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FC Bayern München verliert in Porto: "Haben es selbst vergeigt"

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Selbstzerstörung à la FC Bayern  

Chancenlos in Porto: "Eine denkwürdige Nacht"

16.04.2015, 12:46 Uhr | t-online.de

FC Bayern München verliert in Porto: "Haben es selbst vergeigt". Dante (li.) und Co. versagen in Porto. (Quelle: dpa)

Dante (li.) und Co. versagen in Porto. (Quelle: dpa)

Aus Porto berichtet Marc L. Merten

Der FC Bayern München ist in Portugal zu einer bitteren Erkenntnis gekommen: Weder ist der FC Porto ein Gegner, den man im Vorbeigehen im Viertelfinale der Champions League bezwingen kann. Noch ist der FCB eine Mannschaft, die über unendlich viel Qualität verfügt. Die Münchner waren beim 1:3 (1:2) in Porto chancenlos und stehen nun kurz vor einem internationalen Totalschaden sowie dem schlechtesten Abschneiden eines von Pep Guardiola trainierten Teams in der Königsklasse.

Zunächst zu den Fakten: Im Estadio do Dragao spuckte nur die Heimmannschaft Feuer. Die blau-weißen Drachen aus dem Norden Portugals vergifteten von der ersten Sekunde an das Spiel der Bayern, sodass erst Xabi Alonso (2. Minute) und kurze Zeit später Dante (10.) auf unglaubliche, ja fast schon tragikomische Art und Weise Bälle vor dem eigenen Strafraum verloren. Erst holte Jackson Martinez nach Alonsos Fehler einen Elfmeter gegen Manuel Neuer heraus, den Ricardo Quaresma verwandelte. Dann war es Quaresma selbst, der Dante den Ball abluchste und Neuer keine Chance ließ. Das 0:2 war der früheste Doppelpack-Rückstand, den die Bayern in der Champions-League-Geschichte je erleiden mussten.

1:3-Niederlage beim FC Porto 
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Für den Trainer des FC Bayern München kommt die Niederlage nicht von ungefähr. Video

Boateng reiht sich ein

Wer geglaubt hatte, Thiagos Anschlusstreffer nach 28 Minuten würde am Ausgang des Spiels noch etwas ändern, wurde nach 65 Minuten eines Besseren belehrt. Weiter in selbstzerstörerischer Mission unterwegs, war es dieses Mal Jerome Boateng, der patzte. Er schätzte einen langen Ball völlig falsch ein, sprang unter ihm hindurch, sodass Martinez hinter ihm den Ball mitnehmen, Neuer umkurven und zum 1:3-Endstand einschieben konnte.

Die Bayern brauchen im Rückspiel kommenden Dienstag nun ein 2:0 oder ein besseres Ergebnis, um noch das Halbfinale der Königsklasse zu erreichen. Allein, wer mag nach diesem Auftritt in Porto noch daran glauben? Immerhin haben die "Invicta" – die Unbesiegten, wie sich der FC Porto nennt – tatsächlich in dieser Saison noch kein Spiel auf internationaler Bühne verloren.

Neuer: "Wir haben es selbst vergeigt"

Dabei hatten die Bayern noch Glück im Unglück gehabt. Denn warum Schiedsrichter Carlos Velasco Carballo in der Elfmeter-Szene Gnade für den Welttorhüter Neuer walten ließ, statt ihn dem Regelwerk entsprechend vom Platz zu stellen, wusste selbst der Torhüter nicht. Man kann über die viel diskutierte Dreifachbestrafung denken, wie man will, aber de facto ist sie geltendes Reglement. Velasco Carballo hatte sie an diesem Frühlingsabend in Porto eigenmächtig abgeschafft. Nicht auszudenken, was in der Verfassung von Mittwoch den Münchner mit nur zehn Mann gegen kraftvolle, aggressive, spritzige und taktisch perfekt eingestellte Portugiesen gedroht hätte.

Apropos Taktik: Die Strategie der Bayern war schon nach zehn Minuten passé gewesen. Du kannst dir als Trainer ausdenken, was du willst. Wenn dein zentraler Defensivakteur als letzter Mann zweimal in den Anfangsminuten den Ball in einer Eins-gegen-Eins-Situation verliert, hat eine Niederlage nichts mit falscher Taktik, sondern schlichtweg mit individuellen Unzulänglichkeiten zu tun. "Wir haben Fehler gemacht, so was haben wir in dieser Saison kaum gesehen", resümierte Neuer. "Wir müssen uns den Schuh anziehen, dass wir es selbst vergeigt haben."

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Auch Guardiola macht Fehler

Was nicht bedeutet, dass Guardiola frei von Fehlern war an diesem Abend. Nachdem die Bayern dank Thiago noch einmal zurück ins Spiel gefunden hatten, erwarteten nicht wenige, die Bayern würden nach dem Seitenwechsel zu ihrem dominanten Ballbesitzspiel finden, die Spieler von Trainer Julen Lopetegui zurückdrängen und auf den Ausgleich gehen. Nichts von alledem war der Fall. Über 90 Minuten kam der FCB auf gerade einmal fünf Torabschlüsse. Porto entnervte Bayern mit gesunder Härte, hohem Pressing und schnellen Kontern über Quaresma, den Algerier Brahimi und Martinez.

Während der Mann des Spiels, Doppeltorschütze Quaresma, von einer "denkwürdigen Nacht" sprach, mussten die Bayern eingestehen: Porto hatte ihnen den Stecker gezogen, den Schneid abgekauft. "Es war eine Schlacht im Mittelfeld, sehr unruhig, mit vielen Fouls", sagte Thomas Müller. "Das hat uns nicht gut getan."

Die Frage, ob es aufgrund der vielen verletzungsbedingten Ausfälle auch an mangelnder Qualität gelegen habe, wollte der 25-Jährige nicht gelten lassen. "Man kann an allen Ecken und Enden Argumente sammeln und versuchen, es rational zu erklären. Aber wir hatten eine wettbewerbsfähige Mannschaft auf dem Platz."

Müller: "Wir sind immer noch der FC Bayern"

Wettbewerbsfähig und doch chancenlos – mit dieser ernüchternden Erkenntnis müssen die Bayern nun zurück nach München. Das bevorstehende Ligaspiel in Hoffenheim wird wohl eher eine Durchgangsstation auf dem Weg zum Rückspiel sein. Die Marschroute dafür ist eindeutig. "Wir sind immer noch der FC Bayern", formulierte Müller fast schon trotzig das "Mia-san-Mia"-Motto. "Es ist ja nicht so, dass wir zuhause noch nie gewonnen hätten. Es wäre kein Fußballwunder, ein Heimspiel 2:0 zu gewinnen. Wir haben ein Auswärtstor. Deswegen lebt die Hoffnung noch."

Auf die Heimstärke wird auch Pep Guardiola setzen. Der Katalane hat eine bemerkenswerte Statistik in der Königsklasse. Von 71 Spielen gewann er 43 und führte seine Teams immer (!) mindestens bis ins Halbfinale. Aber: Während Guardiola mit seinen Teams stets durch die Gruppenphase spazierte, kamen die Probleme in der K.o.-Phase – und zwar auswärts. Von 17 Auswärtsspielen in Achtel-, Viertel- oder Halbfinals gewann Guardiolas Team nur vier. Acht endeten Unentschieden, die Niederlage in Porto war die fünfte.

Dies konnten seine Spieler – meistens jedenfalls – daheim wieder wettmachen. Wenn es ernst wurde, gewann Guardiola vor heimischem Publikum mit Barcelona und den Bayern elf von 16 Spielen. Es besteht also wirklich noch Hoffnung.

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