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FC Bayern vs. FC Barcelona: Thomas Müller kritisiert Abwehr

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"Das ist Unvermögen"  

Nach Aus: Müller kritisiert Bayern-Defensive

13.05.2015, 16:23 Uhr | t-online.de

FC Bayern vs. FC Barcelona: Thomas Müller kritisiert Abwehr. Thomas Müller ist ungehalten über die Abwehrleistung des FC Bayern München. (Quelle: dpa)

Thomas Müller ist ungehalten über die Abwehrleistung des FC Bayern München. (Quelle: dpa)

Von Mark Weidenfeller

Ein frühes Tor und zwei Platzverweise hatte sich Franz Beckenbauer vor Anpfiff des Halbfinal-Rückspiels seines FC Bayern gegen den FC Barcelona gewünscht. Eine sattelfeste Abwehr hätte der Ehrenpräsident allerdings noch hinzufügen müssen. Denn zwei eklatante Defensivfehler besiegelten beim letztlich zu niedrigen 3:2 (1:2)-Sieg das Aus des Deutschen Meisters in der Champions League und ließen den Traum vom Finale in Berlin früh platzen. "Wir haben einfach zu viele Gegentore gefangen", sagte Thomas Müller nach der Partie. "So kannst du nicht ins Endspiel einziehen."

Dabei hatte vor 70.000 frenetischen Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena alles so gut angefangen. Innenverteidiger Medhi Benatia hatte mit dem von oberster Stelle geforderten Treffer in der Anfangsphase (7. Minute) die Hoffnungen auf das Wunder genährt. Die Bayern spielten munter nach vorne und kamen –  obwohl sich die Gäste aus Spanien nicht an die kaiserliche Bitte hielten und bis zum Schluss mit elf Mann auf dem Platz standen – sogar noch zu zwei weiteren Treffern.

Neymar schockt die Bayern

Doch Robert Lewandowski (59.) und Thomas Müller (74.) sorgten mit ihren Toren nicht etwa für die Egalisierung der 0:3-Hinspielpleite, sondern lediglich für einen versöhnlichen Abschluss und einen Abgang mit erhobenem Haupt. Kurz nach dem Führungstor der Bayern hatte nämlich Neymar zwei Einladungen der Gastgeber dankend angenommen und mit einem Doppelpack (15./29.) für die Entscheidung zugunsten der Katalanen gesorgt. "Wir haben an das Wunder geglaubt", sagte Kapitän Philipp Lahm. "Es hat aber nicht geklappt, weil wir zu früh den Ausgleich gefangen haben."

Trainer Pep Guardiola, der der gleichen Anfangself wie im Hinspiel vertraute und dieses Mal von Anfang an defensiv eine Viererkette aufbot, hatte von seinem Team vor allem Spielkontrolle gefordert. Den Gegner attackieren, die zentralen Spieler nicht zur Entfaltung kommen lassen, dem magischen Dreieck Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar keinen Platz bieten. Doch genau das gelang nicht.

Müller: "Üben keinen Druck aus"

Vor dem 1:1 durfte Messi in aller Seelenruhe durch das Mittelfeld spazieren und beinahe ohne jegliche Bedrängnis einen Pass in die Schnittstelle auf Suarez spielen, der auf den Torschützen Neymar querlegte. "Wir üben überhaupt keinen Druck auf Messi aus", kritisierte Müller. "Es ist doch klar, dass dann so ein Ball in die Tiefe kommt. Da musst du aufpassen und schon in der Rückwärtsbewegung sein." Doch weder Xabi Alonso noch der ansonsten umtriebige Bastian Schweinsteiger orientierten sich in Richtung des Argentiniers, Alonso hob dann auch noch wild gestikulierend das Abseits auf - die logische Folge: der Ausgleich. "Wir haben zu viele Fehler gemacht", gab Lahm zu.

Ein weiterer folgte nur wenige Minuten später. Bei einem langen Ball auf den 1,70 Meter kleinen Messi orientierten sich mit Schweinsteiger und dem völlig unnötig weit aufgerückten Benatia gleich zwei Münchner in Richtung des Barca-Stars. Das Kopfballduell gewann dennoch der Argentinier, der den Ball genau in die von Benatia hinterlassene Lücke verlängerte. Erneut machte sich Suarez auf und davon und bediente Neymar. Die Folge: das 2:1 für die Gäste, die damit in der Gesamtabrechnung schon mit 5:1 führten.

Lahm: "Halbfinale im Hinspiel verloren"

Denn bereits im Hinspiel hatten sich die Bayern mit individuellen Fehlern um den Lohn ihrer Arbeit gebracht. Ein eklatanter Fehlpass von Juan Bernat vor dem 0:1, ein zu einfach verlorener Zweikampf von Jerome Boateng vor dem 0:2 und ein Konter in der Nachspielzeit gegen eine viel zu weit aufgerückte Viererkette vor dem 0:3 hatten schon im Camp Nou die Waage eindeutig in Richtung Barcelona kippen lassen. "Wir haben das Halbfinale im Hinspiel verloren", konstatierte Lahm. "Das ist sehr schade. Es war mehr möglich."

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Und möglich wäre auch im Rückspiel noch einiges gewesen. Denn die Offensive, die erneut ohne Franck Ribéry und Arjen Robben auskommen musste, funktionierte gut. Die Hausherren gaben 19 Torschüsse ab, Barca lediglich fünf. Die Bayern hatten acht Prozentpunkte mehr Ballbesitz, spielten 97 Pässe mehr als der Gegner. Bei den entscheidenden Details hatten sie allerdings das Nachsehen: Sie gewannen lediglich 44 Prozent der Zweikämpfe - ein auf diesem Niveau erschreckend schwacher Wert.

Zu viele Fehler in den direkten Duellen

Allen voran die Viererkette und der als Abfangjäger eingesetzte Alonso bekamen keinen Zugriff auf die Offensivkräfte der Katalanen. Alonso kam mehrmals den berühmten Schritt zu spät und gewann – wenn er mal pünktlich zur Stelle war – nur jeden zweiten Zweikampf. Bernat war mit Messi überfordert und beendete 56 Prozent der direkten Duelle als Verlierer, Benatia und Rafinha behielten ebenfalls nur in knapp der Hälfte ihrer Zweikämpfe die Oberhand. "Das war in den entscheidenden Momenten einfach Unvermögen", sagte Müller. "Wir hatten in Barcelona eine schwarze Viertelstunde. Und haben heute schon wieder diese Fehler gemacht."

Müller, der selbst einen beherzten Auftritt gezeigt hatte und dennoch kurz vor Schluss ausgewechselt worden war, machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über die Leistung in der Defensive. "Da kommt dann insgesamt einfach zu viel zusammen", sagte er. „Jetzt leg ich mich ins Bett, gucke bis vier Uhr an die Decke und weiß eigentlich gar nicht, warum das passiert ist." 

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