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Hoffenheimer Blamage für die Geschichtsbücher

18.08.2012, 20:28 Uhr | t-online.de

Hoffenheimer Blamage für die Geschichtsbücher. Tim Wiese (r.) ist über die tröstenden Worte seines Berliner Pendants nicht wirklich erfreut. (Quelle: dpa)

Tim Wiese (r.) ist über die tröstenden Worte seines Berliner Pendants nicht wirklich erfreut. (Quelle: dpa)

Was für ein Katastrophenstart in die neue Spielzeit. Die TSG 1899 Hoffenheim blamiert sich bis auf die Knochen und geht in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Amateurverein Berliner Athletik-Klub 07 mit 0:4 (0:3) baden. Es war die höchste Niederlage, die ein Bundesligist jemals gegen einen Viertligisten im Pokal-Wettbewerb kassierte. "Das muss ich erst einmal schlucken", sagte der fassungslose Trainer Markus Babbel nach der Partie. Dabei sollte doch in dieser Saison in Hoffenheim endlich alles besser werden. (Alle Ergebnisse der 1. DFB-Pokalrunde auf einen Blick)

Nach der Blitzführung durch Metin Cakmak (3. Minute) erhöhten Justin Gerlach (31.) und Kevin Kruschke (40.) vor 1468 Zuschauern im Berliner Poststadion. Noch vor Ende der ersten Halbzeit skandierte das Häuflein mitgereister Hoffenheim-Fans: "Wir wollen Euch kämpfen sehen." Doch direkt nach Wiederanpfiff leistete sich Tim Wiese einen Riesenschnitzer und spielte einen Abstoß direkt auf Cakmak, der zum 4:0-Endstand traf.

Wiese und die Millionen -Transfers

Ausgerechnet Wiese! Der Wechsel des 30-Jährigen von Werder Bremen in die Provinz sorgte im Sommer für mächtig Schlagzeilen. Der Nationalkeeper steht sinnbildlich für den Kaufrausch der Kraichgauer, die auch Eren Derdioyk für fünf Millionen Euro von Bayer Leverkusen verpflichtet haben und den unbekannten Spanier Joselu aus der Reservemannschaft von Real Madrid für sechs Millionen Euro.

Neu hinzu kam noch ablösefrei Stuttgarts Abwehrchef Matthieu Delpierre. Vom FC Bayern wurde Takashi Usami ausgeliehen. Zuvor verlängerte der Klub den Vertrag mit Sejad Salihovic, der bereits in der Vergangenheit zu den Großverdienen zählte. All diese Personalien lösten in der Öffentlichkeit Kopfschütteln aus, hatte man kurz zuvor doch einen Sparkurs ausgerufen und die Talentförderung in den Mittelpunkt gerückt.

Hopps Rolle Rückwärts

Doch irgendwann muss es sich Dietmar Hopp anders überlegt haben. Der Klub-Mäzen hatte in der Sommerpause ganz tief in die Tasche gegriffen, um den ganz großen Wurf zu landen. Laut "transfermarkt.de" ist der Hoffenheimer Kader rund 87 Millionen Euro wert. Das Team des Berliner AK übrigens 1,5 Millionen Euro. Dennoch hat es gereicht, um dem Bundesligisten ganz locker vier Stück einzuschenken.

"Zurecht bekommen wir jetzt die Häme ab", wusste Babbel nach der Blamage, was auf den Klub nun zukommt. Immerhin: Der Coach nahm kein Blatt vor den Mund. "Die Art und Weise wie wir verloren haben ist erschreckend. Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn wir noch das eine oder andere Tor mehr bekommen hätten. Berlin ist noch nicht einmal über sich hinausgewachsen, sondern sie haben gespielt, was sie können.“

Eigentlich sollte alles anders werden

Mit der Pokal-Pleite macht Hoffenheim da weiter, wo sie im vergangenen Jahr aufgehört haben. Nach Trainer- und Manager-Entlassungen sowie leblosen Auftritten in Liga und Pokal geriet der Klub immer mehr in die Negativschlagzeilen. Das Image-Problem sollte in dieser Spielzeit endlich mit erfrischendem Offensiv-Fußball abgelegt werden. Doch noch vor dem ersten Bundesliga-Spieltag bestimmen die Lustlos-Millionarios aus Hoffenheim wieder einmal die (Negativ-)Schlagzeilen.

"Wir haben die Fans maßlos enttäuscht", sagte Babbel und will sich seine Mannschaft vorknöpfen: "Das kann ich auch nicht auf mir sitzen lassen. Hinfallen darfst du, aber du musst wieder aufstehen. Und das erwarte ich auch", sagte er nach der Null-Leistung seiner Mannschaft.    

Anpfiff in der Kabine

Bereits unmittelbar nach dem Spiel faltete der Coach seine Kicker in der Kabine lautstark zusammen. Zurecht, schließlich waren sie gegen die drei Klassen tiefer spielenden Berliner völlig chancenlos, wurden phasenweise sogar vorgeführt. Viele wirkten eine Woche vor dem Ligastart bei Borussia Mönchengladbach obendrein körperlich nicht fit. Während des Spiels hatte der Coach allerdings selbst kaum eine Regung gezeigt, geschweige denn versucht, seine schläfrigen Stars aufzuwecken. "Ich war auch etwas sprachlos, das muss ich ehrlich gestehen", verteidigte sich Babbel.

Doch der Knackpunkt bei der Pokalschlappe war laut Babbel der Kopf. "Mich hat besonders die Reaktion nach dem 0:1 geärgert: keine Einstellung, die Schultern hingen runter, wir haben uns gegenseitig angemault", monierte Babbel. Keine wirklich gute Aussichten auf eine erfolgreiche Saison, in der vor allem auch eine Imagekorrektur vorgenommen werden soll.

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