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Atlético setzt gegen den FC Bayern auf ihren "Halbgott" Griezmann

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Champions-League-Halbfinale 2016  

Griezmann im Fokus: Atlético setzt auf den "neuen Ribéry"

03.05.2016, 14:26 Uhr | dpa

Atlético setzt gegen den FC Bayern auf ihren "Halbgott" Griezmann. Für die Fans von Atlético Madrid ist Antoine Griezmann ein Held.

Für die Fans von Atlético Madrid ist Antoine Griezmann ein Held. Foto: Kiko Huesca. (Quelle: dpa)

Madrid (dpa) - In seinem Heimatland Frankreich wird er als Nachfolger von Franck Ribéry gefeiert, für die Fans von Atlético Madrid ist er so etwas wie ein Halbgott: Antoine Griezmann erlebt die beste Saison seiner Karriere.

Am Dienstag will der schmächtige Flügelflitzer mit dem Lausbuben-Grinsen Ribéry und den deutschen Rekordmeister FC Bayern München ärgern und mit Atlético ins Endspiel der Champions League einziehen. "Die Aussicht aufs Finale beflügelt uns", sagte er am Wochenende nach seinem Tor zum 1:0-Sieg in der Primera División über Rayo Vallecano - und grinste dabei schelmisch.  

Nicht nur Fans und Madrider Medien setzten beim Halbfinal-Rückspiel der Spanier in München auf Griezmann. Auch die Teamkollegen sind ob das rasanten Aufstiegs des 25-Jährigen hellauf begeistert. "Als er vor knapp zwei Jahren von Real Sociedad San Sebastián zu uns kam, war er schon ein guter Spieler, aber fast noch ein Kind. Heute ist er ein Mann und einer der besten Fußballer der Welt", meint Außenverteidiger Juanfran. Trainer Diego Simeone lobt: "Antoine ist in allen Bereichen besser geworden, körperlich, taktisch, in der Aggressivität."

Wie wichtig der Mann mit der exquisiten Technik und dem sowohl physisch als auch gedanklich schnellen Spiel für den Madrider Arbeiterclub ist, bewies er zuletzt am Samstag in der spanischen Liga gegen Rayo. Nach seiner Einwechslung benötigte er nur 42 Sekunden, um mit seiner ersten Ballberührung per Linksschuss das Siegtor im Vicente Calderón zu erzielen. Generalprobe bestanden und schnell abgehakt, der Blick richtet sich nach vorne: "Dienstag wird es ein tolles Spiel geben", kündigte der Franzose an.

Mit bisher 30 Saisontoren in 49 Spielen sorgt Griezmann dafür, dass "Atleti" in der Liga mit Titelverteidiger FC Barcelona zwei Runden vor Schluss Kopf an Kopf liegt und in der Königsklasse vom dritten Finale nach 1974 und 2014 träumen kann. Medien tauften ihn "Blitz" und "Magier". Griezmann erzielt viele, vor allem aber entscheidende Tore - und von der letzten Sorte mehr als die Megastars Cristiano Ronaldo (Real Madrid) und Lionel Messi (FC Barcelona). Mit sieben Siegestreffern liege der Franzose diese Saison in der Primera División ganz vorne, errechnete das Portal "OKDiario.com".

Dabei wurde der Erfolg dem Mann aus der 33 000-Einwohner-Stadt Mâcon in der Region Burgund nicht in die Wiege gelegt. Vor zwölf Jahren weigerten sich mehrere französische Topclubs, ihn in ihre Talentakademien aufzunehmen. Jugendtrainer von Olympique Lyon wiesen ihn bei einem Test als "zu klein und zu zierlich" ab. Ein Talentspäher aus dem 800 Kilometer entfernten San Sebastián sah ihn kurze Zeit später durch Zufall bei einem Jugendturnier in Paris, und so zog Klein-Antoine schon mit 13 ins spanische Baskenland.

2011, kurz nach dem Profi-Debüt von Griezmann, hatte der heutige Bayern-Trainer Pep Guardiola eine Vorahnung. Er wollte damals den Nobody nach Barcelona holen. Die Clubführung entschied sich aber für ein anderes Talent. 2014 musste Atlético schon 30 Millionen Euro nach San Sebastián für Griezmann überweisen. Kein Kleingeld, dennoch ein tolles Geschäft. Die britische "The Sun" berichtet, Manchester United wolle rund 83 Millionen Euro für den Franzosen bieten.

Das könnte aber nicht genug sein, wenn Griezmann auch noch zum Aus des FC Bayern beiträgt. Schlitzohr Simeone verriet seine Strategie für München natürlich nicht. Die Zeitung "El País" schrieb aber, die Gäste wollten nicht nur mauern und sich auf die beste Abwehr Spaniens um den zurückkehrenden Diego Godín verlassen. Atlético wolle auch den schnellen Rasen der Münchner Arena ausnutzen, um mit Griezmann und Fernando Torres viele Konter zu spielen. Der Franzose ist zuversichtlich: "Hört nicht auf zu glauben", twitterte er.

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