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Hoffenheim träumt vom großen Coup

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DFB-Pokal - Viertelfinale  

Hoffenheim träumt vom großen Coup

12.02.2010, 23:05 Uhr | sid

Hoffenheim will auch in Dortmund jubeln (Foto: imago)Hoffenheim will auch in Dortmund jubeln (Foto: imago) Ein Fußball-Dorf aus dem Kraichgau plant den Aufstand gegen den vermeintlichen Goliath. Zweitligist 1899 Hoffenheim, mit fünf Siegen in fünf Pflichtspielen seit der Winterpause die Mannschaft der Stunde im deutschen Profi-Fußball, will auch im DFB-Pokal Geschichte schreiben. Die Fans träumen sogar schon vor dem Viertelfinal-Gastspiel bei Borussia Dortmund am Dienstag (ab 18.45 Uhr im T-Online Live-Ticker) vom Einzug ins Finale am 19. April in Berlin. Dort will auch der deutsche Meister VfB Stuttgart hin, der als Favorit in das Spiel gegen den Zweitliga-17. FC Carl Zeiss Jena geht.

Ab 18.45 Uhr im Live-Ticker Dortmund gegen Hoffenheim

Hoffenheimer stapeln weiter tief

"Wir wollen natürlich auch weiterhin jedes Spiel gewinnen. Aber wir sind nicht in der Pflicht und können somit befreit aufspielen", sagte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick, der seine Kicker auf ungewöhnliche Weise auf die über 80.000 Zuschauer in Dortmund vorbereitet. "Es ist ein Unterschied, ob du in Wehen oder in Dortmund spielst. Unser Spezialist wird ein psychologisches Drehbuch erstellen und den Kader mental vorbereiten", kündigte er an. Die Hoffenheimer, Aufsteiger der 2. Liga mit guten Chancen auf den Durchmarsch in die Erstklassigkeit, sind also gerüstet für das Spiel beim BVB. Trotzdem stapeln sie tief. Das Thema Aufstieg ist - zumindest derzeit - beim Klub des Software-Milliardärs Dietmar Hopp ebenso tabu wie Spekulationen um das Pokal-Endspiel.

Erstmals auswärts im Einsatz

Rund 3500 Anhänger werden die Shootingstars aus dem 3000-Seelen-Ort - 20 Kilometer von Heidelberg entfernt - in etwa 60 Bussen in Richtung Westfalen begleiten. Bereits der Einzug ins Viertelfinale wurde als größter Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert. Doch erstmals im laufenden Wettbewerb müssen die Hoffenheimer auswärts antreten.

BVB voller Respekt

"Ich habe Hoffenheim mehrfach gesehen und mir ein Bild gemacht. Doch wir sind Favorit und können mit der Rolle gut umgehen. Niemand wird den Gegner unterschätzen", erklärte BVB-Coach Thomas Doll voller Respekt und appellierte an seine Profis: "Das Halbfinale winkt, und wir werden alles Erdenkliche tun, um es zu erreichen. Es ist eine Riesenchance für die Mannschaft und den gesamten Verein."

Europacup greifbar nahe

Neben einer weiteren Einnahme von rund 1,3 Millionen Euro winkt dem BVB nach einer verkorksten Saison der erste Einzug ins Halbfinale (18./19. März) seit dem letzten Cupsieg 1989 und sogar in den UEFA Cup, sollten die Schwarz-Gelben das Endspiel erreichen. Zwei Siege trennen sie vom internationalen Geschäft, vorausgesetzt der Finalgegner wäre ein Champions-League-Teilnehmer.

Veh: "Wir müssen das einfach schaffen"

Auf dem kurzen Pokalweg will auch Stuttgart seine enttäuschende Saison retten. "Wir wollen wieder ins Finale und diesmal den Cup gewinnen. Es ist zudem die beste Möglichkeit, sich für den UEFA Cup zu qualifizieren", sagte Torjäger Mario Gomez, der im vergangenen Jahr in Berlin mit dem VfB das Double gegen den 1. FC Nürnberg (2:3 nach Verlängerung) verspielte. Trainer Armin Veh ergänzte: "Wir haben eine große Chance, ins Halbfinale einzuziehen. Wir müssen das einfach schaffen." Bisher bescherte das Los den Schwaben ausschließlich unterklassige Gegner.

Jena ein gefährlicher Gegner

Die Bundesligisten Nürnberg und anschließend Arminia Bielefeld hat dagegen Gegner Jena im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld bereits aus dem Wettbewerb gekegelt. Diesmal muss der viermalige Cupsieger der einstigen DDR reisen. Dennoch werden die Thüringer in Stuttgart mit breiter Brust auflaufen, denn auswärts fühlt sich der abstiegsbedrohte Zweitligist derzeit sehr wohl, verlor zuletzt am 5. November vergangenen Jahres auf des Gegners Platz (1:2 bei Borussia Mönchengladbach). Am vergangenen Freitag entführte Jena sogar einen Punkt vom Aufstiegskandidaten FSV Mainz 05 (2:2).

Spiel des Jahres für Jena

"Es ist für uns das Spiel des Jahres und eine große Ehre beim deutschen Meister spielen zu dürfen", sagte Präsident Rainer Zipfel, der die Mannschaft wie schon in den Runden zuvor mit einer sechsstelligen Prämie motiviert. Rund 3000 Fans werden den ehemaligen Europapokalsieger der Pokalsieger (1981) ins Ländle begleiten und wie die des Ligakonkurrenten Hoffenheim vom großen Coup träumen.

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