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DFB-Pokal: Tim Wiese bringt Werder Bremen gegen den HSV ins Finale

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DFB-Pokal - Halbfinale  

Wiese bringt Werder ins Finale

12.02.2010, 22:48 Uhr | dpa

Torhüter Tim Wiese sichert den Bremer Sieg im Pokal-Halbfinale gegen den HSV. (Foto: dpa)Torhüter Tim Wiese sichert den Bremer Sieg im Pokal-Halbfinale gegen den HSV. (Foto: dpa) In einem Duell der Nerven hat Werder Bremen die erste von drei Titelchancen des Hamburger SV zunichtegemacht und zum neunten Mal das Endspiel des DFB-Pokals erreicht. Dank der Paraden von Torhüter Tim Wiese gewann das Team von Thomas Schaaf den ersten von vier Nord-Gipfeln mit 3:1 im Elfmeterschießen und darf sich nun am 30. Mai im Berliner Olympiastadion auf ein Final-Duell gegen Bayer Leverkusen freuen.

Der Keeper meisterte die Schüsse von Jerome Boateng, Ivica Olic und Marcel Jansen und sicherte seiner Elf das Weiterkommen.

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Wiese: "Größter Tag meiner Torwart-Karriere"

Nach dem letzten gehaltenen Elfmeter war Wiese kaum zu halten und setzte zum Sprint in die Werder-Fankurve an. "Das war heute ein super Abend. Wir waren der Außenseiter und haben ein klasse Spiel gemacht. Das war der größte Tag meiner Torwart-Karriere", sagte der Matchwinner nach dem Spiel. Werder-Trainer Thomas Schaaf war nach der Partie ebenfalls hochzufrieden: " Heute haben wir hier alles ausgenutzt. Ein Kompliment an beide Teams, die sich ein unglaubliches Spiel geliefert haben. Das war sehr knapp und ich bin so froh, dass wir das erste Spiel jetzt erledigt haben. Selbstvertrauen hatten wir schon, aber das wird uns zusätzliche Sicherheit geben."

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Trochowski: "Traum vom Finale geplatzt"

Beim Hamburger SV herrschte dagegen nach dem bitteren Aus im Elfmeter-Schießen große Enttäuschung. "Werder Bremen war gerade im Mittelfeld überlegen und in der ersten Halbzeit konnten wir diese Spielweise kaum unterbinden. Dann kam noch die Rote Karte von Jarolim dazu, dass hat uns doppelt hart getroffen. Mit zehn Mann haben wir dann tapfer dagegen gehalten und die Jungs haben noch einmal alles aus sich heraus geholt, aber es sollte am Ende  nicht sein“, sagte Coach Martin Jol nach dem Spiel. Mittelfeldspieler Piotr Trochowski schlug in die gleiche Kerbe: "Wir haben eine großen Aufwand betrieben und sind dafür nicht belohnt worden. Über dieses Ausscheiden müssen wir jetzt erst einmal eine Nacht schlafen. Wir waren knapp dran und es tut mir für unsere Fans besonders leid. Unser Traum vom Finale in Berlin ist in diesem Jahr leider geplatzt.“

HSV-Kapitän Jarolim fliegt vom Platz

Nach 120 am Ende packenden Minuten hatte es zwischen beiden Teams vor 55.237 Zuschauern in der HSH Nordbank-Arena 1:1 gestanden. Die Führung für Werder durch Per Mertesacker (11. Minute) glich Olic (67.) für den HSV aus. Die Gastgeber mussten die Verlängerung mit zehn Spielern bestreiten, nachdem David Jarolim unmittelbar vor Abpfiff der regulären Spielzeit wegen eines Bodychecks gegen Mesut Özil die Rote Karte gesehen hatte. Die erste Chance zur Revanche bietet sich den Hamburgern bereits am kommenden Donnerstag, wenn sich beide Mannschaften an der Weser zum Halbfinal-Hinspiel des UEFA-Pokals gegenüberstehen.

Selbstbewusst auftretende Gäste

Das Werder-Ensemble feiert. (Foto: dpa)Das Werder-Ensemble feiert. (Foto: dpa) Nicht der leicht favorisierte HSV bestimmte über weite Strecken Tempo und Rhythmus der Begegnung, sondern die selbstbewusst und souverän auftrumpfenden Bremer. Der Bundesliga-Zehnte besaß zudem in Diego einen Ideengeber, wie er in Reihen der Hamburger vermisst wurde. Alex Silva konnte die Kreise des gerade erst von einer Oberschenkelverletzung genesenen Brasilianers nicht immer einengen. In Überzahl ließen die Gäste allerdings die Entschlossenheit vermissen.

Jol korrigiert seine Aufstellung

Das Offensivkonzept von HSV-Trainer Martin Jol mit drei Angreifern ging lange Zeit nicht auf. Der Niederländer korrigierte erst nach der Pause seinen Fehler und belebte mit dem Einsatz von Piotr Trochowski und Jonathan Pitroipa das Flügelspiel. Nach dem Platzverweis für Jarolim beschränkte sich der HSV nur noch auf die Defensive.

Mertesacker bringt Werder in Führung

In einer Partie ohne jegliches Abtasten riss Werder sofort die Initiative an sich. Mit viel Tempo und hoher Laufbereitschaft drückten die Gäste den HSV in die Defensive zurück und kamen früh zu guten Chancen. In der 6. Minute rutschte Hugo Almeida knapp an einer Hereingabe von Özil vorbei. Als wenig später Jarolim an der Ecke des Strafraums Claudio Pizarro von den Beinen holte, nahm Diego Maß. Der von italienischen Klubs umworbene Freistoß-Spezialist zirkelte den Ball aus 18 Metern in die Torecke, HSV-Keeper Frank Rost konnte nur noch abklatschen und Mertesacker staubte zum 0:1 ab.

Rost verhindert die Vorentscheidung

Ein Flachschuss knapp am Tor vorbei von Paolo Guerrero (18.) war das erste Lebenszeichen der harmlosen HSV-Offensive vor dem Gehäuse von Tim Wiese, der wegen seiner provokanten Äußerungen im Vorfeld des Spiels und des Kung-Fu-Tritts gegen Ivica Olic vor einem Jahr bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen wurde. Während die verunsichert wirkenden Hamburger auch weiterhin keine Ordnung in ihre Reihen brachten, drängte Werder weiter. Mit einem blitzschnellen Reflex verhinderte Rost gegen Sebastian Boenisch das drohende 0:2 (29.).

Olic rettet den HSV in die Verlängerung

Aber schon 90 Sekunden nach Wiederbeginn musste Werder erstmals um den Vorsprung bangen, als Wiese eine Flanke verfehlte und der für Guerrero in die Partie gekommene Jonathan Pitroipa fast zur Stelle gewesen wäre. Auf die nächste torgefährliche Aktion ihrer Elf mussten die Hamburger Anhänger bis zur 67. Minute warten, doch die führte zum 1:1. Guy Demel schoss einfach mal aufs Tor, Olic hielt den Fuß dazwischen und erzielte sein sechstes Pokaltor der Saison.

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