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Schalke-Krise hält mit Keller weiter an

19.12.2012, 13:30 Uhr | dpa

Schalke-Krise hält mit Keller weiter an. Auch Coach Jens Keller konnte die Trendwende beim FC Schalke 04 noch nicht herbeiführen.

Auch Coach Jens Keller konnte die Trendwende beim FC Schalke 04 noch nicht herbeiführen. (Quelle: dpa)

Gelsenkirchen (dpa) - Nichts geht mehr beim FC Schalke 04. Nach dem bitteren Achtelfinal-Aus im DFB-Pokal gegen den FSV Mainz 05 hat die vorweihnachtliche Stimmung beim tief gefallenen Revierclub den Nullpunkt erreicht.

Selbst der letzte Trumpf stach nicht: Zwei Tage nach der Beurlaubung von Huub Stevens präsentierte sich das Team unter dem neuen Coach Jens Keller keinen Deut besser als in den Vorwochen und musste das erste Saisonziel begraben. "Man kann sagen, wir sind einfach zu doof", fasste Jermaine Jones seinen Eindrücke enttäuscht zusammen, bevor er sich nach dem 1:2 (0:1) mit den anderen Profis in den am 2. Januar endenden Weihnachtsurlaub trollte.

Stevens-Nachfolger Keller ist es in der kurzen Zeit seit Sonntag nicht gelungen, die letzten Kräfte der nun seit sieben Partien sieglosen Spieler zu mobilisieren und ihnen den Glauben an die eigene Stärke zurückzugeben. "Man hat die Verunsicherung einigen noch angemerkt", gab der 42 Jahre alte Schwabe zu, der mit seinen zurückhaltenden bis blassen Auftritten in der Öffentlichkeit bislang nicht gerade mitreißende Zuversicht verbreitete.

Gleichwohl sind Aufsichtsratschef Clemens Tönnies ("Er ist ein taktischer Trainer mit einer klaren Ansprache") und Horst Heldt, der den ehemaligen U 17-Trainer ins Amt hievte, von Kellers Qualitäten überzeugt. Der Manager war auch der einzige, der einen Trainer-Effekt sah. "Ich konnte etwas erkennen, das mich hoffnungsvoll stimmt", versicherte Heldt, fügte aber auch kleinlaut an: "Wir sind ausgeschieden. Darüber sind wir enttäuscht, da kann ich keine Euphorie verbreiten."

Wie zuletzt auch anderen Gegnern genügte Mainz eine disziplinierte Defensiv-Leistung gepaart mit engagiert vorgetragenen und konzentriert abgeschlossenen Kontern, um den Champions-League- Achtelfinalisten in die Knie zu zwingen. Beim 1:0 schaltete der FSV nach Ballgewinn blitzschnell um, und Marco Caligiuri (30.) überwand Torhüter Timo Hildebrand mit einem schönen Schlenzer. Zwar schienen die Königsblauen nach dem 1:1-Ausgleich durch Klaas-Jan Hunterlaar (75.) noch auf den Erfolgsweg zu finden, doch erneut nutzte Mainz einen krassen Abwehrfehler vor 54 202 Fans in der Arena eiskalt aus. Ein 50-Meter-Pass von Jan Kirchhoff segelte über Aushilfs-Rechtsverteidiger Tranquillo Barnetta hinweg. Und Nicolai Müller hatte wenig Mühe, den Ball zum 2:1-Sieg zu versenken.

Dabei hatte Keller nach dem Ausgleich noch fest daran geglaubt, dass seine Elf die Sache noch regeln werde. "Ich dachte, dass wir das Ding gedreht haben und uns noch in der regulären Spielzeit fürs Viertelfinale qualifizieren", meinte Keller. Dann räumte er zum Erstaunen der Zuhörer ein, er habe die Szene vor dem 1:2 gar nicht mitbekommen. "Ich habe gehört, dass wir da geschlafen haben. Der Ball war ja gefühlte zehn Sekunden unterwegs."

Zurecht "stolz" auf sein Team und glücklich über den Pokalcoup war Tuchel, der im nächsten Sommer neben Mike Büskens, Armin Veh und laut "Sport Bild" auch Ex-Chelsea-Coach Roberto Di Matteo als Trainerkandidat auf Schalke gilt. Man habe nach dem 1:1 eine "außergewöhnliche Antwort" gegeben, "Mannschaftsgeist, Leidenschaft und Herz" gezeigt, befand Tuchel. Clubchef Harald Strutz war "völlig euphorisch" und sprach angesichts der Chance, zum zweiten Mal ins Pokal-Halbfinale einzuziehen, von einem "großen Tag für unseren Verein". Strutz: "Ein großartiger Abschluss eines tollen Jahres."

Christoph Metzelders Schlusssätze klangen anders und brachten Schalkes Befindlichkeit auf den Punkt: "Wir haben eine beschissene Situation. Die Winterpause kommt zum richtigen Zeitpunkt."

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