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Eindhoven - Bayern: Arjen Robben sauer auf FCB-Coach Ancelotti

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"Ich war enttäuscht"  

Trotz Achtelfinale: Robben sauer auf Ancelotti

02.11.2016, 13:45 Uhr | t-online.de

Eindhoven - Bayern: Arjen Robben sauer auf FCB-Coach Ancelotti. Enttäuschtes Abklatschen: Arjen Robben muss nach einer guten Stunde vom Feld. (Quelle: imago)

Enttäuschtes Abklatschen: Arjen Robben muss nach einer guten Stunde vom Feld. (Quelle: imago)

Von Marc L. Merten

Der FC Bayern München zieht dank eines 2:1-Erfolgs bei der PSV Eindhoven in das Achtelfinale der Champions League ein, doch Arjen Robben konnte sich nicht richtig freuen.

Der Niederländer wurde bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte nach einer guten Stunde ausgewechselt. Dafür hatte der 32-Jährige nur wenig Verständnis.

Als in der 64. Minute der Vierte Offizielle im Philips-Stadion die Tafel zur Auswechslung in die Höhe reckte und Arjen Robben seine Nummer dort erblickte, war der Abend für den Angreifer des FC Bayern im wahrsten Wortsinn gelaufen. Mit versteinerter Miene joggte Robben unter dem Applaus der 35.000 Zuschauer vom Feld, klatschte mit Douglas Costa ab, warf seinem Trainer Carlo Ancelotti aber noch einen düsteren Blick zu. Auch ein, zwei Worte richtete er in Richtung seines Trainers.

"War sauer und enttäuscht"

Welche Worte, das ist nicht überliefert. Doch Robben hielt nach dem Spiel nicht mit seinen Gefühlen hinter dem Berg. "Ich fand es schade und war enttäuscht", sagte der 32-Jährige über sein frühes Arbeitsende. "Ich war ein wenig sauer, denn es war ein besonderes Spiel für mich. Aber das muss ich akzeptieren."

Robben versuchte noch, Ancelotti eine Ausrede zuzugestehen. Doch der Verweis darauf, er habe zuletzt ja viel gespielt, konnte schon alleine deswegen nicht standhalten, hatte Ancelotti Robben doch schon im DFB-Pokal vor einer Woche 90 Minuten auf der Bank gelassen, um ihn zu schonen.

"Das ist natürlich Unsinn"

Dabei hatte sich Robben so viel vorgenommen, wollte gegen jenen Verein, wo seine große Karriere einst mit 18 Jahren begonnen hatte, groß aufspielen. Doch nach einem Torschuss, einem Kopfball und insgesamt 52 Ballaktionen ohne die entscheidende Wirkung war schon Schluss. Die Frage, ob er zu viel gewollt hätte, bügelte der Niederländer brüsk ab: "Das ist natürlich Unsinn!".

Stattdessen kritisierte er das Spiel seiner Mannschaft mit deutlichen Worten und demonstrierte, wie angefressen er nach dem Spiel tatsächlich war. "Wir haben ohne Überzeugung und viel zu langsam gespielt. So kommt man nicht zu Aktionen. Wir müssen das viel besser ausspielen. Wenn wir das nicht ändern, bekommen wir im Achtelfinale Probleme."

Erster CL-Sieg auf fremdem Platz 2016

Dass der FC Bayern bereits nach vier Gruppenspielen in der Runde der letzten 16 Mannschaften steht, hatten die Münchner an dem Abend nicht Robben, sondern Robert Lewandowski zu verdanken. Der Pole traf nicht nur dreimal Aluminium, sondern auch zweimal ins Tor.

Nach einem der klarsten Abseits-Tore in der Geschichte der Champions League – beim 0:1 stand Torschütze Santiago Arias knapp zwei Meter in der verbotenen Zone – drehte der Stürmer des deutschen Rekordmeisters das Spiel mit seinen Toren drei und vier im laufenden Wettbewerb. Damit beendete Lewandowski auch die Durststrecke von vier sieglosen Auswärtsspielen in der Königsklasse in Folge und sorgte für den ersten Sieg auf fremdem Platz im Kalenderjahr 2016.

"Mehr über die Außen kommen"

All das konnte freilich Arjen Robben an diesem Abend nicht trösten. Sein Trainer Carlo Ancelotti erklärte hinterher, er haben mit dem Wechsel sein System verändern wollen, nachdem es mit Robben und einem Mann mehr im Zentrum (Kimmich) nicht funktioniert hatte.

"Wir wollten mehr über die Außen kommen, um das Spiel zu öffnen. Das hat am Ende besser funktioniert", so der Bayern-Coach. Robben musste Douglas Costa weichen, für Joshua Kimmich kam Kingsley Coman. Der FCB bekam mehr Druck auf die Flügel, und über Costa und David Alaba fiel schließlich das 2:1.

"Der Vertrag ist schon fertig, Arjen!"

Robben hatte sich zuvor vergeblich auf seiner rechten Seite aufgerieben. Das Team von Trainer Phillip Cocu hatte den 32-Jährigen gut im Griff. Nicht durch Manndeckung oder Doppeln auf der Seite, sondern durch geschicktes Verengen der Räume, die Robben normalerweise so liebt. Der Dribbelkünstler und Kunstschütze durfte nur ein einziges Mal von rechts in die Mitte ziehen, um dort mit links abzuschließen. Ansonsten waren ihm die Wege clever versperrt und damit der Zahn gezogen.

Wenigstens über eine Kleinigkeit am Rande konnte Robben bei seiner Rückkehr nach Eindhoven lachen. Einige Fans der Heimmannschaft hatten ein Plakat verfasst. Auf dem stand auf Niederländisch geschrieben: "Der Vertrag ist schon fertig, Arjen!" Es war der offene Appell an den verlorenen Sohn, doch bitte im Sommer 2017 zum PSV zurückzukehren. Dann läuft beim FC Bayern sein Vertrag aus. 

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