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Bayern München überwindet Dortmund-Trauma: "Besser geht’s nicht"

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FC Bayern überwindet sein BVB-Trauma

28.02.2013, 12:17 Uhr | t-online.de

Bayern München überwindet Dortmund-Trauma: "Besser geht’s nicht". Bastian Schweinsteiger und Co. jubeln nach dem Sieg gegen Dortmund. (Quelle: Reuters)

Bastian Schweinsteiger und Co. jubeln nach dem Sieg gegen Dortmund. (Quelle: Reuters)

Aus München berichtet Thomas Tamberg

Arjen Robben trommelte mit den Fäusten auf den Boden, Bastian Schweinsteiger mit der Handfläche auf seine Brust, während er mit seinen Kollegen triumphierend Richtung Südkurve marschierte. Ja sogar Maskottchen Berni sah an diesem denkwürdigen Abend irgendwie glücklicher aus als gewöhnlich. Seelig waren jedenfalls die Bayern-Fans unter den 71.000 Zuschauern in der Allianz Arena. Der Gastgeber hatte gerade im Viertelfinale des DFB-Pokals Borussia Dortmund mit einem 1:0 aus dem Wettbewerb gekegelt und tanzt weiterhin auf drei Hochzeiten.

Doch der Sieg ist nur die halbe Wahrheit. Eine Niederlage hätte das Weltbild des deutschen Rekordmeisters nachhaltig in seinen Grundfesten erschüttert und womöglich die gesamte Saison noch einmal ins Wanken gebracht. So aber "haben wir die Vormachtstellung im deutschen Fußball zurück", wie Bayern-Präsident Uli Hoeneß erleichtert feststellte. Die deutschen Verhältnisse seien endlich wieder geklärt. Und zwar ganz nach Gusto der Münchner.

Heynckes: "Haben verdient gewonnen"

Nach fünf sieglosen Spielen in Serie, wenn man einmal den bedeutungslosen Supercup ausnimmt, konnten die Münchner endlich wieder gegen den neuerwachsenen Angstgegner gewinnen und somit ihr Borussen-Trauma gerade noch bezwingen, bevor es sich endgültig ins Bewusstsein einbrennen konnte. "Ein großes Kompliment an meine Truppe! Meine Mannschaft hat demonstriert, dass wir im Moment nicht nur schönen, attraktiven Fußball spielen, sondern dass wir auch fighten können. Ich denke, dass wir verdient gewonnen haben", bilanzierte Bayern-Trainer Jupp Heynckes.


Die Bayern hatten gleich zwei Matchwinner. Neben dem Torschützen Robben war es vor allem Schweinsteiger, der von Beginn an eine Siegermentalität an den Tag legte, die keine Zweifel aufkommen ließ, wer an diesem Abend als Sieger vom Platz gehen würde. Der 28-Jährige zeigte seine bis dato beste Saisonleistung. Insbesondere in der ersten Hälfte liefen fast alle Angriffe über den defensiven Mittelfeldspieler. "Er war der beste Spieler auf dem Feld, er wollte das Spiel unbedingt gewinnen. Er ist ein Stratege, er bestimmt den Takt bei uns", schwärmte Heynckes von seinem emotionalen Leader.

Robben erzielt Traumtor

Wie groß Schweinsteigers Stellung innerhalb der Mannschaft ist, zeigt auch die Tatsache, dass Robben anschließend immer wieder vom "Kapitän Schweinsteiger" sprach, bis ihm auffiel, dass der nominelle Kapitän eigentlich ein ganz anderer ist. Also schob er noch schnell ein Lob an "Kapitän Philipp Lahm" hinterher. Robben, der nur ins Team gerutscht war, weil Franck Ribéry rotgesperrt passen musste, zirkelte in der 43. Minute aus etwa 18 Metern den Ball in den Winkel wie in seinen besten Zeiten und setzte das Ausrufezeichen hinter eine starke Phase der Bayern. Hoeneß: "Was wir die letzten 20 Minuten in der ersten Halbzeit gespielt haben - besser geht’s nicht."

So paradox es klingen mag, an diesem Abend durfte sich aber auch Borussia Dortmund wie ein Sieger fühlen. Die Westfalen sind endgültig in den erlesenen Kreis der Edelgegner der Münchner vorgestoßen, in dem sich lediglich Klubs wie Real Madrid, Manchester United, Barcelona, oder die Mailänder Vertreter wiederfinden. "Die Zuschauer haben genau gewusst, dass es um mehr geht", sagte Hoeneß.

BVB auf einer Stufe mit Real Madrid

Nur ganz selten, höchstens ein, zwei Mal im Jahr, dann wenn die Bayern in der Champions League gegen eben diese Rivalen ran müssen, verfallen die FCB-Fans in eine solche Ekstase wie gegen den BVB. "Es herrschte eine sensationelle Stimmung im Stadion. Das war ein absolutes Highlight", sagte Lahm anerkennend.

In der Tat: Obwohl die Borussen nicht ihren besten Tag erwischt hatten, boten sie den Bayern in der Allianz Arena dennoch die Stirn wie kaum ein anderes Team. "Wir sind heute der verdiente Verlierer und gratulieren dem FC Bayern zum Einzug ins Halbfinale", zeigte sich BVB-Coach Jürgen Klopp als fairer Verlierer. "Aber wir haben heute gesehen, dass wir wiederkommen können und nicht als vollkommen chancenloser Kontrahent dastehen."

Neue Münchner Bescheidenheit

Die Bayern indes fühlten sich sichtlich wohl, sportlich wieder die Nummer eins im Lande zu sein. Allerdings verzichteten sie dieses Mal auf die typische Bayern-Arroganz. Man sei in den letzten beiden Jahren, in denen die Dortmunder vor den Münchnern standen, stets mit Respekt behandelt worden. Das wolle man nun zurückgeben, ließ Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge verlauten. Und Hoeneß ließ gar ein wenig Dankbarkeit durchblicken. "Für uns war es gut, dass so ein Verein gekommen ist. Er hat uns auf ein anderes Level geführt."

Die Bayern sind gut beraten, weiterhin den Ball flach zu halten. Schließlich kann man immer noch in der Champions League aufeinander treffen. "Wir waren heute den Touch aggressiver und wollten diesen Sieg unbedingt", zog Heynckes ein treffendes Fazit. Das kann beim nächsten Mal allerdings schon wieder anders aussehen.

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