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Wolfsburg - Real Madrid: "Messer zwischen den Zähnen"

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Wolfsburg nur Durchgangsstation?  

Real hat das "Messer zwischen den Zähnen"

06.04.2016, 18:48 Uhr | t-online.de

Wolfsburg - Real Madrid: "Messer zwischen den Zähnen". Cristiano Ronaldo bejubelt seinen Siegtreffer im Clásico gegen den FC Barcelona. (Quelle: imago/Jan Hübner)

Cristiano Ronaldo bejubelt seinen Siegtreffer im Clásico gegen den FC Barcelona. (Quelle: Jan Hübner/imago)

Von Florian Haupt

In Barcelona staunen sie immer noch. Wie die Mannschaft von Real Madrid nach dem gewonnenen Clásico am Samstag in der Kabine feierte, als sei sie nun Meister - und habe nicht sieben Punkte Rückstand.

Mit welcher Selbstverständlichkeit ein Ersatzspieler wie Jesé danach verkündete: "Wenn wir so weiter machen, gewinnen wir die Champions League." Mit welcher Inbrunst vereinsnahe Medien seitdem wieder das weiße Evangelium predigen. "Die Fähigkeit des Madridismus zur Selbstbeweihräucherung ist verblüffend", attestierte die katalanische Zeitung "Sport".

Königsklasse als letzte Titel-Chance

In einer Hinsicht ist Real also schon mal die Nummer eins. Damit am Saisonende nicht nur spirituelle Titel herausspringen, muss allerdings wohl tatsächlich die Champions League gewonnen werden. Fürs erste steht das Viertelfinal-Hinspiel beim Bundesliga-Achten Wolfsburg an. Da das Eigenlob in Madrid während der letzten Tage kongenial von unterwürfigen Erklärungen aus Niedersachen begleitet wurde – "wir haben zwei Prozent Chancen aufs Weiterkommen", sagte Dante bei einer Interviewschalte dem spanischen Radiosender "Cope" – stellt sich offenbar in Deutschland wie Spanien die gleiche Frage: Was soll da schon schief gehen für Real?

Real ringt Barca im El Clásico nieder

In Unterzahl siegten die Königlichen dank eines späten Treffers von Cristiano Ronaldo.

Real ringt Barca im El Clásico nieder. (Quelle: laola.tv)


Bale: "Mental starke Position"

Natürlich, "um im Viertelfinale zu stehen, musst du ein gutes Team sein", so Gareth Bale lobend über Wolfsburg. Ein Klassiker unter den Europapokalphrasen. Vor allem aber warten der walisische Galáctico in Barcelona die Gegner vor der eigenen Elf: "Dieser Abend bringt uns in eine mental starke Position. Wir wissen jetzt, dass wir jeden schlagen können. Barcelona gilt als beste Mannschaft der Welt, und wir haben sie auf ihrem Hof nach einem Rückstand geschlagen."

"Alemania-Komplex" ad acta gelegt

Erstmals in dieser Saison hat Real sechs Spiele am Stück gewonnen. Die "BBC" der Angreifer Bale, Benzema und Cristiano Ronaldo harmonierte zuletzt exzellent. Nicht mal den früheren Alemania-Komplex muss man noch fürchten. Die letzten vier Auseinandersetzungen mit deutschen Teams (Bayern, Dortmund, zweimal Schalke) wurden allesamt erfolgreich überstanden. Und Neu-Trainer Zinédine Zidane ist mit Real überhaupt noch nie gegen eine Bundesliga-Mannschaft ausgeschieden.

"Reise nach Deutschland mit einem Lächeln im Gesicht und dem Messer zwischen den Zähnen" kommentiert "As" siegessicher. "Cristiano Ronaldo, der Schrecken Europas", verkündet derweil "Marca" nach dem Siegtor des Portugiesen in Barcelona und angesichts von bereits 13 Toren in dieser Champions-League-Saison. Dass er elf dieser Treffer gegen Donezk und Malmö erzielte – geschenkt.  

Wie viel Substanz steckt in Real?

Rafft sich Wolfsburg jedoch zu einer ernsthafteren Prüfung auf als Ukrainer oder Schweden, wird dieses Viertelfinale auch ein Test darüber, wie viel Substanz die aktuelle Madrider Euphorie hat. Fußballerisch war die Darbietung im Camp Nou nämlich nicht ganz so unwiderstehlich, wie sie im Nachhinein bisweilen gemacht wird. Und es ist auch erst zwei weitere Spiele her, dass Zidane nach einem äußert glücklichen 2:1 bei Las Palmas sagte: "Wenn wir so spielen, kommen wir nirgendwo hin."

K.o. auf den Kanaren - topfit in Barcelona

Auf den Kanaren war Real in der Schlussphase stehend k.o., in Barcelona hingegen rannten die Madrilenen ihren Gegner sogar zu zehnt noch in Grund und Boden. Eine Momentaufnahme, weil sie weniger Spieler für Länderspiele abgestellt hatten, insbesondere ins ferne Südamerika? Oder schlägt das "Mini-Trainingslager" jetzt an, das Zidane seiner Mannschaft verschrieb, als er bei seiner Amtsübernahme im Januar erhebliche Fitnessdefizite vorfand und gleichzeitig unerwartet viel Trainingszeit wegen der Disqualifikation im spanischen Pokalwettbewerb nach einem Aufstellungsfehler seines Vorgängers Rafael Benítez? "Wir haben hart gearbeitet", bestätigt Bale. "Vielleicht hilft das frühe Copa-Aus für den Endspurt der Saison."

Zidane selbst bleibt vorsichtiger. Nach innen hat er von Beginn an eine Botschaft der Ambition gesandt, aber es gab auch Momente, in denen ihm seine Spieler nicht folgten, bei der Heimniederlage gegen Atlético etwa, als er danach enttäuscht von Einstellungsproblemen sprach. Reals Saison bislang? In den schlechten Phasen ein Desaster, in den besseren eine Achterbahnfahrt. Deshalb war der Sieg in Barcelona ja "ganz wichtig für die Stimmung", wie auch Zidane sagt. Es gibt jetzt wieder etwas mehr Ruhe im Klub. Aber an sich noch keinen Anlass für Triumphalismus.

Zurückhaltung verkauft sich allerdings nicht so gut. Also wurde zuletzt in den Medien etwa der Brasilianer Casemiro angepriesen, als handele es sich um das achte Weltwunder. Dabei unterscheidet den Mittelfeld-Zerstörer in Reals Starensemble vor allem, dass er sich mit asketischer Demut in den Dienst der Mannschaft stellt – notfalls auch neben dem Platz. Dieselben Elogen wie jetzt bekam er nämlich auch schon im Herbst unter Benítez zu hören. Dann war er plötzlich monatelang außen vor. Erst nach der Pleite gegen Atlético kramte ihn Zidane wieder heraus.

WM-Torschützenkönig unzufrieden

Die Desillusion gegen den Stadtrivalen hat den Franzosen härter in seinen Entscheidungen gemacht. Die von ihm als egoistisch ausgemachten Künstler Isco und James Rodríguez waren zuletzt nicht mal mehr erste Wahl bei den Einwechslungen. Anders als Casemiro lässt sich das einer wie WM-Torschützenkönig Rodríguez natürlich nicht gefallen. Wie schon an Benítez bekrittelte er während der jüngsten Länderspielreise auch an Zidane, dass er sich nicht genügend wertgeschätzt fühle.

Randnotizen – solange der Traum von der "undécima" lebt, dem elften Champions-League-Titel der Klubgeschichte. Auf dem Weg dahin scheint zumindest eines schon mal klar: Am Selbstvertrauen wird es nicht scheitern.

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