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Fürth hofft gegen BVB-"Vollraketen" auf die Sensation

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Fürth hofft gegen BVB-"Vollraketen" auf die Sensation

19.03.2012, 20:56 Uhr | sid, dpa

Fürth hofft gegen BVB-"Vollraketen" auf die Sensation. Hoffen auf einen Sieg gegen "Lüdenscheid-Nord": Mike Büskens (Mi.) und Gerald Asamoah (re.). (Quelle: dpa)

Hoffen auf einen Sieg gegen "Lüdenscheid-Nord": Mike Büskens (Mi.) und Gerald Asamoah (re.). (Quelle: dpa)

Tabellenführer gegen Tabellenführer: Ein Sieg gegen Meister Borussia Dortmund könnte Zweitligist SpVgg Greuther Fürth bis in die Europa League führen. Wichtiger aber als das Halbfinale im DFB-Pokal (ab 20.15 Uhr im t-online.de Live-Ticker), das betonen die Verantwortlichen beim Kleeblatt, sei der Aufstieg in die Bundesliga.

Denn wie es sich anfühlt, grandios zu scheitern, das weiß Helmut Hack mittlerweile zur Genüge. Deshalb ist dem Präsidenten der SpVgg Greuther Fürth die Partie gegen Dortmund angeblich ziemlich wurscht. "Gegen Karlsruhe", betonte Hack mit Blick auf den nächsten Gegner in der 2. Bundesliga, "das wird das schwerste Spiel für uns. Das ist mein voller Ernst" Dabei könnte sein Verein mit einem Sieg gegen Dortmund Geschichte schreiben. Der Deutsche Meister von 1914, 1923 und 1929 könnte zum ersten Mal das Endspiel des Vereinspokals erreichen und sich damit einen Startplatz für die Europa League sichern.

"unAufsteigbar-Tour" soll ein Ende finden

Auch Manager Rachid Azzouzi gibt sich große Mühe, den Blick auf das Wesentliche zu lenken. Der Pokal sei nur "ein Bonus", betonte Azzouzi, "das Wichtigste ist die Meisterschaft". Das ist auch verständlich: Seit 2001 ist Fürth in der 2. Liga einmal Sechster, siebenmal Fünfter und einmal Vierter geworden. In diesem Jahr aber soll Schluss sein mit dem ewigen Rumgeflirte mit dem Aufstieg. Die voller Selbstironie vor der Saison ausgerufene "unAufsteigbar-Tour" soll ein Ende haben.

Asamoah: "Das ist ein geiles Spiel"

Die Ambitionen der Fürther personifiziert in gewisser Weise auch Gerald Asamoah. Der frühere Nationalspieler, im Winter verpflichtet, ist eine Abkehr von der Maßgabe, hauptsächlich auf junge, entwicklungsfähige Spieler zu setzen. Der 33 Jahre alte Angreifer ist in den vergangenen Tagen so richtig in seinem Element gewesen: Er, als ehemaliger Schalker, darf noch einmal gegen Dortmund spielen - oder Lüdenscheid-Nord, wie die Schalke-Fans sagen. "Das ist ein geiles Spiel", sagte Asamoah. Er selbst hat den Pokal 2001 und 2002 mit den Königsblauen gewonnen. Doch auch er weiß, dass er geholt wurde, damit Fürth nicht unaufsteigbar bleibt.

BVB kommt mit "fußballerischen Vollraketen"

Für die Mannschaft ist das Pokalspiel trotzdem erst mal das Größte. "Das Spiel meines Lebens", nannte es der 19 Jahre alte Felix Klaus. Und er betonte: "So, wie wir drauf sind, wird es auch für Dortmund nicht einfach." Da muss sein Trainer dann aber doch auf die Euphorie-Bremse treten. "Das sind alles fußballerische Vollraketen. Ein Spieler kostet bei denen mehr als die ganze Mannschaft", sagte Mike Büskens. Er nannte das Spiel ein "Karriere-Highlight". Nur auf die Meisterschaft in der 2. Liga will er die Ziele bei aller Bedeutung des möglichen Aufstiegs aber nicht reduzieren: "Wenn man die Gelegenheit hat, will man alles gewinnen."

Überraschungseffekt auf Dortmunder Seite?

Sein Kollege Jürgen Klopp betonte im Vorfeld dermaßen oft die Größe des Pokals, dass daran zu erkennen war, wie wichtig die Dortmunder das Spiel nehmen. "Wir haben den angemessenen Respekt", sagte Klopp. Der Tabellenführer der 2. Liga habe "bestimmt die Qualität einer Mannschaft des Mittelfelds der Bundesliga". Allerdings will Klopp den Gegner auch nicht größer machen, als er ist. "Sie haben noch nie gegen einen Gegner gespielt wie uns. Wir dagegen haben schon gegen viele Mannschaften wie Fürth gespielt." Will heißen: Wir wissen, was auf uns zukommt, ihr vielleicht nicht.

Klopp setzt auf die Gier seiner Spieler

Die Dortmunder, seit acht Spielen ungeschlagen auf dem Spielfeld des Gegners, nehmen die Sache ernst. Es gehe schließlich darum, ins Finale einzuziehen, wiederholte Klopp, der DFB-Pokal sei "einer der größten Wettbewerbe weltweit". Ein Halbfinale sei zwar schön, aber auch "nichts für die Geschichtsbücher". Seine Mannschaft habe deshalb im Pokal bislang "jede Aufgabe brutal ernst genommen", sie habe auch eine "besondere Gier" entwickelt. Diese Gier ist schon alleine deswegen nötig, weil der BVB bislang nur dann das Finale des DFB-Pokals erreicht hat, wenn er im Halbfinale ein Heimspiel hatte.

Europa League als Sahnehäubchen

"Gierig", sagte Coach Büskens, sei auch seine Mannschaft. Und ja, auch Helmut Hack ist selbstverständlich die Bedeutung des Wettbewerbs, die Größe und die Einmaligkeit des Spiels und die Chance, die sich der SpVgg da bietet, durchaus bewusst. "Das wird das Spiel der Spiele für uns", sagte der Präsident. Aber dann muss es erst mal wieder gut sein. Am Samstag (ab 12.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker) geht es gegen Karlsruhe um den Aufstieg.

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