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CL 2017: Real Madrid genießt gegen SSC Neapel die Barca-Schmach

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"Die beste Mannschaft der Welt"  

Real zeigt seine Klasse - und genießt Barcelonas Schmach

16.02.2017, 11:12 Uhr | t-online.de

CL 2017: Real Madrid genießt gegen SSC Neapel die Barca-Schmach. Sergio Ramos (re.) und Marcelo (li.) herzen Torschütze Toni Kroos. (Quelle: imago/Alterphotos)

Sergio Ramos (re.) und Marcelo (li.) herzen Torschütze Toni Kroos. (Quelle: Alterphotos/imago)

Aus Madrid berichtet Florian Haupt

Vor dem Anpfiff im Madrider Estadio Santiago Bernabéu liefen auf den Videoleinwänden noch mal die Tore aus Paris. Di María, Draxler, Di María, Cavani. Es waren noch nicht viele Fans im Stadion, in Spanien kommt man ja spät, aber die wenigen freuten sich über jeden Einschlag. Der FC Barcelona verliert ja nicht aller Tage mit 0:4.

Es war einer dieser Abende, an dem alle im Bernabéu schon vor dem Anpfiff ein Lächeln um den Mund zu haben schienen. Real und Barça sind einander obsessiv verbunden, wenn der eine vor dem Ausscheiden steht, ist der andere mindestens erleichtert: Er kann es diese Saison schon mal nicht mehr schlechter machen.

Nur für ein paar Minuten sah es dann so aus, als könne auch der zweite spanische Gigant ins Wanken geraten. Der kleine Lorenzo Insigne brachte die Gäste aus Neapel durch eine geniale Frechheit in Führung, er überlistete fast aus dem Mittelfeld den zu sorglos postierten Real-Keeper Keylor Navas und sorgte danach auch für den emotionalen Höhepunkt des Abends. Über das halbe Feld rannte der gebürtige Neapolitaner, ganz alleine, ehe er schließlich vor einer Kolonie italienischer Fans zum Stehen kam. Diese füllten etliche Plätze. Für Neapel war es das größte Spiel seit den Zeiten von Diego Maradona, der in den letzten Tagen als Klubmaskottchen durch Madrid getourt war und in der Kabine vor dem Anpfiff höchstpersönlich die Mannschaft einschwor.

Kroos' "Golfputt" schlägt unhaltbar ein

Für Madrid war es das unzähligste Champions-League-Spiel gegen einen Rivalen, der irgendwo zwischen enthusiastisch und eingeschüchtert seine Chance suchte. Gekonnt spielte Real seine Klasse aus, es erwischte einen besonders guten Abend. Der zuletzt vielkritisierte Karim Benzema spielte feurig wie selten und erzielte den ersten Treffer, Cristiano Ronaldo vergab zwar einfache Torchancen, glänzte jedoch als Vorlagengeber, Luka Modric brachte seine Phantasie ein, Toni Kroos seine Übersicht und außerdem das zweite Tor mit einem dieser präzisen "Golfputts", wie sie in Spanien seine scheinbar an der Schnur gezogenen Flachschüsse nennen. Danach zeigte er auf Trainer Zidane, mit dem er solche Vorstöße an die Strafraumgrenze vor ein paar Tagen noch mal besprochen hatte. Und kurz danach traf sogar der vergleichsweise grobmotorische Abräumer Casemiro mit einem wunderbaren Volleyschuss.

3:1 – eine komfortable Ausgangssituation nach einem Spiel, vor dem es durchaus Respekt gab angesichts eines Gegners, der auf eine Serie von 18 Partien ohne Niederlage zurückblickte. Aber währenddessen natürlich nicht gegen Real gespielt hatte – "die beste Mannschaft der Welt", wie Gäste-Trainer Mauricio Sarri später sagte.

Spanische Presse zerpflückt Barcelona

Das hieß es eigentlich über Barcelona – bis zum Dienstag, klar. Seitdem schreibt die Presse von "Ende einer Ära" ("El Mundo") und "Totalschaden" ("As"), sie seziert die "sieben Todsünden" ("Mundo Deportivo") und benennt die "schwarze Liste von Paris" ("Marca"). Die Sammlungen des Horrors umfassen so ziemlich alles, von der Einstellung bis zur Transferpolitik, von den Überforderten wie André Gomes oder Sergi Roberto bis zu den Apathischen wie Lionel Messi oder Andrés Iniesta.

Niemand jedoch bekommt so sein Fett weg wie Luis Enrique. Die klubnahe "Sport" lässt es sich an diesem Donnerstagmorgen nicht nehmen, die ganze Titelseite mit dem Klassiker aller Krisenfotos zu bestücken: dem Trainer, der auf die Uhr schaut. Dazu in riesigen Lettern die Zeile: "Angezählt." Im Prinzip geht es wohl nur noch um die Frage, wann der ohnehin amtsmüde Coach seinen Abgang zum Saisonende verkündet.

Glanz verloren: Barça ist nur noch ein normales Starensemble

Dass der streitbare, bisweilen arrogante Asturier im Ernstfall wenig Freunde bei den Medien haben würde, war immer klar. Zu gern hat er die Reporter in den guten Zeiten seiner beachtlichen acht Titel in zwei Saisons abgekanzelt. Doch es geht nicht nur um einen Rachefeldzug der Journalisten, nicht mal nur um ein 0:4. Es geht um einen langen Trend, der Besuche im Camp Nou zumindest für Puristen schon seit längerem zur rechten Qual machen konnte. Das einst so besondere Barça hat sich in den zweieinhalb Jahren unter Luis Enrique immer mehr zu einem normalen Starensemble entwickelt, alle Hoffnung liegt auf den außergewöhnlichen Angreifern. Und weil das inzwischen jeder Gegner mitbekommen hat, geht die simple Strategie immer seltener auf.

"Wir entfernen uns von der Idee, die uns groß gemacht hat", zitiert "Sport" ein nicht genanntes Schwergewicht aus der Mannschaft. Die Idee war Dominanz im Mittelfeld. Doch mit einem alternden Iniesta, einem müden Busquets, einem undefinierten Dritten – Ivan Rakitic hat seinen Stammplatz verloren – und ohne die einst so griffige Unterstützung von Außenverteidigern und Stürmern ist Barça dort nicht mehr überlegen, ja oft nicht mal mehr gleichwertig. Dass angesichts der Qualität im Kader, insbesondere Messis, deshalb nicht gleich jedes Match verloren geht, ist klar: Zuletzt wurde im nationalen Pokalhalbfinale sogar noch mal glücklich Atlético Madrid ausgeschaltet. Doch die strukturelle Unterlegenheit in Taktik und Teamspiel wurde diese Saison fast gegen jeden Gegner deutlich. Gegen ein hochmotiviertes, formstarkes und perfekt eingestelltes Paris konnte das kaum noch gutgehen. "Sie hatten einen Plan", sagte Busquets. Der Umkehrschluss bedarf keiner Erwähnung.

Ramos "sieht Freunde nicht gern leiden"

Schon eher der Umstand, dass es neben Spott sogar Mitgefühl aus Madrid gab. "Ich werde nicht 'Nein' sagen", antwortete Reals Kapitän Sergio Ramos dort auf die Frage, ob er sich über die Klatsche von Paris gefreut habe. Aber er habe auch an seine Kumpels aus der Nationalelf gedacht: "Ich sehe Freunde nicht gern leiden."

Ramos konnte sich diese Generosität leisten. Noch deutet wenig daraufhin, dass die Havarie Barcelonas eine der gesamten Armada einleiten könnte – auch wenn man das im Ausland hoffen mag. Schließlich haben spanische Teams die letzten sechs Europacups gewonnen und dabei nur sporadisch überhaupt mal eine Runde gegen eine nicht-spanische Mannschaft verloren. Fast schon logisch, dass es mit Unai Emery ein spanischer Trainer war, der den Pariser Königsturz orchestrierte.

Vorerst können Barças Probleme als exklusive Barça-Probleme gelten. Das war zumindest die Botschaft, die Real Madrid gegen Neapel sandte. In der Hauptstadt hat man das geringste Problem damit, wenn die Armada dieses eine Schiff verliert.

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