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FC Bayern: Rückhalt für van Gaal bröckelt

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Pokal-Desaster: Rückhalt für van Gaal bröckelt

04.03.2011, 15:26 Uhr | t-online.de, t-online.de

FC Bayern: Rückhalt für van Gaal bröckelt.

Schwere Zeiten für Trainer Louis van Gaal beim FC Bayern (Foto: dpa)

Aus München berichtet Thomas Tamberg

Der eine bot sich kurz an und der andere konnte ungehindert zügig außen vorbeiziehen. Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß ließen nach dem bitteren 0:1-Aus des FC Bayern München im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Schalke 04 ihre alte Klasse aufblitzen. Während der Vereinsboss in die Mixed Zone der Allianz Arena sofort von den wartenden Medienvertretern umzingelt wurde und einige Sätze sagte, betrat der Klub-Präsident wenige Sekunden später die Szenerie und konnte ungehindert den rettenden Parkplatz erreichen. Alle Tore der beiden Halbfinals im Video bei FUSSBALL.DE

Es war wohl besser, dass die ehemalige Abteilung Attacke an diesem Abend schwieg. Hoeneß gilt nicht als enger Freund von Louis van Gaal. Und nach zwei bitteren Heim-Pleiten innerhalb von vier Tagen und dem Verlust einer weiteren Titelchance dürfte die Luft für den Bayern-Trainer immer dünner werden. "Wird das Spiel am Samstag in Hannover sein Job-Finale?", fragt sich bereits die "Bild".

Lahm: "Wir hatten keine Lösung"

Ebenso wie beim 1:3 gegen Dortmund fand die Bayern-Elf auch gegen Schalke 04 kein Mittel, den massiven Defensivverbund zu knacken. Ein Treffer von Raul (15.) reichte den Königsblauen letztlich zum Sieg. Vor allem in der erste Hälfte bot der Rekordmeister eine wenig berauschende Vorstellung. "Wir hatten keine Lösung, keine Kreativität und haben den Ball nicht laufen lassen", analysierte Philipp Lahm. Im zweiten Abschnitt erarbeiteten sich die Bayern zwar einige Torchancen, doch entweder scheiterten sie an sich selbst oder an Manuel Neuer. Somit setzten die Bayern nach rund 20 Jahren wieder einmal ein Pokal-Heimspiel in den Sand (zuletzt verlor man 1991 gegen den FC Homburg mit 2:4 n.V.).

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Verunsicherung deutlich spürbar

Nach der Pleite gegen Dortmund erwarteten die meisten der 69.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena eine Trotzreaktion. Doch es kam nichts. "Es ist wahnsinnig bitter, wie wir unsere Saison wegschmeißen“, sagte Thomas Müller, der erneut überhaupt keine Akzente setzten konnte. Bastian Schweinsteiger zeigte sich zwar bemüht, aber auch ihm ist die Verunsicherung deutlich anzumerken. "Mittlerweile wissen die Mannschaften, wie sie gegen uns zu spielen habe"“, klagte der 26-Jährige.

Bayern zu leicht auszurechnen

Das ist das Problem der Bayern 2011. Unter van Gaal gibt es genau eine Spielvariante. "Wir spielen immer gleich", betont gar der Trainer selbst. Dadurch ist der 16-malige Pokalsieger auch immer leichter auszurechnen. Sind dann darüber hinaus noch einige Spieler nicht in Top-Form, reicht es mittlerweile noch nicht einmal gegen biedere Schalker. "Der Gegner hat sich heute sogar ein bisschen schlapp gelacht", sagte Mario Gomez.

Brechstange noch das beste Rezept

Van Gaal variierte gegen Schalke erstmals sein Spielsystem, als er am Ende Daniel van Buyten einwechselte. "In den letzten zehn Minuten haben wir mit langen Bällen die Brechstange rausgeholt. Da waren wir noch gefährlicher als im Rest vom Spiel“, sagte Gomez. Auf die Frage, ob man früher auf diese Spielweise hätte umstellen sollen, sagte der Angreifer nur vielsagend: "Das muss der Trainer entscheiden. Wir Spieler müssen es ausführen.“

Mannschaft lotet Stärke von van Gaal aus

Der Rückhalt des Trainers innerhalb der Mannschaft, bisher sein größtes Plus, scheint zu bröckeln. Die "Sportbild" berichtete zuletzt, dass die Art und Weise, wie van Gaals Video-Analyst Max Reckers genüsslich Fehler anspricht, den Kickern gewaltig auf die Nerven geht. Eine Fußball-Mannschaft mit jeder Menge Ich-AG's ist ein hochsensibles Gebilde, das ständig auslotet, wie stark ein Trainer ist.

Nicht nur Breno hat offenbar keine Lust mehr

Der leblose Auftritt in den ersten 45 Minuten gegen Schalke lässt zumindest die Vermutung zu, dass nicht mehr alle Kicker bedingungslos hinter dem Coach stehen. Auch wenn sie sich öffentlich nicht dahingehend äußern. Die zwei Führungsspieler Jörg Butt und Miroslav Klose fallen van Gaal sicherlich nicht um den Hals, wenn sie nicht oder nur ganz selten zum Einsatz kommen. Mit Mark van Bommel hat ein dritter Leader, der in der aktuellen Situation sicher sehr hilfreich wäre, im Winter die Flucht ergriffen. Mit Breno klagte jüngst auch ein Youngster: "Ich habe keine Lust mehr."

Lahm: "Saison schwer zu retten"

Auf die Frage, ob sein Trainerstuhl nun wackeln würde, antwortete van Gaal zumindest äußerlich gelassen. "Ich entscheide das nicht. Ich mache meine Arbeit und ich denke, dass ich meine Arbeit gut mache." Ob das beim Rekordmeister wirklich alle so sehen? "Wenn der FC Bayern nicht Deutscher Meister und nicht Pokalsieger wird, dann ist es keine gute Saison. Wir müssen in der Bundesliga auf jeden Fall Zweiter werden, aber die Saison ist schwer zu retten", gab Ur-Münchner und Teamkapitän Philipp Lahm nach dem Schalke-Spiel zu Protokoll.

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Gomez meckert über Schiri

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Rummenigge mahnt zur Ruhe

"Die Ergebnisse stimmen nicht. Und wir sind sicher alle ein bisschen emotionalisiert“, fasste Rummenigge die Gemütslage der Bayern mit Blick auf das wichtige Bundesliga-Spiel gegen den Tabellendritten Hannover 96 zusammen. "Wichtig ist, dass wir jetzt ruhig bleiben und gegen Hannover eine Reaktion zeigen."

"Wir haben nur noch Finalspiele vor uns

Eine Trainer-Diskussion wolle Rummenigge nicht führen. "Und ich habe auch nicht den Eindruck, dass sie sonst jemand beim FC Bayern führt.“ Ob er weiß, dass Hannovers Coach Mirko Slomka der Trainer-Killer schlechthin ist? Nach Niederlagen gegen die Niedersachen mussten in dieser Spielzeit bereits Jens Keller (VfB Stuttgart), Zvonimir Soldo (1. FC Köln) und Steve McLaren (VfL Wolfsburg) ihren Hut nehmen. Doch auch Rummenigge hat den Ernst der Lage natürlich längst erkannt: "Wir haben nur noch Finalspiele vor uns."

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