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Gladbach verliert Champions-League-Auftakt: Ärger über Leistung

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Drei Elfmeter und ein Sündenbock  

Gladbach hadert mit dem Gegner – und verzweifelt an sich selbst

16.09.2015, 15:16 Uhr | t-online.de

Gladbach verliert Champions-League-Auftakt: Ärger über Leistung. Fehlstart auch in der Champions League: Mahmoud Dahoud und seine Mitspieler erwischten in Sevilla einen gebrauchten Abend. (Quelle: Reuters)

Fehlstart auch in der Champions League: Mahmoud Dahoud und seine Mitspieler erwischten in Sevilla einen gebrauchten Abend. (Quelle: Reuters)

Von Florian Haupt

Wenigstens gab es noch mal etwas anderes zu besprechen als immer nur Pleiten, Pech und Pannen. Wobei: eigentlich ging es ja auch bei der Debatte um die Elfmeter und die vermeintlich überzogene Theatralik des Gegners genau darum. Drei Strafstöße in weniger als 20 Minuten – die bekommt wohl nur eine Mannschaft gegen sich, bei der sowieso schon alles schief läuft.

Diesen Zusammenhang betonten allerdings nicht alle Spieler von Borussia Mönchengladbach nach dem 0:3 zum Champions-League-Auftakt beim FC Sevilla. Erst mal tat es wohl einfach gut, sich nicht nur über sich selbst aufzuregen zu müssen. Bei André Hahn klang das dann so: "Die wollten schon in der ersten Halbzeit unbedingt einen Elfmeter haben, sind bei jeder Aktion gefallen, haben protestiert und geschrien – und kriegen dann so einen Elfmeter."

Die Szene, auf die sich der Offensivspieler bezog, ereignete sich gleich nach der Halbzeitpause. Bei einem Klärungsversuch kam Torwart Yann Sommer mit Vitolo in Kontakt – ob, wie und aus wessen Schuld eine Berührung zwischen beiden bestand, konnten auch TV-Zeitlupen nicht klären. Der zweite Strafstoß nach einem Foul von Roel Brouwers an Vitolo gehörte hingegen ebenso in die Kategorie unstrittig wie der dritte nach einem Duell von Tony Jantschke mit Gameiro.

Selbstvertrauen nach erstem Gegentreffer weg

Aber es war der erste Elfmeter, der das fragile Selbstwertgefühl des punktlosen Bundesliga-Tabellenletzten zerstörte. Bis dahin hatten die Rheinländer mit etwas Glück (Vitolos Pfostentreffer in der 5. Minute) den Sevillaner Ansturm überlebt, der andererseits auch nicht sonderlich inspiriert daherkam. Insgesamt war die Partie kein Vergleich zu den Sechszehntelfinals der Europa League vor sieben Monaten, als zwei mitreißende Duelle knapp zugunsten der Spanier ausfielen (1:0, 3:2).

Breite Brust? Fehlanzeige

Damals spielte Gladbach aber auch noch mit den mittlerweile abgewanderten Christoph Kramer und Max Kruse, damals fehlten nicht der gesperrte Granit Xhaka oder die verletzten Patrick Herrmann, Fabian Johnson, Álvaro Domínguez und Martin Stranzl. Damals war auch die Gemütsverfassung eine andere. Die aktuelle war bei der Rückkehr nach Sevilla deutlich zu spüren, die Elf von Lucien Favre bekam kaum einmal drei Pässe am Stück zusammen. Geradezu zwangsläufig nahm das Debakel seinen Lauf, und das hätte es auch ohne die ungewöhnliche Strafstoßdichte getan.

Die lokalen Reporter, die Gladbach zum letzten Mal im Februar gesehen hatte, ließ der Auftritt verdutzt zurück. Was seitdem denn passiert sei, wollte einer von Favre wissen. "Es sind viele Dinge passiert", antwortete der Trainer. "Unsere Mannschaft ist im Moment nicht vergleichbar mit der Mannschaft, die wir damals hatten."

Favre wirft Vitolo Schauspielerei vor

Präziser wurde der Schweizer nicht. Stattdessen nahm er die Einladung des Spielverlaufs an, die Schuld teilweise woanders zu suchen. "Vitolo ist der beste Schauspieler der Welt, das wusste ich vorher schon", sagte er.

Nach Pleite gegen Sevilla 
Favre hadert: "Bis zur Halbzeit ein gutes Ergebnis"

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Seine Spieler berichteten, noch in der Halbzeitpause hätten sie diskutiert, wie stark es die Sevillaner auf einen Elfmeter anlegen würden. Die Folgen davon waren fatal: Wenn eine ohnehin verunsicherte Mannschaft verkrampft in die Zweikämpfe geht, weil sie dauerhaft Elfmetergefahr wähnt, dann passiert genau das – drei Strafstöße binnen kurzer Zeit. Und dann fügt sich eine Mannschaft schon nach dem ersten in ihren Untergang.

"Haben nicht an unsere Chance geglaubt"

Beziehungsweise nach den ersten beiden. Denn so unglücklich der erste Strafstoß war, als so glücklich hätte man ja die Fügung betrachten können, dass Kevin Gameiro den zweiten drei Minuten später an die Latte setzte. "Wir hatten danach noch eine Chance – aber leider nicht daran geglaubt”, räumte Abwehrspieler Jantschke ein.

Der Aushilfskapitän gab einen schonungslosen Einblick in die Verfassung seiner Mannschaft. "Jeder hat mit sich selbst zu tun, jeder macht einfachste Fehler, jeder muss zusehen, dass er diese Fehler wieder minimiert – aber das ist natürlich nicht einfach ohne Selbstbewusstsein", sagte er. Die Aussichten in der schwierigen Champions-League-Gruppe mit Juventus Turin und Manchester City für ihn noch kein Thema. "Wir müssen erst mal wieder zu uns kommen", sagte Hahn.

In der zweiten Halbzeit chancenlos

In der ersten Halbzeit wollten die Gladbacher immerhin insofern einen Schritt zu sich selbst erkannt haben, als "die Null stand" (Hahn), weil "wir bewusst ein bisschen einfach gespielt haben" (Jantschke). Als Sevilla in der zweiten Hälfte einen Gang hochschaltete, wirkte das Spiel der Deutschen nur noch plump. Dass sich Torwart Sommer den Ball zum 3:0-Endstand selbst ins Netz boxte, rundete das Trauerspiel ab.

"Niemand wird kommen und uns Selbstbewusstsein schenken", sagte Jantschke über seine Mannschaft, die zunehmend ein Hauch von Fatalismus umgibt und der auch ihr Trainer derzeit nicht die Angst zu nehmen versteht – vor den eigenen Fehlern, vor dem Pech, vor den unlauteren Methoden der Gegner.

Aus dem angesichts der sportlichen Situation so traurigen Comeback in Europas wichtigstem Vereinspokal wollte Hahn immerhin eine zukunftsweisende Erkenntnis gewonnen haben: "Vielleicht fehlt uns ein bisschen, dass wir auch mal den Schiri so bearbeiten." Am Wochenende gibt es sicher Gelegenheit dazu. Dann geht es zum diesmal besonders schicksalhaften Derby beim 1. FC Köln.

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