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MSV-Legende Bernard Dietz hofft im DFB-Pokalfinale auf die nächste Schalker Niederlage

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Dietz: Eine Sache, die man nie vergisst

20.05.2011, 16:11 Uhr

MSV-Legende Bernard Dietz hofft im DFB-Pokalfinale auf die nächste Schalker Niederlage. Klares Bekenntnis: Bernard Dietz hält zum MSV Duisburg. (Foto: imago)

Klares Bekenntnis: Bernard Dietz hält zum MSV Duisburg. (Foto: imago)

Das Interview führte Mark Weidenfeller

Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen. Bernard Dietz hält es am Samstag im Endspiel um den DFB-Pokal (ab 19.45 Uhr im Liveticker bei t-online.de) mit dem MSV Duisburg. Dabei war der 63-Jährige auch für Finalgegner FC Schalke 04 am Ball, absolvierte von 1982 bis 1987 insgesamt 135 Spiele für die Königsblauen. Dem stehen in der Zeit von 1970 bis 1982 aber 396 Einsätze für die Zebras entgegen, bei denen er nun wieder in offizieller Position tätig ist. "Das ist meine Heimat", sagt der Europameister von 1980 im Interview mit t-online.de.

Herr Dietz, im Pokalfinale treffen zwei Vereine aufeinander, für die sie gespielt haben. Wem drücken Sie denn die Daumen?

Bernard Dietz: Es ist doch klar, dass ich dem MSV Duisburg die Daumen drücke. Dort bin ich groß geworden, dort hat meine internationale Karriere begonnen, und dort habe ich die beste Zeit meiner Karriere erlebt. Ich hatte zwar auch fünf schöne Jahre auf Schalke, aber mein Herz schlägt für den MSV. 

Der MSV Duisburg ist also noch immer Ihre sportliche Heimat?

Zu 100 Prozent. Der MSV ist meine Heimat, hier fühl' ich mich wohl. Ich bin nach wie vor dem Verein sehr verbunden. 

Sie sind beim MSV als Berater und Repräsentant angestellt. Was genau sind Ihre Aufgaben für den Verein?

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Er hat noch nie einen nationalen Pokal gewonnen. Video

Seit Oktober 2010 habe ich wieder eine offizielle Aufgabe in Duisburg. Wir wollen im Verein und der Stadt was bewegen. Meine Aufgabe ist es, als Aushängeschild des Vereins mit den Fans und den Sponsoren über Fußball zu reden und zu diskutieren. Die Zuschauer sollen wieder näher herangebracht werden an den Klub. Das ist mein Bestreben, und dieses verfolge ich mit großem Eifer und Freude. 

Haben Sie noch Kontakt zu Leuten von Schalke 04?

Das weniger. Ich habe ja selbst genug zu tun, und vom aktuellen Schalker Team kenn ich kaum jemanden persönlich. Klaus Fichtel sehe ich ab und zu, aber der gehört ja schon zur Legenden-Mannschaft.

Zurück zum Pokal-Finale am Samstag. Hat der MSV eine realistische Chance auf den Titel?

Auf jeden Fall. Eine Chance hat man immer. Es ist nur ein Spiel, das man gewinnen muss. Duisburg ist natürlich der krasse Außenseiter, aber Schalke hat momentan eine Negativserie von zuletzt sechs Pleiten in Folge. Ich hoffe, dass noch eine weitere Niederlage hinzukommt. Der MSV hat nichts zu verlieren.

Wie wichtig wäre ein Einsatz von Stefan Maierhofer, der noch an einem Mittelfußbruch laboriert und eventuell mit einem Spezialschuh spielen könnte?

Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er ohne Probleme spielen kann. Er hatte wenig Möglichkeit zum Training, da wird ihm die nötige Sicherheit fehlen. Wenn er unglücklich in einen Zweikampf kommt, könnte wieder alles kaputt sein. Es ist schwer zu beurteilen, wie gut der Knochen schon verheilt ist, und ob er dem Team dann wirklich helfen kann.

Glauben Sie noch an ein Blitz-Comeback?

Maierhofer ist ein Verrückter. Vom Kopf her ist er mehr als bereit für das Finale. Aber wenn man auf dem Platz steht, ist das mit Training nicht mehr vergleichbar. Es wird sich zeigen müssen. Wenn alles gut läuft, kann ich mir vorstellen, dass er auf der Bank sitzt und dann auch zum Einsatz kommt.

Vor welchem Schalker Spieler muss der MSV die meiste Angst haben?

Die ganze Mannschaft ist natürlich Extra-Klasse. Aber wenn man sich den Sturm anguckt, kann man nur ins Schwärmen kommen. Raul und Klaas-Jan Huntelaar, das sind schon zwei unglaubliche Füchse, die mit allen Wassern gewaschen sind und über erhebliche internationale Erfahrung verfügen. Gegen die beiden wird sich die MSV-Abwehr etwas einfallen lassen müssen.

Sie waren Verteidiger. Wie spielt man denn gegen einen Spieler wie Raul oder Huntelaar?

Du musst diese Spieler 90 Minuten lang genau beobachten. Wenn man einen Raul eine Sekunde aus den Augen lässt, kann es schon zu spät sein. Dafür sind Spieler dieser Kategorie einfach zu abgezockt und routiniert.

Muss man auch mal ein Drecksack sein als Abwehrspieler?

Das will ich so nicht sagen. Ich habe immer versucht, das Spiel zu lesen und vor allem gedanklich immer einen Moment schneller zu sein als mein Gegenspieler. Wenn man früher am Ball ist als der Stürmer, hat der keine Chance. Aber das ist leichter gesagt als getan.

Sie selbst haben ein Pokalfinale gespielt - 1975 gegen Eintracht Frankfurt, damals noch in Hannover. Sie verloren mit 0:1. Erinnern Sie sich trotzdem gerne zurück?

Selbstverständlich. Das ist eine einmalige Geschichte. Damals war das Medienaufkommen zwar noch nicht mit dem von heute vergleichbar. Aber trotzdem ist das eine Sache, die man sein Leben nicht vergisst. Heutzutage wird dieses Finale weltweit übertragen, das zeigt doch den unglaublichen Stellenwert. Das ist ein Traum für jeden Spieler.

Was macht das Erlebnis Pokalfinale aus?

Das Spiel umgibt einfach ein besonderes Flair. Jeder ist in seinem Leben schon mal Dritter oder Fünfter geworden. Aber ein Finale zu spielen und nach dem Titel greifen zu können, ist etwas Besonderes. Das erleben nur Wenige.

Fahren Sie mit nach Berlin?

Der MSV hat die Legenden-Spieler und ihre Ehefrauen zum Finale eingeladen. Wir fahren zusammen mit dem Sonderzug Freitagabend nach Berlin. Und kommen, hoffentlich gut gelaunt, Sonntag wieder nach Hause. 

Wie ist Ihr Tipp für das Spiel?

Bei mir tippt das Herz, das schlägt für den MSV. Also tippt es auch auf den MSV. Wir waren dreimal im Finale und haben nie gewonnen. Jetzt stehen wir zum vierten Mal im Endspiel. Deswegen heißt das bei uns jetzt: "Aller guten Dinge sind vier." Ich wünsche mir einen Sieg für den MSV, das wäre einmalig.

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