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VfL Wolfsburg feiert gegen Real Madrid Wiederauferstehung

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"Wir haben Real genervt"  

Wolfsburgs Wiederauferstehung mit einer Europa-Gala

07.04.2016, 11:50 Uhr | t-online.de

VfL Wolfsburg feiert gegen Real Madrid Wiederauferstehung. Die Spieler des VfL Wolfsburg feiern den 2:0-Erfolg gegen Real Madrid. (Quelle: imago/photoarena/Eisenhuth)

Die Spieler des VfL Wolfsburg feiern den 2:0-Erfolg gegen Real Madrid. (Quelle: photoarena/Eisenhuth/imago)

Aus Wolfsburg berichtet Sebastian Schlichting

Nach einem Zweikampf mit Toni Kroos ging Vieirinha in der ersten Halbzeit zu Boden. Der Wolfsburger hielt sich die Hand vors Gesicht – und spuckte etwas aus. Einen Zahn? Oder ein Kaugummi? Vieirinha selbst sagte später nur, alles sei in Ordnung. Auf jeden Fall war es ein schmerzhafter Zusammenprall. Aber er hatte sofort weitergemacht, gekämpft bis zum Schluss. So wie alle Spieler des VfL Wolfsburg. Der Lohn war ein im Vorfeld nie für möglich gehaltenes 2:0 gegen Real Madrid im Viertelfinal-Hinspiel. Das Erreichen des Halbfinals in der Champions League ist damit durchaus realistisch.

 "Das zeigt mal wieder, dass im Fußball alles möglich ist", sagte Trainer Dieter Hecking. Die Erkenntnis ist nicht neu, charakterisiert aber die kuriose Gefühlswelt des VfL perfekt: "Dass eine Mannschaft, die noch am Freitag am Boden war, nur fünf Tage später zu so etwas fähig ist." Erst nach indiskutabler Leistung 0:3 bei Bayer Leverkusen verloren, nun mit einem Gala-Auftritt 2:0 gegen Real gewonnen - es war ein kleines Fußball-Wunder.

"Viele hatten erwartet, dass wir hier eine Klatsche kriegen. Aber das war toll, das kann uns keiner mehr nehmen", sagte Manager Klaus Allofs in Richtung all derer, die Wolfsburg schon vor dem Anpfiff nicht mehr im Wettbewerb gesehen hatten.

Champions-League 
Wolfsburg besiegt Real Madrid mit 2:0

VFL-Trainer Dieter Hecking auf der Pressekonferenz: "Haben verdient gewonnen". Video

Rausschmisse als bestimmendes Thema

Das waren nicht wenige. Schließlich hatte es rund um den VfL in den vergangenen Wochen selten positive Schlagzeilen gegeben. Weder sportlich noch abseits des Rasens. Dort waren der Rauswurf von Max Kruse aus der Nationalelf und der Rausschmiss von Nicklas Bendtner im Verein die beherrschenden Themen.

Der krasse Außenseiter Wolfsburg chancenlos gegen die Königlichen, die am Wochenende beim FC Barcelona gewonnen hatten  –  es hätte kommen können wie erwartet. Wenn Cristiano Ronaldo bei seinem Tor nach 70 Sekunden nicht Zentimeter im Abseits gestanden hätte. Oder wenn es kurz danach für den Einsatz von Luiz Gustavo gegen Gareth Bale Elfmeter gegeben hätte. Aber es kam ganz anders. Die Gastgeber trauten sich mit jeder Minute mehr zu, schafften es, Real nachhaltig zu beeindrucken. Die Tore von Ricardo Rodriguez per Elfmeter (18.) und Maximilian Arnold (25.) taten ihr Übriges.

Arnold sprintet übers halbe Feld

Dass die Mannschaft in weißen Trikots das Geschehen bestimmt, ist normal, wenn Real auf dem Rasen steht. Aber diesmal trugen die Spieler in weiß das Wappen des VfL Wolfsburg. Arnold marschierte mehrmals auf der linken Seite unwiderstehlich übers halbe Feld und scheute auch keine verbale Auseinandersetzung mit den Gegenspielern. Der zuletzt oft gescholtene Draxler hatte in der Offensive geniale Momente und arbeitete bis zum Schluss nach hinten. Der erst vor gut einem Monat an der Schulter operierte Naldo spielte bei seinem Comeback überragend. Und dann war da noch Bruno Henrique, der in seiner ersten Champions-League-Partie agierte als hätte er seit Jahren nichts anderes getan als gegen Real Madrid zu spielen.

Auf der anderen Seite leisteten sich die Gäste teils bizarre Fehlpässe im Spielaufbau. "Wir haben es geschafft, Real zu nerven", sagte Hecking. Folge: Das Starensemble rieb sich in Nebensächlichkeiten auf. Ronaldo reklamierte und diskutierte mit dem Schiedsrichter, Karim Benzema gestikulierte vor seiner verletzungsbedingten Auswechslung wegen ausbleibender Anspiele. Marcelo leistete sich eine dermaßen dreiste Schauspieleinlage, dass ihm VfL-Trainer Hecking nach Schlusspfiff einige klare Worte mit auf den Weg gab. Spielte sich Madrid doch einmal bis vors Tor durch, war Keeper Diego Benaglio zur Stelle.

Zidane ratlos

Die Fans, deren bislang überschaubares Interesse am Wettbewerb dem Verein schon so einiges an Häme eingebracht hatte, merkten schnell, dass sich auf dem Rasen Denkwürdiges ereignen könnte. Jeder erfolgreiche Zweikampf wurde gefeiert, als wäre der Einzug ins Finale nach Mailand geschafft. Zur Halbzeit und erst recht beim Schlusspfiff sprangen die Zuschauer begeistert von den Sitzen auf. Zurück blieb ein ziemlich ratloser Zinedine Zidane, dessen Team vom Bundesliga-Achten phasenweise an die Wand gespielt worden war. "Wir waren physisch schwach, es hat die Bewegung gefehlt, das tut weh", sagte Zidane.

Bei den Siegern ging die Einschätzung, was das 2:0 mit Blick auf das Rückspiel bedeute, auseinander. Natürlich, da waren sich alle einig, wird es am Dienstag ein ganz heißer Tanz. "Das war ein guter erster Schritt, mehr nicht", sagte Draxler. "55 Prozent" seien geschafft, befand Arnold. Und Hecking sprach von einer "sehr, sehr guten Ausgangsposition".

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Marcelos Disput mit Maximilian Arnold sorgt weiter für Gesprächsstoff. Video

Mainz vor Augen

Der Trainer äußerte sich erst zum möglichen Einzug in die Runde der besten vier Teams in Europa. Danach fuhr er fort mit den Worten: "Hoffentlich hat das Spiel nicht zu viele Körner gekostet. Wir müssen an Samstag denken." Dann geht es gegen den FSV Mainz 05. Und die rätselhafte Schwäche in der Bundesliga hat dafür gesorgt, dass die Real-Besieger sogar in Sachen Europa-League-Teilnahme mit dem Rücken zur Wand stehen.

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