Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball > DFB-Pokal >

Rassismus-Skandal: DFB ermittelt gegen Chemnitz

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

"Des deutschen Fußballs unwürdig"

21.08.2012, 15:23 Uhr | dpa, sid

Rassismus-Skandal: DFB ermittelt gegen Chemnitz. Mickael Poté wird in Chemnitz aufs Übelste beleidigt und reagiert auf seine Weise. (Quelle: imago)

Mickael Poté wird in Chemnitz aufs Übelste beleidigt und reagiert auf seine Weise. (Quelle: imago)

Erst rassistische Beleidigungen, dann Rauchbomben: Beim Sachsenderby in der ersten DFB-Pokalrunde zwischen dem Chemnitzer FC und Dynamo Dresden (0:3) hat der Fußball wieder einmal seine hässliches Gesicht gezeigt. Die Chemnitzer Fans haben ihrem Klub einen Bärendienst erwiesen, denn ihr Fehlverhalten dürfte für den Drittligisten ein teures Nachspiel haben.

Vor allem die Affenlaute gegen Dresdens dunkelhäutigen Stürmer Mickael Poté werfen wieder einmal ein schlechtes Licht auf den Klub aus der ehemaligen Karl-Marx-Stadt. Zudem musste das Erstrunden-Spiel, das unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen stand, wegen mehrerer bengalischer Feuer für vier Minuten unterbrochen werden. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat bereits Vorermittlungen aufgenommen. "Da muss eingeschritten werden, ansonsten führt es uns in eine Sackgasse. Das war des deutschen Fußballs unwürdig", sagte Dynamo-Präsident Andreas Ritter. (Alle Ergebnisse der 1. DFB-Pokalrunde auf einen Blick)

"Das sind Kriminelle"

Die Chemnitzer Verantwortlichen distanzierten sich ebenfalls von den Beleidigungen gegen Poté. "Das sind Dinge, die wir als Verein nicht tolerieren können. Wir werden uns dagegen wehren und auch hier versuchen, Aufklärung zu betreiben. Wir werden uns selbstverständlich bei Mickael Poté entschuldigen, so etwas hat absolut nichts auf dem Platz zu suchen", sagte CFC-Sportdirektor Jörg Emmerich. Außerdem suche der Verein nach denjenigen, die die Bengalos gezündet haben.

"Diejenigen, die ermittelt werden, werden die Tat bitter bereuen. Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen und null Toleranz zeigen", sagte CFC-Vorstandschef Mathias Hänel: "Die Personen, die sich so benommen haben, sind für mich Kriminelle und keine Fans."

Dynamo-Fans verhalten sich ruhig

Dresdens Sportlicher Leiter Steffen Menze war froh, dass die eigenen Fans nicht auf die Aktion eingingen. "Ich bin erleichtert, dass sie ihre Sympathie für die Aktion 'Pyrotechnik ist kein Verbrechen' nicht gezeigt haben. Ein großes Lob an sie", sagte der 43-Jährige. Der Zweitliga-Verein war nach Vorkommnissen im Vorjahr bei Borussia Dortmund zunächst mit einem Pokalausschluss bestraft worden. Diese Strafe wurde später in eine höhere Strafzahlung und ein Spiel unter Ausschluss von Zuschauern umgewandelt.

Poté meldet sich zu Wort

Poté hat die Beleidigungen mittlerweile verarbeitet. "Für mich ist das Thema abgehakt, ich habe die richtige Antwort gegeben. Ich hoffe, dass die Liga darüber nachdenkt, auch für die anderen Opfer solcher Aktionen", schrieb der 27-Jährige auf seiner Facebook-Seite. Der gebürtige Franzose, der für Benins Nationalmannschaft spielt, war aus dem Chemnitzer Block mit Affenlauten und rassistischen Beleidigungen provoziert worden.

Nach seinem Treffer (43.) wurden dann mehrere Feuerzeuge nach ihm geworfen. "Vielen Dank für die vielen Nachrichten. Ich bin froh, dass ihr nicht wie die Fans der Chemnitzer seid, aber ich denke, dass man sie nicht Fans nennen kann. Ihr schaut nicht auf die Hautfarbe oder die Religion, sondern nur auf mich als Fußballspieler und das sind wahre Fans", sagte Poté.

Es geht auch nach Abpfiff weiter

Nach der Partie attackierten Chemnitzer Fans zudem fünf Anhänger des Erzrivalen aus Dresden, wie die Polizei mitteilte. Zwei 22-jährige Dresdner wurden mehrfach geschlagen. Eines der Opfer musste anschließend ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

1. Runde - Montagsspiele Bayern setzt sich souverän durch
1. Runde - Sonntagsspiele Bundesligisten scheitern reihenweise
1. Runde - Samstagsspiele Hoffenheim und Fürth blamieren sich
1. Runde - Freitagsspiele FC Augsburg sichert sich den Einzug in Runde zwei

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Rutschpartie des Jahres 
Selbst der Schneepflug scheitert an diesem Hügel

Das Video begeistert schon mehr als 22 Millionen Menschen im Internet. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Multimedia-Sale: Technik- artikel stark reduziert

Jetzt zuschlagen: Fernseher, Notebooks, Beamer, Navis u. v. m. zu Toppreisen. bei OTTO

Shopping
Voll im Trend und garantiert keine kalten Füße mehr

Kuschelige weich und warm gefüttert, Boots für gemütliche Tage zuhause. bei BAUR

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal