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Champions League heute: VfL Wolfsburg ohne Angst zu Real

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"Können Historisches schaffen"  

VfL spricht nicht über Angst vor Reals Rache

12.04.2016, 13:49 Uhr | dpa, sid

Champions League heute: VfL Wolfsburg ohne Angst zu Real. Bester Laune: Dieter Hecking freut sich nach dem Hinspielsieg gegen Real Madrid mit Christian Träsch. (Quelle: imago/MIS)

Bester Laune: Dieter Hecking freut sich nach dem Hinspielsieg gegen Real Madrid mit Christian Träsch. (Quelle: imago/MIS)

Bloß keinen Bammel vor dem Bernabéu. Die Taktik für die große Champions-League-Sensation des VfL Wolfsburg bei Real Madrid ist für Dieter Hecking ziemlich simpel: "Gar nicht drüber sprechen", brummte der VfL-Coach vor dem Abflug nach Madrid, wo der Vizemeister im Viertelfinal-Rückspiel (ab 20.30 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) Geschichte schreiben will.

Die Euphorie nach dem nicht für möglich gehaltenen 2:0 im Hinspiel ist riesig, der Glaube an eine Fortführung des größten VfL-Erfolges im Europapokal vorhanden.

Das Schlimmste, was Hecking nun passieren kann, ist die Angst vor der eigenen Courage - aus Ehrfurcht vor dem berüchtigten Estadio Santiago Bernabéu und der hitzigen Atmosphäre.

Wer zieht ins CL-Halbfinale ein? 
Wolfsburg tritt ohne Angst bei Real Madrid an

Das Abschlusstraining fand vor beeindruckender Kulisse statt. Video

"Historisches" im Blick - Sorge um Naldo

Darum legte Hecking nach der Landung in Madrid noch einmal nach. "Man verschärft es nur noch, wenn man mehr drauf hinweist. Das interessiert mich null und es darf auch meine Spieler nicht interessieren", sagte der Trainer entschlossen und beschwor lieber die Halbfinalchance: "Wir wissen, wir können etwas Historisches schaffen. Jeder kann etwas schaffen, was in seiner Karriere vielleicht einmalig ist."

Ob diese Zuversicht am Abend durch einen Schreckmoment im Abschlusstraining etwas gemindert wurde, blieb unklar. Ausgerechnet Abwehrchef Naldo - im Hinspiel Sieggarant - musste die Einheit im Bernabéu-Stadion abbrechen. Offiziell äußern wollte sich niemand vom Verein. Ob der gerade erst von einer Schultereckgelenkssprengung Genesene spielen kann, blieb unklar.

Real kündigt "Krieg" und "magische Nacht" an

Ohne Naldo dürfte die Aufgabe im Bernabéu noch kniffliger werden. Sportchef Klaus Allofs, der zuvor noch vor der Atmosphäre in Madrid gewarnt hatte, betonte: "Wir sind keine blutigen Anfänger, dass wir da mit feuchten Händen Richtung Madrid fahren."

Dabei taten die durch das Hinspiel gekränkten Madrilenen vor dem Showdown alles dafür, den Gegner einzuschüchtern. "Am Dienstag ist Krieg. Wir werden aufs Feld laufen, um Wolfsburg zu überrollen", kündigte Reals früherer Leverkusener Dani Carvajal martialisch an und der im Hinspiel so böse enttäuschende Superstar Cristiano Ronaldo prophezeite dem Real-Anhang eine "magische Nacht".

Allofs warnt vor Bernabéu

Hecking ließ dies kalt: "Wenn Real den Mythos benutzen muss, dann haben wir uns sehr viel Respekt verschafft. Es liegt an uns, diesen Respekt größer werden zu lassen." Auch Allofs wollte dies nicht überbewerten: "Das müssen wir nicht dramatisieren. Es wird ein harter Kampf mit allen erlaubten Mitteln, darauf sollten wir vorbereitet sein. Dazu gehört auch, dass man den Gegner einschüchtern möchte."

Allofs kennt die spezielle Situation in Madrids Fußball-Tempel aus eigener leidlicher Erfahrung als Spieler und Manager. "Im Bernabéu kann eine Menge passieren, das weiß ich. Da wird auch einiges passieren. Da denkt man jetzt noch gar nicht dran, was da alles passieren kann", warnte der Manager.

Wölfe freuen sich auf ein "geiles Spiel"

Die Reaktion der VfL-Profis fiel tollkühn aus. "Wir haben am Mittwoch keinen Respekt gehabt und werden ihn auch am Dienstag nicht haben", tönte Stürmer Bas Dost etwa. Weltmeister André Schürrle prophezeite ein "geiles Spiel" und hielt den forschen Tönen aus Madrid entgegen: "Wir werden um unser Leben rennen."

Besonders kämpferisch flog Coach Hecking nach Madrid: "Wir haben die Chance, Real Madrid aus dem Wettbewerb zu werfen. Dafür werden wir alles tun. Ich will ins Halbfinale." Der VfL-Trainer hatte auch noch einen speziellen Gruß an die Skeptiker parat: "Was die Experten sagen, ist mir schnurz-piep-egal."

Der Plan lautet, möglichst ein Tor zu schießen. Dies gelang bislang noch keinem Team in dieser Champions-League-Saison bei Real, das im Wettbewerb bislang alle Heimspiele gewann. "Wenn wir ein Tor schießen, verändert das eine Menge", sagte Allofs. Laut Schürrle würde es dann gar "brutal schwer für Real. Wir haben eine Top-Ausgangslage und alles in unserer Hand."

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