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Fußball: Blut und Beiß-Debatte statt Ballzauber in Madrid

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Blut und Beiß-Debatte statt Ballzauber in Madrid

15.04.2015, 16:12 Uhr | dpa

Fußball: Blut und Beiß-Debatte statt Ballzauber in Madrid. Atletico-Stürmer Mario Mandzukic waren die Strapazen des Derbys deutlich anzusehen.

Atletico-Stürmer Mario Mandzukic waren die Strapazen des Derbys deutlich anzusehen. Foto: Juanjo Martin. (Quelle: dpa)

Madrid (dpa) - Platzwunde, Beißattacke und Faustschlag - doch am Tag nach dem hitzigen 0:0 im Champions-League-Derby von Madrid war für Atléticos schwer gezeichneten Stürmer Mario Mandzukic schon wieder alles vergessen.

"Das gestrige Spiel war sehr hart und beide Teams haben alles gegeben, aber für mich gab es keinen Streit, keinen Biss, kein gar nichts", twitterte der ehemalige Bayern-Stürmer und entlastete damit vor allem den Ex-Leverkusener Dani Carvajal vom spanischen Fußball-Rekordmeister Real Madrid.

Carvajal selbst griff schon im Anschluss an die Dusche nach dem brutalen Viertelfinal-Kick im Estádio Vicente Calderón zum Smartphone und bestritt Beiß-Vorwürfe via Twitter: "Ich will klarstellen, dass ich niemanden gebissen habe, es gab auch keinen Versuch", schrieb der 23-Jährige.

Die meisten spanischen Medien sahen die Strafraum-Szenen in der 61. Minute mit einem Faustschlag und einem vermeintlichem Biss Carvajals - wie TV-Bilder nahelegen - in der Neuauflage des Finales von 2014 anders. Vom Schiedsrichter Milorad Mazic waren sie nicht gepfiffen worden. Das Sportblatt "Marca" titelte dagegen: "Mandzukics Krieg".

Es hätte Platzverweis und - da die Szene zwar fern des Balles, aber im Strafraum geschah - auch Elfmeter für die Hausherren geben müssen, schrieben Madrider Zeitungen. Das gelte auch für die vorangegangene Ramos-Attacke im Strafraum, bei der Mandzukic eine Platzwunde erlitt, meinten nicht wenige Beobachter.

Bei Real Madrid werde nun befürchtet, dass die Europäische Fußball-Union UEFA anhand der TV-Bilder eine Ermittlung gegen Defensivmann Carvajal einleiten könnte, schrieb die Zeitung "As". Im Rückspiel im Estadio Santiago Bernabéu müssen die Königlichen bereits auf Stamm-Außenverteidiger Marcelo wegen einer Sperre verzichten.

"Ich kann die Szene nicht einschätzen, aber wenn die UEFA etwas sieht, muss sie handeln", forderte Atlético-Kapitän Gabi. Reals Mittelfeldstar Toni Kroos, der vorige Saison noch zusammen mit Mandzukic in München spielte, gab sich diplomatisch. "Mandzukic ist auch kein Kind von Traurigkeit. Beide haben die Gelbe Karte gesehen. Dabei sollte man es belassen", sagte er dem TV-Sender Sky.

Der Uruguayer Luis Suárez war wegen seiner Beißattacke gegen den Italiener Giorgio Chiellini bei der WM in Brasilien für neun Spiele und vier Monate gesperrt worden.

Der 28 Jahre alte Mandzukic, der viel wegsteckte, aber auch viel austeilte und schimpfte, wurde ob seines unermüdlichen Kampfes mit Lob überhäuft. "Er hat die Abwehr von Real verrückt gemacht und sein Team aufgerichtet", schrieb "El País". Coach Diego Simeone rief den Journalisten zu: "Mario hat ein tolles Spiel gemacht, das habt ihr doch gesehen?"

Doch zum wahren Helden der Hausherren avancierte im 272. Madrider Derby Keeper Jan Oblak. Vor allem in der von Real klar beherrschten ersten Hälfte machte der Slowene mehrere klare Chancen des Gegners zunichte. Der 23-Jährige sei eine unüberwindbare Mauer gewesen, schrieb "Marca". Real-Tormann Iker Casillas staunte: "Spektakulär!".

Nach dem 4:1-Sieg nach Verlängerung im CL-Finale 2014 blieb Real bereits im siebten Saisonspiel gegen Atlético bei vier Pleiten und drei Remis ohne Sieg. Beim Rückspiel nächste Woche gibt es nach spanischen Medien "ein neues Finale". "Wir wollen das Spiel gewinnen, dann ist die Auswärtstor-Regel egal", kündigte Kroos an.

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