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Mit der A-Jugend gegen Greuther Fürth: Bloß keine Rekord-Pleite

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Mit der A-Jugend gegen Greuther Fürth: Bloß keine Rekord-Pleite

29.07.2011, 16:14 Uhr | sid, dapd

Mit der A-Jugend gegen Greuther Fürth: Bloß keine Rekord-Pleite. Die 1. Mannschaft des Eimsbütteler TV qualifiziert sich im Sommer für den DFB-Pokal und tritt dann fast komplett aus dem Verein aus. (Foto: imago)

Die 1. Mannschaft des Eimsbütteler TV qualifiziert sich im Sommer für den DFB-Pokal und tritt dann fast komplett aus dem Verein aus. (Foto: imago)

Milchbubis gegen gestandene Zweitliga-Profis. Viel größer kann eine Außenseiterrolle im DFB-Pokal nicht sein. Für die A-Jugend des Eimsbütteler Turnverbandes wäre gegen die SpVgg Greuther Fürth schon die Vermeidung der höchsten Pokalpleite in der langen Geschichte des DFB-Pokals ein Erfolg. Nach einem Prämienstreit hat fast die komplette Herrenmannschaft des Hamburger Traditionsvereins den Klub Hals über Kopf verlassen. Kurzerhand rückte das komplette Juniorenteam auf und muss als 1. Männermannschaft die Ehre des Vereins retten. (Im Überblick: alle Partien der 1. Runde im DFB-Pokal)

"Wir glauben natürlich nicht, dass die Mannschaft gewinnt, aber wir trauen ihr zu, ein gutes Spiel abzuliefern", sagte der ETV-Vorsitzende Frank Fechner. Minimalziel ist jedoch, ein neues Rekordergebnis im DFB-Pokal zu vermeiden. Die bislang höchste Niederlage eines Amateurteams war ein 0:17 im Jahr 1941 vom VfB Knielingen gegen die Stuttgarter Kickers, damals noch im Tschammer-Pokal, dem Vorläufer des DFB-Pokals.

Die Eskalation beim Eimsbütteler TV hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Streit um die Aufteilung der Garantieeinnahme von 110.000 Euro hatte zum Austritt des kompletten Teams samt Funktionären geführt, das sich überraschend für die erste Hauptrunde des Pokals qualifizieren konnte. Während die Mannschaft 70 Prozent der Pokaleinnahmen für sich in Anspruch nehmen wollte, war der Klub-Vorstand lediglich dazu bereit, 50 Prozent auszuzahlen. Einigen konnten sich beide Parteien nicht. Eine der größten Fußball-Possen in der Geschichte des Sports nahm seinen Lauf. Jetzt muss die A-Jugend ran. "Die Entscheidung, in den Herrenbereich aufzurücken, war nicht leicht", sagt Trainer Harald Wenzig, "das alles kam von einem Tag auf den anderen."

Neuer Ausrüster gefunden

Nun wollen sie die Herausforderung annehmen. Müssen es. Ein neuer Ausrüster für die rund 50 Mannschaften im Verein wurde für drei Jahre gefunden, das gemeinnützige Wasserprojekt "viva con aqua" macht Brustwerbung. Mit krakeligen Kinder-Strichmännchen-Zeichnungen wird geworben, auf der Vereinsseite im Internet ist sogar ein entsprechendes Filmchen zu sehen. "Das jüngste ETV-Team aller Zeiten", heißt es, "alles andere als harmlos."

Das wird man sehen. Den überwiegend 18- und 19-Jährigen ist wahrscheinlich noch nicht so ganz klar, was da auf sie zukommt. "Normalerweise muss man vor einer Partie Spannung aufbauen, diesmal ist es andersrum", sagt Wenzig. Torwart und Mannschaftskapitän Jonas Struckmann gibt zu: "Die Aufregung steigt von Tag zu Tag. Wir gehen da rein und gucken, was wir reißen können."

Kaum Zuschauerinteresse in Eimsbüttel

An finanzielle Entlohnung denken sie dabei nicht, sagt Struckmann: "Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, ob mit Fußball Geld zu verdienen ist." Solche Spieler passen zum ETV, der aus den Vorfällen gelernt hat, sich noch deutlicher als reiner Amateurverein zu positionieren. "Es gab bei der alten Mannschaft offenbar Vorstellungen von Semi-Professionalität, die wir nicht umsetzen wollen", sagt Fechner.

In der Woche vor dem Spiel gab es noch einmal Querfeuer. Interne E-Mails wurden veröffentlicht, ein Offener Brief des ehemaligen Fußballvorstandes kursierte in Internet und Redaktionsstuben. "Emotionale Kälte", "mangelnde Wertschätzung", "Wortbruch" wurde dem ETV-Vorstand vorgeworfen. "Das ist total absurd", sagt Fechner, der sich "sehr getroffen fühlt."

Gunnar Hitscher ist der einzige Spieler aus dem alten Team, der im Klub geblieben ist. "Darüber sind Freundschaften zerbrochen", erklärt der Abwehrspieler. Ganz ohne Folgen ist der im bundesdeutschen Fußball einmalige Konflikt auf keinen Fall geblieben. Bis Mittwoch wurden für die Partie erst 250 Tickets verkauft.

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