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FC-Barcelona-Coach Luis Enrique: "Wir werden in München leiden"

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"Wir werden in München leiden"  

Barcelona will noch einmal die Geister vertreiben

12.05.2015, 16:37 Uhr | t-online.de

FC-Barcelona-Coach Luis Enrique: "Wir werden in München leiden". Barcelonas Superstars Neymar (li.) und Lionel Messi (Mi.) bejubeln einen Treffer gegen die Bayern. (Quelle: imago/Alterphotos)

Barcelonas Superstars Neymar (li.) und Lionel Messi (Mi.) bejubeln einen Treffer gegen die Bayern. (Quelle: imago/Alterphotos)

Aus Barcelona berichtet Florian Haupt

Einen Zweifel gibt es, wenn man vor dem Halbfinal-Rückspiel beim FC Bayern München (ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) auf den FC Barcelona schaut: Den, ob nicht alles zu perfekt läuft. Mit einem 3:0 im Rücken und einem Lionel Messi in Topform, ohne Verletzte und Gegentor in den letzten sieben Spielen kommen die Katalanen nach München. Ach ja, und quasi als neuer spanischer Meister. Vier Punkte beträgt der Vorsprung zwei Spieltage vor Schluss auf Real Madrid, und wie er zustande kam, beweist eben vor allem eines: dass momentan wirklich alles für Barca läuft.

Die eigene, durchaus zittrige Partie gegen Real Sociedad hatte der eingewechselte Pedro soeben durch einen Fallrückzieher zum 2:0 entschieden, als in Madrid das Spiel Reals gegen Valencia begann. Anfangs traf der einzig verbliebene Titelkonkurrent dreimal den Pfosten, die Gäste zweimal ins Tor. Dann verschoss Cristiano Ronaldo einen Elfmeter. Und trotzdem hatte Real noch haufenweise Chancen für mehr Tore als die zum letztlichen 2:2, das Barca bereits zum gefühlten Meister macht. Wer 28 der letzten 30 Spiele gewonnen hat, wird kaum die letzten beiden in der Liga verlieren.

"Wir werden in München leiden"

Und schon gar nicht in München mit mehr als drei Toren Unterschied untergehen. Oder? "Wir haben schon alles gesehen, sogar eine Mannschaft, die in einem Finale mit 3:0 zur Pause führte und es nicht gewann", sagte Luis Enrique nach dem Hinspiel in Anspielung auf Liverpools Champions-League-Triumph 2005 gegen den AC Milan. Am Samstag präzisierte er nun: "Wir werden nicht den Fehler begehen zu denken, dass die Sache schon gelaufen ist oder auch nur, dass sie besonders gut für uns aussieht", so der Coach vom FC Barcelona: "Wir werden in München leiden, kein Zweifel."

UMFRAGE
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Der Glaube an den Mythos von den unbeugsamen Deutschen stirbt zuletzt, und aus der jüngeren Vergangenheit gibt es ja das Anschauungsmaterial von Bayerns Husarenstück im Viertelfinale gegen Porto. Davon abgesehen muss ein Trainer natürlich dafür sorgen, dass seine Spieler nicht allzu selbstgefällig auftreten.

Barca will zeigen, dass sie die Nummer Eins im Weltfußball ist

Die Gefahr scheint indes überschaubar, dafür ist einerseits der Respekt vor den Bayern immer noch groß genug, anderseits die Sehnsucht nach der Finalteilnahme zu überwältigend. In München bietet sich zudem die Chance zu einem weiteren Statement. Denn auch davon wird diese Elf angetrieben: zu zeigen, dass sie immer noch die Nummer Eins im Weltfußball ist. Oder wieder. Je nachdem, welches Zeitverständnis man zugrunde legt.

Ein Großteil dieses Barca ist schon lange beieinander: sechs Stammspieler seit 2010, fünf seit 2008. Sie haben alles gewonnen, und zwar mehrfach, sie waren auf dem Gipfel der Anerkennung, aber sie fielen hart und mussten sich schon etliche Grabesreden anhören: dass sie den Zenit überschritten hätten; dass sie ohne Trainer Pep Guardiola nicht dieselbe Klasse erreichen könnten; dass der Barca-Zyklus beendet sei.

Mehr Exorzismus in einem Spiel geht kaum

Selbst die neuen Spieler fühlen die Dürre der letzten drei Saisons – "nur" eine Meisterschaft und ein Pokalsieg – oft als ihre eigene, weil sie das große Barca der Trainer Rijkaard und vor allem Guardiola immer bewunderten. Oder, wie Luis Suárez, in ihrer Biographie eine besondere Verbindung zu Stadt und Klub haben. Der Uruguayer ist Fan des Vereins, seit er seine mit ihren Eltern ausgewanderte Jugendliebe erstmals als Teenager in Barcelona besuchte. Inzwischen ist sie längst seine Frau.

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Das 3:0 im Hinspiel war vor diesem Hintergrund für alle ein Sieg von enormer Emotionalität. Ein Triumph gegen die als Topfavorit auf den Champions-League-Titel gehandelten Bayern; gegen die Mannschaft, die ein ersatzgeschwächtes und ausgelaugtes Barca 2013 geradezu brutal vom Thron stieß (4:0, 3:0); und die jetzt von Guardiola trainiert wird. Mehr Exorzismus in einem Spiel geht kaum.

Barca scheint emanzipiert von den Pep-Jahren

Die Bilder des Abends zeigen das deutlich, vom entfesselten Jubel Messis nach seinen Toren und seinen innigen Purzelbäumen mit Neymar nach dessen 3:0, bis hin zur Ekstase der Ersatzspieler und einem gemeinsamen Gruppenfoto aus der Kabine. Fußballer selbst haben ja das beste Gefühl dafür, wann ihnen etwas Besonderes gelungen ist, etwas, das nachwirken wird – und das mit Altem bricht.

In diesem Fall mit den leidigen Stildebatten, das ewige Messen an einer Vergangenheit, die unwiederholbar schien und in den letzten Jahren bisweilen gehörig auf die Stimmung im Camp Nou drückte. Nun scheint sich Barca emanzipiert zu haben von den Pep-Jahren, wieder bereit, etwas ähnlich Ruhmvolles zu beginnen.

Komplexe und Selbstzweifel wurden vertrieben

In der Presse war es jedenfalls kein großes Thema, dass man erstmals seit neun Jahren in einem Champions-League-Spiel den Ballbesitz "verlor": 48:52 Prozent an die Bayern. Vorige Saison hätte man Trainer Gerardo Martino nach einem 49:51 bei Rayo Vallecano noch am liebsten aus der Stadt gejagt, jedenfalls von Seiten der Gralshüter des Guardiola-Fußballs. Diese feierten zwar auch jetzt wieder die Taktik ihres alten Meisters und verstiegen sich sogar zu der Behauptung, die Bayern hätten das Spiel größtenteils dominiert. Doch das 3:0-Endergebnis sprach dann eben doch relativ eindeutig für das aktuelle Barca von Luis Enrique. Beziehungsweise für das mittlerweile schon zehn Jahre alte von Lionel Messi.

Oder für das ewige Barca als einem Klub, der immer groß war und es wahrscheinlich immer sein wird. Vorigen Mittwoch wurden Komplexe und Selbstzweifel vertrieben, die in Barcelona, von außen gesehen oft unverständlich, nie weit weg sind. Es wäre erstaunlich, sollten diese so hochbegabten wie zu allem entschlossenen Spieler zulassen, dass diese Zweifel durch ein Rückspiel-Debakel in München zurückkehrten.

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