund", bestätigte Müller. "Es geht darum, auf dem Platz eine Einheit zu bilden. Wir haben Selbstvertrauen und Vertrauen in die eigene Gruppe." Dank der weiterhin enorm hohen individuellen Fähigkeiten, aber vor allem auch dank Guardiola, der keine Zweifel daran lässt, "das Bestmögliche aus unserer Situation zu machen".

Ein wenig kommt das Gefühl auf, dass den Bayern die personelle Situation – so schwer sie wiegt – nicht ganz unrecht kommt. Zumindest rein psychologisch. Wenn schon die Öffentlichkeit der Meinung ist, dass das Duell mit dem FC Porto im Normalfall ein lockerer Durchlauf für die Münchner werden müsste, so kann vor allem Dauer-Mahner Sammer genüsslich den Finger in die Wunde legen und sagen: Obacht, der Käs ist noch lang nicht gegessen!

Auf die Frage, welchen Fehler die Bayern nicht machen dürfte, sagte Sammer dem ZDF: "Den, den die Öffentlichkeit macht." Heißt: Porto zu unterschätzen. Wohl dem, der einen Meister seines Fachs als Übungsleiter hat, der immer wieder einen neuen Erfolgsplan aus der Wundertüte FC Bayern zieht.

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